Warten auf das Seepferdchen

Pandemie verschärft Platzknappheit in Schwimmkursen in Bergkamen

Der sechsjährige Max schwimmt mit Schwimmhilfen durch das Becken. Er lernt gerade das Schwimmen
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Plätze in Schwimmkursen waren schon vor der Corona-Krise rar. Durch den Lockdown können nun auch in Bergkamen viele Kurse nicht stattfinden oder beendet werden.

Bergkamen – Für das Kind einen Platz in einem Schwimmkurs zu bekommen, war schon jahrelang mit viel Wartezeit verbunden. Die Corona-Pandemie hat die Lage nicht verbessert. Im Gegenteil: Sowohl die Wasserfreunde TuRa Bergkamen als auch die Bergkamener DLRG führen weiterhin lange Wartelisten – und kommen mit dem Abarbeiten derselben nicht hinterher.

Mit dem ersten Lockdown im vergangenen Jahr gingen auch die Schwimmkurse in die Pause. Etwa im September, erinnert Manuela Knoke, Übungsleiterin bei den Wasserfreunden, gingen die Kurse wieder los. „Und Ende Oktober war wieder Schluss.“ Darum sei der Kurs, der im vergangenen März gestartet war, auch immer noch nicht abgeschlossen.

Vereinzelt hätten Kinder aus der Gruppe zwar das Seepferdchen gemacht. „Bei anderen musste man wegen der langen Pause aber nach den Ferien wieder von null anfangen“, so Knoke. Dementsprechend verzögere sich der Beginn neuer Kurse, auch wenn der derzeitige Lockdown irgendwann einmal beendet und Schwimmen wieder möglich sei. Und das bei Wartezeiten, die schon vor der Pandemie eineinhalb bis zwei Jahre betrugen.

Ähnlich sieht es bei den Lebensrettern aus. Die Wartelisten sind lang, wer einen Platz in einem Schwimmkurs bekommen möchte, muss nach Auskunft des Vorsitzenden Tobias Schwittek ein bis eineinhalb Jahre Wartezeit einplanen. „Darum beantworte ich die Frage danach, wann man sein Kind am besten auf die Liste setzen lässt, immer mit: ‚Sofort nach der Geburt‘.“ Zwar rückten die Sprösslinge dann immer wieder etwas nach hinten, bis sie das richtige Alter erreicht haben, dann gehe es aber zügig.

Übungsleiter erwarten Ansturm auf die Kurse

Für die Zeit nach dem Lockdown und vor allem nach der Pandemie erwarten Schwittek und Knoke einen weiteren Ansturm auf die Kurse. Darum gebe es Überlegungen, so Knoke, wie das aufzuarbeiten sei. „Man wird dem ja gar nicht mehr Herr“, bedauert sie.

„Die Vierjährigen werden jetzt angemeldet, aber durch die Pandemie stehen die Sechsjährigen noch immer auf der Liste. Die ersten kommen da ja schon in die Schule, ohne Schwimmen zu können.“ Normalerweise machen 80 bis 100 Kinder das Seepferdchen bei den TuRanern. „Die sind jetzt auf der Strecke geblieben.“

Und das große Problem, das beide Vereine haben, bleibt auch, wenn die Pandemie soweit unter Kontrolle ist, dass Schwimmen wieder möglich ist. Es gibt schlicht zu wenig Wasserzeiten, um die Wartelisten zu verkürzen. „Wir hätten die Übungsleiter für einen zweiten Kurs“, sagt Knoke. Der Platz aber fehle. Auch, weil das Lehrschwimmbecken in der Bodelschwinghschule nicht mehr zur Verfügung steht. „Wir überlegen jetzt also, was es für Möglichkeiten gibt, um dem Ansturm besser gerecht werden zu können.“

Perspektivisch gesehen hofft der DLRG-Vorsitzende da auf den Schwimmbad-Neubau in Bergkamen. „Wir hoffen, dass wir dann mehr Kurse anbieten können.“ Bis dahin ist die DLRG mit ihren Schwimmkursen im Hallenbad in Kamen-Methler untergebracht und hofft, dass zumindest die von etwa 20 auf maximal zehn Kinder reduzierten Kurse bald wieder starten können.

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