Finanzamt gibt GSW Auskunft

Die Rechnung geht auf: Beim Bad-Neubau in Bergkamen kann viel Geld gespart werden

Der Vorentwurf des neuen Freizeitbads sieht fünf Innenbecken sowie eine Parallelrutsche und eine Kletterwand vor. Für die Einrichtung soll das Wellenfreibad in Bergkamen-Weddinghofen abgerissen werden.
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Der Vorentwurf des neuen Freizeitbads sieht fünf Innenbecken sowie eine Parallelrutsche und eine Kletterwand vor. Für die Einrichtung soll das Wellenfreibad in Bergkamen-Weddinghofen abgerissen werden.

Das Finanzamt hegt keine Einwände gegen die Finanzplanungen der GSW für den Bad-Neubau in Bergkamen. Damit geht die Rechnung auf, dass im Zuge des Investitionskostenzuschusses der Stadt Bergkamen in Höhe von bis zu 27 Millionen Euro keine Mehrwertsteuer anfällt. Beschlossen ist der Neubau aktuell aber noch nicht.

Bergkamen – Die gute Nachricht von der Steuerersparnis – in Summe immerhin 5,1 Millionen Euro – verkündete jetzt Jochen Baudrexl, Geschäftsführer der Gemeinschaftsstadtwerke (GSW), auf Anfrage. Die von den drei Kommunen Bergkamen, Kamen und Bönen getragene Gesellschaft will Bauherrin und Betreiberin des geplanten Ganzjahresbads werden. Dafür soll das bestehende Wellenbad in Weddinghofen Platz machen.

Noch keine Beratung im Aufsichtsrat

Als einen „wesentlichen Baustein des Bäder-Konzepts“ bezeichnete Baudrexl die erhoffte Steuerersparnis. Insofern sei die positive Auskunft des Finanzamts ein „Meilenstein“ in den seit Jahren andauernden Planungen. Erst auf deren Basis ließe sich das Bauprojekt verbindlich fortsetzen, sodass absehbar mit der operativen Arbeit begonnen werden könne.

Ein Baubeschluss müsste im GSW-Aufsichtsrat gefasst werden. Der hat sich nach den Kommunalwahlen im September neu konstituiert und trifft sich in diesem Monat erstmals zu inhaltlichen Beratungen. Um das neue Bad gehe es dabei aber noch nicht, so Baudrexl – vielmehr um das Kennenlernen und den Wirtschaftsplan 2021, der die Bad-Planungen noch nicht berücksichtige.

Wir brauchen die Zustimmung aus allen drei Kommunen.

Jochen Baudrexl, GSW-Geschäftsführer

Wann das Thema Neubau im Aufsichtsrat aufgerufen wird, könne er derzeit nicht sagen, verdeutlichte Baudrexl. Doch auch nach der Billigung des Investitionszuschusses im Bergkamener Stadtrat im August sei politischer Konsens vonnöten, um das Projekt zu realisieren, unterstreicht der Geschäftsführer. „Wir brauchen die Zustimmung aus allen drei Kommunen“, fügt er mit Blick auf den gemeinsamen Konsortialvertrag hinzu – und darüber hinaus eine Mehrheit in dem Gremium.

An den GSW sind mit 42 Prozent die Städte Bergkamen und Kamen beteiligt, die Gemeinde Bönen hält einen 16-prozentigen Anteil. Vorsitzende des 21-köpfigen Aufsichtsrats ist Kamens Bürgermeisterin Elke Kappen, ihr stehen Bergkamens neuer Bürgermeister Bernd Schäfer sowie Bönens Bürgermeister Stephan Rotering als erster und zweiter Stellvertreter zur Seite. Auch in Kamen ist ein neues Bad geplant; die Stadt erhofft sich dafür Fördergelder vom Land.

Wie entwickeln sich die Baukosten?

Das Bäder-Konzept der GSW sieht unterschiedliche Schwerpunkte in den drei Kommunen vor: Bergkamen – Freizeit, Kamen – Sport, Bönen – Wellness. Voraussetzung zur endgültigen Umsetzung dürfte sein, dass sich niemand finanziell benachteiligt fühlt, indem er zum Beispiel über Gebühr für Betriebskosten an den jeweils anderen Standorten aufzukommen hat.

Bauchschmerzen haben die GSW-Aufseher unter Umständen auch wegen möglicher Baukostensteigerungen. Bereits bei der Vorstellung der Vorentwürfe für das neue Bad Mitte Juli hieß es, dass sich die Kosten nach neuer Schätzung um 1,5 Millionen Euro auf knapp 28 Millionen Euro erhöhen würden.

Politik erwartet niedrigere Betriebskosten

Die GSW hatte stets betont, dass sie keinen nennenswerten Eigenanteil zum Bad-Neubau beisteuern könne. Gleichzeitig erwartet die Politik in Bergkamen, dass das jährliche Defizit von bis zu 5,9 Millionen Euro beim Betrieb der Bäder wie angekündigt um 1,5 bis 1,7 Millionen sinkt, wenn neue Gebäude nach heutigem Energiestandard und effizienteren Strukturen entstehen. Dieses Ziel stünde infrage, wenn die GSW selbst hohe Darlehen aufnehmen müsste.

Die Vorentwürfe fürs Bad sehen fünf Innenbecken sowie eine Parallelrutsche und eine Kletterwand vor.

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