Das sagen Bergkamener zur Verlängerung der Corona-Maßnahmen

„Haben wir eine Alternative? Ich denke: nein!“

Der Lockdown wird erneut verlängert
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Der Lockdown wird vorerst bis in den Februar hinein verlängert. Viele Bönener verstehen diese Entscheidung.

Bergkamen – Die Infektions- und vor allem die Todeszahlen sind zurzeit deutlich höher als im Frühling 2020. Dennoch fällt es den Menschen offensichtlich immer schwerer, die Schutzmaßnahmen zu akzeptieren und sich daran zu halten. Auch viele Bergkamener wünschen sich Lockerungen, halten die Verordnungen aber weiterhin für sinnvoll.

Markus Brinkmann, Gemeindereferent: Ich stehe den Maßnahmen unterstützend gegenüber. Ich glaube, dass sie sinnvoll und notwendig sind. Wir von der katholischen Kirche in Bergkamen verzichten seit Weihnachten auf Präsenzgottesdienste, um die Menschen auseinanderzubringen und nicht zusammenzubringen. Stattdessen übertragen wir eine Messe auf unserem Youtube-Kanal, damit die Menschen sie sich zu Hause ansehen können. Wirtschaftlich und für viele Existenzen ist die Situation bedrohlich, aber ich denke, Gesundheit geht vor.

Markus Brinkmann hält die Maßnahmen für sinnvoll und notwendig.

Klaus Kuhlmann, Ortsvorsteher in Rünthe: Die Zahlen sprechen eine eindeutige Sprache. Das, was jetzt an Maßnahmen gilt, reicht ja offensichtlich nicht aus. Und diese einfach nur zu verlängern, bringt nichts. Es sei denn, die Bevölkerung hält sich jetzt mehr daran. Man sieht ja, dass die Menschen die Situation im Vergleich zum Frühjahr nicht mehr ernst nehmen. Die Leute müssten sich mehr zusammenreißen. Welche Verschärfungen genau notwendig sind, mag ich nicht beurteilen. Ich bin kein Virologe. Aber ich werde hinter den Entscheidungen stehen. Wir wissen auch alle, dass viele darunter leiden, weil sie keine sozialen Kontakte haben oder wirtschaftliche Probleme haben oder bekommen. Und keiner kann sagen, wie sich das alles weiterentwickelt. Aber haben wir eine Alternative? Ich denke: nein. Solange die Impfungen gegen das Corona-Virus noch nicht flächendeckend durchgeführt wird, können wir wenig ändern.

Für Klaus Kuhlmann sprechen die Infektionszahlen eine deutliche Sprache

Monika May, Rotkreuzleiterin: Ich bin mit den Maßnahmen einverstanden. Es muss jetzt aber auch rigoros durchgezogen werden, damit es wieder besser wird. Immer mal ein bisschen zu machen, ist falsch. Die Situation ist beängstigend, da muss was getan werden. Privat finde ich die Beschränkungen natürlich nicht schön. Man trifft sich nicht mehr, alles fällt aus, wie zum Beispiel die Karnevalszüge, die bald wären. Meine Enkelkinder können nicht zur Schule gehen, sind zu Hause. Meine Kinder arbeiten ebenfalls von zu Hause aus. Ich selbst habe aber keine Langeweile, sondern bin ehrenamtlich viel unterwegs, auch wenn beim DRK die Blutspende- und die Sanitätsdienste ausfallen. Wir müssen jetzt eben durchhalten, und es gibt ja auch immer noch Schönes.

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