Nachtgeschäft zusammengebrochen

Die nächtliche Ausgangssperre trifft die Bergkamener Taxiunternehmen besonders

Taxiunternehmer trifft die Corona-Pandemie ganz besonders hart
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Die Ausgangssperre hat Auswirkungen auf das Geschäft der Bergkamener Taxiunternehmer. Nach 22 Uhr lohnt sich das Geschäft für sie nicht mehr.

Es war ohnehin schon schwer für die Taxiunternehmer und ihre Fahrer. Seit mehr als einem Jahr ist ihr Geschäft extrem belastet, die Fahrgastzahlen sind im Keller. Die Ausgangssperre, die aufgrund der hohen Inzidenzwerte seit dem 19. April im Kreis Unna gilt, verschärft die Situation nun noch weiter.

Bergkamen - „Es ist schlimm, ein ganz schlimmer Zustand“, fasst Edi Karajlija von Taxi Edi aus Bergkamen zusammen. Seitdem die Notbremse mit der Ausgangssperre greift, sei das komplette Nachtgeschäft in seinem Betrieb zusammengebrochen. „Wir haben die Hälfte weniger“, sagt der Unternehmer. Schon zuvor waren aufgrund der Corona-Schutzmaßnahmen in seinem Betrieb nur noch drei statt sechs Fahrzeugen in den Abend- und Nachstunden unterwegs.

Immerhin sind Gastronomiebetriebe, Diskotheken, Restaurants und Kultureinrichtungen seit Monaten geschlossen, Nachtschwärmer haben wenig Möglichkeiten, auszugehen. „Wir hatten aber immer noch sehr viele Privatfahrten“, berichtet Karajlija. Vor allem junge Bergkamener hätten sich chauffieren lassen. Doch das fällt seit dem 19. April weg, seit dem erst der Kreis ab 21 Uhr und dann in Folge der Bund ab 22 Uhr eine Ausgangssperre beschlossen haben. „Seit der Notbremse mussten wir nachts komplett herunterfahren, es lohnt sich einfach nicht mehr“, so der Bergkamener.

Mitarbeitern droht die Kurzarbeit

Noch hat er einige Mitarbeiter im Nachtdienst, die bezahlt werden wollen. Bislang war noch kein Mitarbeiter von Taxi Edi in Kurzarbeit. Doch das könnte sich demnächst ändern, befürchtet Karajlija, möglicherweise schon ab kommender Woche, wenn sich an der Situation nichts ändert. Erst, wenn der Sieben-Tage-Inzidenzwert im Kreis verlässlich wieder unter die 100er Marke rutscht, dürfen die Taxis nach 22 Uhr wieder Passagiere ohne triftigen Grund befördern. Am Donnerstag lag dieser noch bei 160,3.

„Zum Glück haben wir frühzeitig am Tagesgeschäft gearbeitet. Wir machen zum Beispiel viele Krankenfahrten. Das hält uns jetzt über Wasser.“

Fahri Sahin kann sich hingegen nicht beschweren, wie er sagt. „Tagsüber läuft es ganz gut, da kann ich nicht meckern.“ Vor allem Krankenfahrten halten sein Mietwagen-Geschäft in Oberaden am Laufen. Aber auch viele Senioren nutzen nach wie vor seine Dienste und lassen sich zum Arzt, zum Einkaufen oder jetzt auch zum Testen bringen.

Allerdings betreibt Sahin sein Unternehmen allein als „Einzelkämpfer“, mit nur einem Fahrzeug. Personalkosten oder Ähnliches hat er nicht. Lediglich in Stoßzeiten und bei großer Nachfrage hilft sein Sohn aus. Die gibt es zurzeit nicht. „Abends läuft nichts“, stellt Fahri Sahin ebenfalls fest. Und am Wochenende mache auch er im Augenblick Verluste.

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