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Viele Beratungsangebote in der Aktionswoche Demenz

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Von: Markus Liesegang

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Die Initiatoren haben sich für die Aktionswoche Demenz einiges vorgenommen
Stellten die Aktionswoche Demenz vor: Thomas Lackmann, Bernward Bisplinghoff, Nadine Witt (stellvertretende Pflegedienstleitung Pflegeprofis Sommer) und Bürgermeister Bernd Schäfer. © Liesegang, Markus

 6500 Haushalte hatte Thomas Lackmann angeschrieben, um die Aktionswoche Demenz vorzustellen. „Nur solche, in denen Menschen über 70 Jahre leben“, erklärte der Leiter der Stabstelle Soziale Inklusion und Seniorenarbeit. „Hätte ich auch die über 60-Jährigen berücksichtigt, wären es knapp 16 000 Briefe geworden.“ Ein auch finanziell hoher Aufwand bei naturgemäß geringerer Trefferquote, auch wenn Demenz durchaus bei jüngeren Menschen auftritt.

Bergkamen - Wie wichtig eine solche Aktionswoche ist, die ab Montag, 19. September, bis Samstag, 24. September, an ganz unterschiedlichen Orten stattfinden wird, macht die Zahl der Betroffenen deutlich. Der Kreis Unna zählt aktuell mehr als 1000 Personen. „Bei allen ist die Krankheit diagnostiziert“, sagte Lackmann. 1,8 Millionen leiden bundesweit an Demenz, dessen Hauptursache die Alzheimererkrankung ist.

Mit einer so hohen Zahl habe er nicht gerechnet, meinte Bernd Schäfer zu den Betroffenen vor Ort. Bergkamens Bürgermeister unterstrich die Bedeutung der sechs Tage, die zum vierten Mal, erstmals aber nach Corona wieder stattfinden. „Es ist eine wichtige Woche“, so Schäfer: „Wir gehen mit einem Thema in die Öffentlichkeit, das dort sonst nicht zu finden ist.“

Das Netzwerk wolle die Menschen im Umfeld von Demenzkranken unterstützen, Angehörigen Beratung zukommen lassen. „Man kommt doch an die Belastungsgrenze bei einer 24/7-Pflege“, sagt der Bürgermeister. Es sei schwierig zudem, zu begreifen, wie geliebte Menschen sich verändern, und dann damit umzugehen. Die Angebote in dieser Woche decken an Beratung viel ab.

Das Programm

Montag, 19. September

- 10 Uhr: Eröffnung der Aktionswoche durch Bürgermeister Bernd Schäfer, anschließend bis 16 Uhr: Vorstellung der Pflegeprofis Sommer, Landwehrstraße 19

- 17.30 bis 18.30 Uhr: „Heilpflanzen gegen Demenz“, Vortrag von Apotheker Christian Weischede, Lesecafé der Stadtbibliothek

Dienstag, 20. September

-16 bis 17.30 Uhr: „Hilfen und Unterstützung bei Demenz“, Elke Möller und Brigitte Sawall informieren, Rathaus

Mittwoch, 21. September

-10.30 bis 12 Uhr: Bewegungsangebot „Wer rastet, der rostet!“, sanfte Gymnastik und Bewegungsspiele, Haus am Nordberg, Albert-Einstein-Straße 2

Donnerstag, 22. September

-17 bis 19 Uhr: „Herausforderndes Verhalten bei Menschen mit Demenz“, Vortrag von Ulrike Klepczinski, Institut Lebenswert Dortmund, Stadtmuseum Oberaden, Jahnstr. 31

Freitag, 23. September

-9 bis 11 Uhr: Vorstellung und Besichtigung der Tagesstruktur und praktische Anwendungen am Barfußpfad, Awo Hermann-Görlitz-Seniorenzentrum, Marie-Juchacz-Straße 1

-9 bis 12 Uhr: VKU-Projekt „Inklusion erfahren“, Rollator und Bus, Rathaus, Busbahnhof

-11 bis 12 Uhr: Eseltherapie Terhürne, Stadtbibliothek

Samstag, 24. September

-10 bis 12.30 Uhr: Messestand Kamener Hospiz, Stadtbibliothek

-10 bis 12.30 Uhr: Vorstellung „Demenzkoffer“ durch Jörg Feierabend, Stadtbibliothek

Das Netzwerk habe die Verpflichtung, rund ums Jahr Angebote zu machen, erklärte Bernward Bisplinghoff. „Man kann das Engagement der Stadt in Sachen Demenz nur herausheben“, so der Einrichtungsleiter des Hauses am Nordberg. Er ist einer der Sprecher des 2009 auf Initiative der Stadt gegründeten Zusammenschlusses, an dem die Pflegeeinrichtungen, Pflegedienste wie die Pflegeprofis Sommer, die Kirchen, der Hospizverein sowie das Regionalbüro Alter, Pflege und Demenz mitwirken.

Die Aktion rund um den Welt-Alzheimer-Tag am Mittwoch, 21. September, sei im Umkreis von beinahe 50 Kilometer einzigartig. „Wir haben die Angebote auf der Internetseite der Deutschen Alzheimer-Gesellschaft platziert, dort gibt es eine Karte der Veranstaltungen bundesweit.“

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