17 Schüler mit dabei

„Deutsch als Fremdsprache“: VHS verzeichnet auch in Ferien große Nachfrage

Robert Singh unterrichtet die Schüler und ist erfreut darüber, wie motiviert die Jugendlichen sind.
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Robert Singh unterrichtet die Schüler und ist erfreut darüber, wie motiviert die Jugendlichen sind.

Deutsch zu lernen, ist nicht unbedingt einfach. Schon gar nicht im normalen Schulbetrieb, wenn im Fachunterricht noch die fachspezifischen Begriffe dazukommen. Für 17 Schüler ist der VHS-Kursus „Deutsch als Fremdsprache (DaF)“, der aktuell wieder läuft, eine gute Gelegenheit, sich ganz auf die neue Sprache zu konzentrieren.

Bergkamen – Die Kurse für die Schüler sind kein Neuland für die Volkshochschule. „Wir bieten sie immer mal wieder in Kooperation mit den weiterführenden Schulen an, wenn der Bedarf besteht“, sagt Manuela Sieland-Bortz, stellvertretende VHS-Leiterin. Das Kursangebot ist also nicht nur der Corona-Pandemie geschuldet, wenngleich diese durch den langen Distanzunterricht den Bedarf natürlich gesteigert hat.

Jeden Tag ein kleiner Höhepunkt

Zwei Wochen lang treffen sich sechs der Teilnehmer drei Zeit- beziehungsweise vier Schulstunden mit Robert Singh. Er unterrichtet hauptberuflich in Dortmund, ist im Abendbereich bei der VHS mit an Bord und gibt seit rund zehn Jahren die DaF-Kurse. Zum Beginn des laufenden Kurses habe es erst einmal eine „Diagnose“ gegeben. „Ich kenne die Schüler ja nicht und musste mir einen Überblick verschaffen, was sie schon können.“ Schlussendlich hielt der Pädagoge es für sinnvoll, die Gruppe zu teilen. „Das Niveau ist einfach zu unterschiedlich“, sagt er. Während einige Schüler seit Jahren in Deutschland und sprachlich fortgeschritten seien, seien andere erst seit wenigen Monaten im Land und Sprachanfänger.

Mit ihnen fängt Singh ganz am Anfang an. Stures Vokabelpauken steht allerdings nicht auf dem Stundenplan. „Ich überlege mir für jeden Tag einen kleinen Höhepunkt, damit sie motiviert bleiben und Spaß bei der Sache haben“, erzählt der Lehrer. So spielen die Schüler manchmal Vokabelbingo. In der vergangenen Woche flimmerte „Asterix erobert Rom“ über die Leinwand. „Dazu gab es dann Aufgaben. So konnten wir prüfen, wie gut das Hörverständnis ist, aber für die Kinder und Jugendlichen war es gleichzeitig eine schöne Abwechslung.“ Schließlich hätten die Schüler eigentlich Ferien.

Motivation ist groß

„Schülerschwund“ sei über die zwei Wochen kaum zu beobachten. „Dass sie so motiviert jeden Tag hier her kommen, macht uns schon stolz.“ Zudem gibt es für einige Schüler eine Zusatzmotivation: „Ich möchte mich besser mit meinen Freunden unterhalten können“, erzählt eine Schülerin. Auf Englisch, denn noch fühlt sie sich in dieser Sprache sicherer. Ihre Freunde dagegen sprechen Deutsch. Also paukt sie fleißig. „Hier lerne ich viel besser Deutsch als in der Schule“, sagt sie. Ihr Nebenmann nickt. „Es ist hier viel einfacher“, sagt er. Auf Deutsch, denn er habe gemerkt, dass er mehr lerne, wenn er die Sprache von sich aus spreche.

Dass Deutsch Übungssache ist, wissen auch Sieland-Bortz und Singh. „Ich merke das bei meinen eigenen Schülern“, erzählt der Lehrer. „Wenn sie sechs Wochen kein Deutsch gesprochen haben, gibt es nach den Ferien wieder große Lücken.“ Genau die will die VHS mit dem Kurs-Angebot vermeiden.

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