Seniorenheim in Bergkamen

Erste Todesfälle nach Corona-Ausbruch im Haus am Nordberg und weitere Infizierte

Haus am Nordberg Seniorenheim Bergkamen
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Anfang November gab es die ersten bestätigten Coronafälle in der Senioreneinrichtung Haus am Nordberg. Inzwischen sind drei infizierte Bewohner gestorben.

Die schlechten Nachrichten für das Haus am Nordberg reißen nicht ab. Am Donnerstag teilte Einrichtungsleiter Bernward Bisplinghoff die ersten Todesfälle in dem Seniorenzentrum in Bergkamen mit. Außerdem sind nun auch in der Wohngruppe drei fast alle Bewohner infiziert. Immerhin ein Hoffnungsschimmer waren die Testergebnisse in der Wohngruppe eins.

Bergkamen - „Das war der schlimmste Tag seit Jahren“, sagte Bisplinghoff, der nach und nach die Resultate der groß angelegten Abstrichreihe erhielt. Nachdem sich zunächst im Wohnbereich zwei nach und nach 25 Bewohner infiziert hatten, waren auch in der Wohngruppe drei vom Gesundheitsamt zehn Fälle registriert worden. Daraufhin wurden alle Senioren und Mitarbeitenden des Hauses getestet.

Von den 22 Abstrichen in Wohnbereich drei waren 17 positiv, dazu die von fünf der 16 überprüften Pflegekräfte. Vorsichtshalber wurde auch der Wohnbereich eins kontrolliert, in dem es bis dahin noch keine Fälle gegeben hatte. „Alle 26 waren negativ. Das mich sehr erleichtert“, atmet Bisplinghoff auf, dass der Ausbruch nicht übergesprungen ist. Zudem wiesen auch er und 21 weitere Mitarbeiter keine Anzeichen des Coronavirus auf.

Corona im Seniorenheim: Ehemalige Mitarbeiter werden zurückgeholt

Seit dem ersten Coronafall in dem Seniorenheim sind drei Menschen gestorben, teilte Bisplinghoff jetzt mit. „Erschreckend“, sagte er. Von den derzeit Infizierten seien die meisten in einem stabilen Zustand, zwei, drei allerdings stärker betroffen. „Aber wir haben gesehen, das muss alles nichts heißen“, ist er aufgrund der aktuellen Entwicklung geschockt.

Durch die elf Pflegekräfte, die derzeit wegen einer Corona-Infektion fehlen, zwei weitere sind krankgemeldet, geht das Haus am Nordberg personell auf dem Zahnfleisch. Intern wurde bereits umstrukturiert, um die Ausfälle aufzufangen. Außerdem hat Bisplinghoff eine Zeitarbeitsfirma wegen zusätzlicher Arbeitskräfte eingeschaltet und sogar schon bei ehemaligen Mitarbeitenden, die in den vergangenen Jahren in Rente gegangen sind, nachgefragt, ob sie aushelfen würden. „Eine Zusage habe ich schon erhalten“, freut sich Bisplinghoff.

Corona im Seniorenheim: Quarantäne bis 8. Dezember

Der Einrichtungsleiter hofft, dass sich die Situation, nachdem sie sich in den vergangenen Tagen ständig verschlimmert, so langsam wieder entspannt. So könnten einige der Pflegekräfte bald zurück zur Arbeit kommen. „In der Hoffnung, dass nicht noch mehr Infektionen dazukommen, könnten wir die Talsohle bis Anfang nächster Woche durchschritten haben“, sagt Bisplinghoff.

Die Quarantäne im Wohnbereich zwei dauert noch bis zum 3. Dezember, die in Wohngruppe drei wurde nach den neu entdeckten Ansteckungen auf den 8. Dezember verlängert, alles vorbehaltlich sofern es keine weiteren Ansteckungen mehr gibt.

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