EDV-Sachbearbeiter Schulen

Der neue Mann für Digitale: David Heinsch kümmert sich das Internet an Bergkamens Schulen

Andreas Kray, Leiter des Schulverwaltungsamtes, (links) und David Heinsch präsentieren die Tablets, die an der Ketteler-Schule bereits verteilt wurden.
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Andreas Kray, Leiter des Schulverwaltungsamtes, (links) und David Heinsch präsentieren die Tablets, die an der Ketteler-Schule bereits verteilt wurden.

Die Corona-Pandemie hat den Nachholbedarf der Schulen in punkto Digitalisierung aufgedeckt. Als der Präsenzunterricht durch Homeschooling ersetzt werden musste, wurde schnell klar, wo es hakt. Seitdem sind Ausstattung und Infrastruktur, die in den vergangenen Jahren immer wieder auf der Agenda standen, auf der Prioritätenliste von Land, Kreis und Stadt ganz weit nach vorne gerückt. Das zeigt sich nun auch personell, denn seit dem 1. Februar hat Bergkamen nun einen „EDV-Sachbearbeiter Schulen“. David Heinsch findet die Bezeichnung zwar nicht so klasse, den Job aber umso spannender.

Bergkamen – Der 29-Jährige, der sich lieber als Consultant oder ähnlich bezeichnen würde, hat die ersten Wochen seines Arbeitsvertrags wie abgesprochen wegen eines Umzugs noch pausiert, sich aber vorher schon ein Bild von der Lage an den elf Schulen und der Volkshochschule im Stadtgebiet gemacht. Nun macht er sich ans Werk und will zum Ansprechpartner für die Schulen werden, was das Digitale angeht. „Das ist eine Hausnummer“, ist Andreas Kray, Leiter des Schulverwaltungsamtes, froh über die Unterstützung für seine Abteilung.

„Das ist viel Bestandsaufnahme. Gucken, wo es am meisten brennt, wo man schnell Abhilfe schaffen kann“, sagt er zu seinen ersten Tagen. Außerdem werden die Schulen gerade mit den mobilen Endgeräten ausgerüstet. Und da hat Kray gute Nachrichten: Alle bestellten Tablets und Laptops für Schüler und Lehrer sind mittlerweile angekommen. An der Freiherr-von-Ketteler-Schule und der Overberger Grundschule sind sie schon verteilt. An anderen Standorten wie der Falkschule und den weiterführenden Schulen werden sie gerade mit den notwendigen Programmen bespielt. „In den nächsten Tagen und Wochen werden sie ausgeteilt“, versichert Kray.

Auf jeden vierten Schüler ein Gerät

Heinschs Stelle wurde geschaffen, weil der im September von einem Gutachter vorgestellte Medienentwicklungsplan für die Jahre 2021 bis 2025 zur digitalen Entwicklung bis zu drei Fachkräfte empfohlen hatte. Das Verlegen von Glasfaser an die Schule sowie die dortige Einrichtung schneller und stabiler Wlan-Netze, die Einrichtung von Accesspoints in den Klassenräumen sowie dort die Anschaffung von Präsentationsmedien sind weitere Aspekte. Außerdem soll neben den Tablets für den Bedarf bei weiterem digitalem Unterricht künftig auf jeden vierten der rund 4500 Schüler ein Gerät in der Schule kommen.

Viel Arbeit also für Heinsch, der verheiratet ist und eine Tochter hat. Ein zweites Kind ist unterwegs, was auch der Grund für jenen Umzug ist, der ihn in den ersten Wochen auf seiner neuen Position als EDV-Sachbearbeiter noch anderweitig band. Von allen Maßnahmen zusammen verspricht sich die Schulverwaltung letztlich auch positive Folgen im pädagogischen Teil, betont Kray.

Der Hammer soll sich einen Überblick über die anlaufende Arbeit verschaffen, dann wird besprochen, wie es personell weitergehen wird. „Vermutlich werde ich im Sommer eh nach Verstärkung schreien“, sagt er nach dem ersten Einblick in seine künftigen Aufgaben. Externe Unterstützung oder noch eine Stelle wären die Optionen, die im Medienentwicklungsplan vorgesehen sind. Laut Kray stehen dazu über das Landesförderprogramm IT Mittel bereit, die den Eigenanteil der Kommune erheblich reduzieren würden.

Künftig alles aus einem Guss

Heinschs Aufgabengebiet umfasst den sogenannten Second-Level-Support, also die Fragen und Probleme, die sich nicht um Druckerpatrone auswechseln und Co. drehen. Er wird ein Serversystem aufbauen, dass die Fernwartung der Geräte ermöglicht und an allen Schulen gleich sein wird. Das gilt auch für die Programmstruktur. Derzeit nutzen die verschiedenen Einrichtungen zum Beispiel bei ihren Videokonferenzen unterschiedliche Anbieter. Bald soll Iserv Standard werden.

„Ich möchte so viel wie möglich selber machen. Ich bin Techniker durch und durch“, sagt Heinsch über sich: „Ich baue es gerne selber. Das macht es deutlich einfacher, wenn man genau weiß, wie es konfiguriert worden ist“, sieht er sich in den kommenden Wochen auch oft an den Serverstationen der Schulen. Sein offizieller Arbeitsplatz ist in den Räumen der Schulverwaltung, mit der er sehr eng zusammenarbeiten wird.

Vorher bei der Helinet in Lohn und Brot

Heinsch hat zuvor bei der Helinet gearbeitet, wo er auch die Ausbildung zum Fachinformatiker gemacht hat. Einen zwischenzeitlichen Wechsel zu einem Systemhaus, das Hard- und Software-Lösungen anbietet, hat er relativ schnell rückgängig gemacht. An seiner neuen Stelle reizt ihn, „dass ich auf einer grünen Wiese anfangen darf und die Sachen zumindest zum Teil so mitgestalten darf, wie ich es für richtig halte“.

Mit dem Thema Schule und Digitalisierung kam er bereits in Berührung, kümmerte sich unter anderem um die Internetverbindungen der Lehranstalten und die Firewalls. Nun will er mithelfen, dass Schulen dem digitalen Wandel nicht mehr hinterherhinken.

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