Der Impfstart im Kreis Unna

Impfstart: Es hakt noch bei manchen Pflegeheimen

Jede Menge „Papierkram“: Das „Haus Seniorenglück“ arbeitet an der Impfanmeldung.
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Jede Menge „Papierkram“: Das „Haus Seniorenglück“ arbeitet an der Impfanmeldung.

Der Start war mit 180 Dosen für den Kreis Unna überschaubar, doch jetzt nimmt das Impfen Fahrt auf. Derart schnell sogar, dass einige Senioreneinrichtungen gar nicht so fix mit dem „Papierkram“ hinterherkommen. So zum Beispiel das Haus „Seniorenglück“ in Rünthe.

Bergkamen/Kreis Unna – „Wir haben zu wenig Vorlauf gehabt“, sagt Geschäftsführerin Stephanie Humpert-Schöße. Sie leitet damit im Umkreis bei weitem nicht die einzige Einrichtung, die ihre Unterlagen noch nicht fertig zusammengestellt hat. Die sind notwendig, um sich bei der Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe für einen Impftermin anzumelden.

Prosper Rodewyk, Bezirksstellenleiter der KVWL im Großraum Dortmund, hatte am Montag im WDR-Fernsehen erklärt, dass derzeit mehr Impfstoff vom Land angekündigt sei, als Bewerbungen von Senioreneinrichtungen vorlägen. Man könne so nicht alle mobilen Impfteams in die Heime schicken wie gewünscht. Das sei durchaus der Fall gewesen in Westfalen-Lippe, entspanne sich aber wieder, erklärt KVWL-Sprecherin Heike Achtermann am Dienstag. Bei den ganzen Vorarbeiten sei das „kein Wunder, dass es ein, zwei Tage dauert“, zeigt Achtermann Verständnis mit Einrichtungsleiterinnen wie Humpert-Schöße.

Anmeldung macht viel Arbeit - und das rund um Weihnachten

Die wird auch in diesem Jahr nicht mehr eine Anmeldung abschicken – schon aus terminlichen Gründen. Die Impfungen sollen von den Hausärzten der Seniorenzentren koordiniert und durchgeführt werden. Die Mediziner, die dafür in Frage kämen, seien allerdings bis zum 4. Januar im Urlaub, so die Geschäftsführerin. Erst dann könne eine Absprache getroffen werden. „Wir haben den 8., 9. Januar im Visier“, sagt Humpert-Schöße.

Bis dahin soll auch die zweite Hürde genommen sein. Denn vor dem Spritze-Setzen verlangt das Bundesgesundheitsministerium von jedem Impf-Freiwilligen eine Unterschrift unter einen Aufklärungs- und einen Anamnesebogen sowie unter der Einverständniserklärung. Das Ganze müsse in dreifacher Ausfertigung fotokopiert und abgeheftet werden. Bei Bewohnern die gesundheitlich nicht mehr so fit sind, müssten außerdem die Angehörigen eingeschaltet werden. Alles Zusatzarbeiten, die recht kurzfristig rund um die Feiertage zu erledigen sind: „Wir arbeiten seit März am Limit“, sagt Humpert-Schöße

Von den Anträgen der Bewohnern, Mitarbeiter und Dienstleister zum Beispiel aus dem Bereich der Hauswirtschaft lägen etwa 50 Prozent vor, erklärt sie. Über 100 Impfungen werden so im Haus Seniorenglück zusammenkommen. Das seien nicht alle in der Einrichtung, eine Impfbereitschaft aber grundsätzlich vorhanden.

Schwankungen Zahl der Impfdosen hat Planung erschwert

Dass es in Westfalen-Lippe überhaupt zu dem von Rodewyk beklagten Verzug gekommen ist, habe nach Meinung von Achtermann mit zum einen mit der Auslastung der Einrichtungen rund um die Feiertage zu tun. Zum anderen veränderten sich ständig die Zahl der einplanbaren Impfdosen. So hätten die Kreise erst mit mehr Impfdosen gerechnet, als sie am 27. Januar wirklich bekommen haben. Anschließend wiederum wurde die vom Land zunächst angekündigte Zahl dagegen übertroffen, so dass nun mehr Menschen geimpft werden können, als zuvor gedacht.

Die KVWL unterstützt das Land nun bei der Logistik. Mittlerweile liefen genügend Anmeldungen über ein Onlineportal ein. Die tatsächlich benötigten Impfdosen spricht die KVWL täglich mit Düsseldorf ab. Dann werden sie von dort direkt an die Einrichtungen geliefert. „Wenn die Lieferungen wie angekündigt erfolgen können, werden in wenigen Wochen die Einrichtungen der Altenpflege und das Pflegepersonal geimpft sein“, gab Kreissprecher Volker Meier einen kleinen Einblick in den Zeitplan.

Mit den ersten 180 Dosen im Kreisgebiet wurden am Sonntag je eine Einrichtung in Unna, Lünen und Schwerte bedacht, die im Vorfeld vom Kreis nach einer Prioritätenliste benannt worden waren. Am Mittwoch soll die erste Impfrunde dort abgeschlossen werden und mit weiteren Heimen begonnen werden.

In der Senioreneinrichtung „Haus am Stadtpark“ in Schwerte fand die erste Impfung im Kreis Unna statt. Die erste Spritze erhielt eine über 80-jährige Frau, die den Piks in den Arm sichtlich gelassen hinnahm.

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