Zehn Jahre Geschichtskreis Haus Aden:

Aktion ist zur beliebten Dauerausstellung in Bergkamen geworden

Die Mitglieder feierten am Wochenende den runden Geburtstag des Geschichtskreises.
+
Die Mitglieder feierten am Wochenende den runden Geburtstag des Geschichtskreises.

Bergkamen – Zehn Jahre ist es her, dass sich zehn Männer einer besonderen Initiative anschlossen und in Bergkamen etwas aufbauten, das heute als eines der Aushängeschilder des Stadtmuseums gilt: die Bergbau-Ausstellung im Keller sowie auf dem Museumshof. Zusammengetragen, aufgebaut und immer wieder erklärt wird sie bis heute von eben jenem Geschichtskreis Haus Aden Grimberg 3/4, der sich damals gründete. Und was viele wohl nicht mehr wissen: Entstanden ist er aus einer Aktion im Rahmen der Kulturhauptstadt Ruhr2010.

„Schachtzeichen“ hieß im Jahr 2010 die Aktion, bei der an den ehemaligen Standorten an sämtliche Förderanlagen im Ruhrgebiet mithilfe von großen Luftballons erinnert werden sollte. In Oberaden gab es die Schwierigkeit, dass es aus sicherheits- und bergrechtlichen Gründen nicht möglich war, die Ballons auf Haus Aden gen Himmel steigen zu lassen. Also wurde entschieden, das Gebäude der Gewerkschaft an der Rotherbachstraße wenige Meter weiter dafür zu nutzen. Doch Vandalen beschädigten den Ballon.

Der damalige IGBCE-Ortsgruppenchef Willi Null und sein Mitstreiter Heinz Mathwig beschlossen daraufhin, eine Rund-um-die-Uhr-Wache zu installieren. Zahlreiche (ehemalige) Bergleute meldeten sich dazu freiwillig – und das fand in der Bevölkerung große Aufmerksamkeit.

Um den Besuchern mehr als nur Informationen und einen Blick auf einen Ballon weit oben am Himmel zu bieten, stellten die Zwillinge Hermann und Claus Wedemeyer Ausstellungsstücke aus ihrer umfangreichen privaten Sammlung von Bergbau-Utensilien im IGBCE-Heim aus. Das Mini-Museum sollte nur kurze Zeit zu besichtigen sein – doch nicht zuletzt Gespräche mit Bürgermeister Roland Schäfer zeigten, dass durchaus auch eine Dauerstellung denkbar wäre.

Noch im selben Jahr zogen die Exponate an die Jahnstraße um – und in den Folgejahren entstand im Keller des Stadtmuseums der Barbara-Stollen. Zuletzt kamen auf dem Außengelände hinter dem Museum noch zahlreiche Großgeräte wie Seilscheibe, Kohlehobel, Grubenbahn und ein Stollenausbau hinzu. Eine Ausstellung, die inzwischen unzählige Besucher, von Einzelpersonen bis zu Schulklassen und Gruppen aus der näheren und weiteren Umgebung anlockt.

Von der ersten Stunde dabei waren neben den Wedemeyers, Null und Mathwig auch Peter Schedalke, Peter Sternberg, Rainer Kerbs, Erich Wahl, Peter Junker und Horst Pojda. Mathwig ist inzwischen verstorben, doch die übrigen Gründungsmitglieder und weitere Weggefährten trafen sich am vergangenen Samstag zum gemeinsamen Essen unter Corona-Bedingungen. Dabei wurde natürlich auf die vergangenen zehn Jahre zurückgeblickt – und so mancher prominenter Besucher aufgezählt.

Die damaligen Vize-Kanzler Sigmar Gabriel, Ministerpräsidentin Hannelore Kraft und SPD-Parteichefin Andrea Nahles waren dabei – und mit dem mobilen Adener Stollen, der auch immer beim 1. Mai als Bühnenbild fungiert, reiste eine Abordnung des Geschichtskreises sogar als NRW-Bergbau-Botschafter nach Berlin, wo sie unter anderem Frank Walther Steinmeier und Klaus Wowereit traf.

Ausruhen auf dem Erreichten kann sich der Geschichtskreis allerdings nicht: Im Zuge des Museumsumbaus muss auch die Bergbau-Ausstellung im Keller, in die unzählige Stunden Arbeit flossen, abgebaut werden. Doch Volker Wagner, Sprecher des Kreises, sieht darin auch eine Chance: „Wir können die Ausstellung neu konzipieren, doppelte Dinge aussortieren und vor allem erklärend aufbauen.“ Denn der Geschichtskreis weiß: Die Kumpel als Zeitzeugen sind endlich. In einigen Jahren wird es niemanden mit eigenem Fachwissen mehr geben, der durch die Ausstellung führen kann. Für diese Zeit muss jetzt alles vorbereitet werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare