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Romantik und Klaumauk unter der Wäscheleine

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Von: Klaus-Dieter Hoffmann

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„Le Waschtag“ eröffnet die diesjährige Reihe „Sommer in Bergkamen“.
Die Akteure vom Nonsenso-Theater paarten Klamauk mit Schauspiel und atemberaubender Artistik. © Klaus-Dieter Hoffmann

Mit einem Theater-Open-Air startete am Samstag das Bergkamener Büro für Stadtmarketing und Tourismus zurück in den „Bergkamener Sommer“, der seinerzeit durch Corona unterbrochen wurde. Für das „Comeback“ wählten Karsten Quabeck und seine Mitarbeiter aus dem Rathaus dieses Mal den Platz vor dem Albert-Schweitzer-Haus in Weddinghofen, der sich auch bei anderer Gelegenheit als veranstaltungstauglich erwiesen hat.

Das Besondere dieses Mal: Es gab das Theater-Open-Air gleich in zwei Schichten, einmal als Nachmittags- und ebenso als Abendvorstellung. In einer Inszenierung von Irene Schwarz entführten die vier Akteure Mario Michalak, Mieke Stoffelen, Kira Paas und Anders Jensen aus dem Nonsenso-Theater das Publikum dabei mit viel französischer Sprachfärbung in eine Zeit, wo die Wäsche noch mit reichlich Handarbeit am Holzzuber gewaschen wurde.

Eine Bühne gab es nicht, stattdessen wurde der große Zuber auf einem Handkarren von den vier Mimen direkt vor das Publikum gezogen, welches nicht ahnen konnte, dass der eine oder andere gleich in das überaus feuchtfröhliche Theatergeschehen mit eingebunden werden sollte. Zur besseren Einstimmung war der Platz zudem mit einigen hundert Metern Wäscheleinen samt flatternder Wäsche dekoriert.

The Speedos unterhält mit Evergreens, Balladen und Schlagern

In dem Waschsalon hatte die gestrenge Madam Waschwasch das Sagen, die darauf achtet, dass ihr Sohnemann Jean eine standesgemäße Frau und nicht etwa die hübsche Hilfskraft Julien mitbekommt. Doch bei viel Klamauk, atemberaubender Artistik und untermalt von französischen Chansons kommen sich die Verliebten immer näher, was sogar zur Überraschung aller in einer royale Hochzeit mündet.

Doch das war längst nicht alles bei diesem Theater-Open-Air. Mit dem Walkingact „The Speedos“ hat das Stadtmarketing eine erstklassige Band engagiert, die mit Kontrabass, Westerngitarre, Saxofon und Schlagzeug Evergreens ebenso perfekt beherrscht wie stimmungsvolle Balladen und die guten alten Schlager. Keine Frage, dass die „Fab Four“ des Swings auch jeden Musikwunsch des Publikums prompt erfüllen.

Eher ein Stiller und Wortkarger ist der Hamburger Scherenschnittkünstler Reinhold Stier, der es am Samstag mit scharfem Blick, ebensolcher Schere und unglaublicher Akribie fertigbrachte, seine Modelle meisterhaft zu porträtieren.

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