Café und Veranstaltungen geplant

Neubau des Stadtmuseums in Bergkamen nimmt Konturen an

Der neue Anbau des Stadtmuseums in Bergkamen ist von außen schon weit fortgeschritten.
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Der neue Anbau des Stadtmuseums in Bergkamen ist von außen schon weit fortgeschritten.

Bergkamen – Wo einst die Römer ihre Anlagen errichteten, baut derzeit die Stadt Bergkamen, damit die Leute, die sich für die Römer, aber auch die heimische Bergbaugeschichte und generell für Kunst interessieren, mehr Platz und ein schickes Ambiente finden. Direkt neben dem Altbau des Stadtmuseums an der Jahnstraße sind seit einigen Monaten die Handwerker fleißig. Der Rohbau steht, die Fenster sind weitgehend eingesetzt, gerade wird der Innenputz an die Wände gespritzt: Maschinell und schnell – da wären die Römer durchaus beeindruckt.

Das ist auch Bergkamens Kulturreferentin Simone Schmidt-Apel, als sie sich den Fortschritt auf der Baustelle anguckt. „Es wird schon wohnlicher“, findet sie bei der Besichtigung. Der Innenputz nehme einen Teil des Baustellencharakters. Wenn alles klappt, wird die Firma vor der Weihnachtspause fertig. Dann kann es direkt im neuen Jahr mit dem Estrich weitergehen. Vielleicht kommt auch das Gerüst bald ab, denn an der Außenfassade fehlten nur noch wenige Dinge. Das erklärt Kai-Uwe Semrau, Techniker des Museums und derzeit Bauaufsicht, weil sein Chef Mark Schrader in Elternzeit ist.

Das Projekt „Neukonzeption des Stadtmuseums“ war Ende 2018 mit einstimmigem Beschluss im Stadtrat auf den Weg gebracht worden und soll in drei Teilen entstehen. Phase eins wächst und gedeiht gerade, Phase zwei, der Altbau, spürt zwar schon die Auswirkungen, muss sich aber noch gedulden. Phase drei, der Museumsvorplatz inklusive Parkplatz, wird im Januar ausgeschrieben und soll dann möglichst zusammen mit dem Neubau fertig werden. Wann genau das sein wird, wollen Schmidt-Apel und Semrau nicht präzisieren, es könnte ja noch viel passieren. Im Jahr 2021 soll aber in jedem Fall eröffnet werden. Für das Projekt sind rund 5,89 Millionen Euro veranschlagt.

Der Ort soll künftig mehr Leute als die reinen Museumsbesucher ansprechen. Vor allem der Neubau mit seinem rund 300 Quadratmetern, dessen Fundament im März gelegt worden ist, wurde so konzipiert. Im Eingangsbereich wird ein lichtdurchflutetes Café mit Außenterrasse zum Verweilen einladen.

Vor der Glasfront des Anbaus soll eine Terrasse für den Café-Betrieb entstehen.

Dahinter bietet der neue multifunktionale Veranstaltungsraum mit eingelassener Bühne und moderner Technik bei 3,80 Meter Deckenhöhe bis zu 100 Plätze mit einwandfreier Sicht. Das sind 20 mehr als bislang. Und: „Das Ambiente wird besser sein“, verspricht Schmidt-Apel und lässt ihrer Vorfreude freien Lauf: „Das ist eine schöne Größe. Das wird viel einladender. Dort können wir zeitgemäße kulturelle Angebote präsentieren.“ Kabarett und Kleinkunst soll es dort geben. Filme zu Ausstellungen könnten gezeigt werden. Auch Museumsexterne können den Raum mieten, wenn auch nicht gerade für Geburtstagsfeiern.

Für Schmidt-Apel und Semrau ist ein Clou des Gesamtgebäudes der Übergang von Alt- zu Neubau, wo künftig die Galerie ihren Platz finden wird. Der Raum wird vom Café, vom Veranstaltungsraum und vom eigentlichen Museum zugänglich sein. „Hier kann die Kunst schön im Vorbeigehen wahrgenommen werden“, meint die Kulturreferentin.

Damit alles so schick wird, wie gewünscht, wird derzeit an der Inneneinrichtung, Möbeln und Ähnlichem gefeilt. Das Museum mit seinem Café soll ein Treffpunkt für die Bergkamener werden, wenn das nach Corona wieder erlaubt ist.

Pandemie legt Museumsbetrieb lahm

Die Pandemie hat zwar nicht die Bauarbeiten, aber doch den Museumsbetrieb lahmgelegt. Nach dem Frühjahrs-Lockdown sind im Altbau wieder keine Gäste erlaubt. In der Zwischenzeit wurde nur eine Ausstellung gezeigt. Jetzt wäre eigentlich der Kölner Künstler Dirk Schmidt mit Neuinterpretationen der klassischen Wanderlust-Bilder zu sehen. Vielleicht könne das nachgeholt werden, hofft Schmidt-Apel. Am 24. Januar sollen die „Blumenmänner“ des in Bergkamen geborenen Malers Stephan Geisler gezeigt werden. So ist zumindest der Plan. An Konzepten werde gearbeitet.

Die Zeit jetzt werde für Neukonzeptionen der Dauerausstellung genutzt. „Arbeit ist immer genug“, sagt Simone Schmidt-Apel, denn auch im Altbau wird sich einiges ändern, was neue Möglichkeiten schafft. Nicht nur die Galerie zieht um. Der Außenaufzug wird in ein neues Innentreppenhaus integriert, um die Barrierefreiheit zu erhöhen. Der Eingang wird nicht mehr benötigt und kann anderweitig genutzt werden. Vor allen Dingen wird aber die Fassade saniert, gedämmt und mit neuen Fenstern versehen, was einen großen Teil der Kosten ausmacht. Wie alles genau aussehen wird, lässt sich erst sagen, wenn die Ausschreibung vergeben ist. Bis dahin wird jedoch noch einige Zeit vergehen.

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