Beschluss des Stadtrats

Damit Fördergelder fließen können: Eissporthalle wird wieder städtisch

Die Eissporthalle am Häupenweg in Bergkamen-Weddinghofen steht kurz vor der Saisoneröffnung. Der Stadtrat hat den Plänen zugestimmt, die Einrichtung von den Gemeinschaftsstadtwerken zu übernehmen.

Bergkamen – Die Stadt Bergkamen übernimmt wieder die Eissporthalle am Häupenweg. Der Schritt dient dem erklärten Ziel, Finanzmittel aus der Sportförderung zur Instandhaltung der Einrichtung zu generieren, die unter dem Betreiber Dr. Martin Brodde am Freitag in die neue Eislauf-Saison startet.

Die Übernahme hat der Stadtrat jüngst in nichtöffentlicher Sitzung beschlossen.

Die Stadt hatte die Eishalle in den 1990er-Jahren zusammen mit weiteren Freizeiteinrichtungen den neu gegründeten Gemeinschaftsstadtwerken (GSW) übertragen. Um Fördergelder von Bund und Land zu erhalten, muss sie aber Eigentümerin der Immobilie sein. Jetzt liegt das politische Okay zur Rück-Übernahme des Erbpachtvertrags vor. Geld fließe im Zuge des Besitzerwechsels nicht, sagt Bergkamens Beigeordnete Christine Busch.

„Wir schreiben knapp schwarze Zahlen“

Schon jetzt unterstützt die Stadt die „Spiele und Eissport Gesellschaft UG“ in Münster, hinter der Brodde steht, nach eigenem Bekunden mit einem Geldbetrag in Höhe von 65.000 Euro jährlich. Dies ermögliche, dass man in das Gebäude investieren und dabei „knapp schwarze Zahlen“ schreiben könne, berichtet der Betreiber. Weitere Investitionen seien gleichwohl nötig – auch, damit die Halle verstärkt im Sommer genutzt werden könne.

Eissportfan Brodde hatte den Betrieb der Halle Mitte 2017 übernommen – in der Hoffnung, ihre Attraktivität steigern und sie nebenberuflich verlustfrei betreiben zu können. Das scheint offenbar zu gelingen. Die Übernahme der Immobilie durch die Stadt begrüßt der Betreiber. Er sei im ständigen Austausch mit der Verwaltung – und unter den gegebenen Voraussetzungen willens, den im Jahr 2022 auslaufenden Pachtvertrag „auf jeden Fall“ zu verlängern.

„Es gibt weiterhin langfristigen Sanierungsbedarf“

Eine weitere Zusammenarbeit schwebt laut Busch auch der Stadt vor – damit das Angebot erhalten bleibt und nicht zuletzt zur Stärkung des gesamtem Freizeitzentrums mit Wellenbad, Tennisplätzen und mehr.

Zwar wurde in den zurückliegenden drei Jahren schon viel Geld etwa in die Umgestaltung des Eingangs- und Gastronomiebereichs sowie in die technischen Anlagen und Gerätschaften gesteckt. „Es gibt aber weiterhin langfristigen Sanierungsbedarf“, sagt Busch und nennt das Beispiel Umkleiden. Mit welchen Kosten zu rechnen sei, könne aktuell nicht beziffert werden. Auch gebe es noch keinen Zeitplan für weitere bauliche Maßnahmen.

Sichtbar ist unterdessen, dass die schadhafte Zwischendecke der im Januar 1981 eröffneten Eissporthalle verschwunden ist. Sie wurde komplett demontiert, nachdem einzelne Platten heruntergefallen waren. Die Halle wirkt nun deutlich größer, auf eine Decke kann auf Dauer aber vor allem aus energetischen Gründen nicht verzichtet werden. Auch das Dach selbst müsste energetisch saniert werden, betont Busch. Zudem sei der Schallschutz ein Thema. Nach abendlichen Disco-Nächten etwa habe es teils Beschwerden aus der benachbarten Siedlung gegeben.

Sommernutzung, aber „keine Festhalle“

Die Lärmentwicklung lief auch früheren Ideen zuwider, wonach sommertags eine Kart-Bahn in der Halle eingerichtet werden könnte. Zu den aktuellen Ideen für die Monate ohne Eis gehören Freizeitaktivitäten wie etwa Rollschuhfahren. „Eine Festhalle, in der große Partys oder Konzerte stattfinden, ist nicht geplant“, sagt Busch.

Brodde berichtet, dass er sich etwa auch Berufsmessen oder Ähnliches unterm Hallendach vorstellen kann. In der neuen Wintersaison, seiner nunmehr vierten in Bergkamen, erwarte die Besucher jedenfalls wieder Neues. So hänge jetzt etwa eine große LED-Wand im Gebäude, auf der zum Beispiel Videos abgespielt werden können.

Klar ist, dass sich Bergkamens Freizeitsportler, die Schüler sowie die Eissportvereine in der Umgebung bereits sehnsüchtig auf die Öffnung der Halle freuen – nach sechs Monaten Eispause und vielen schwülwarmen Tagen.

Mit Maske in die Halle, ohne aufs Eis

Hallenbetreiber Dr. Martin Brodde geht davon aus, dass die Besucherzahlen in der kommenden Saison wegen der Corona-Pandemie zurückgehen. Zwar sei es Stand heute behördlich erlaubt, dass bis zu 250 Gäste gleichzeitig auf dem Eis stünden. Bei größeren Events wie Halloween oder den Eisnächten seien zuletzt aber stets deutlich mehr Gäste gezählt worden. Die Halle darf laut dem Hygienekonzept nur mit Mund-Nasen-Bedeckung betreten werden. Auf dem Eis kann der Schutz abgenommen werden – „das ist dann aber nicht zwingend vorgeschrieben“, appelliert Brodde, die Gefahr einer möglichen Ansteckung mit dem Virus ernst zu nehmen.

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