„Dat Trömmelje“ bleibt stumm

Couch statt Umzug: Der traurige Rosenmontag der Karnevalisten

Rosenmontag war Jutta Keding (tanzend mit Prinz Detlef I.) immer beim Umzug auf der Straße.
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Rosenmontag war Jutta Keding (tanzend mit Prinz Detlef I.) immer beim Umzug auf der Straße.

Couch statt Kamelle. Die tollen Tage fallen coronabedingt in diesem Jahr aus, doch was machen die Jecken mit ihrer ungewollt freien Zeit. Wir haben nachgefragt bei Jutta Keding, die als Vorsitzende der KG Rot-Gold Bergkamen den Karneval seit Jahren lebt.

Bergkamen – Normalerweise marschiert Keding mit ihren Vereinskollegen an Rosenmontag über die Werner Straßen. Am dortigen Umzug nimmt die KG Rot-Gold mit eigenem Wagen und Fußgruppe teil. Und 2021? „Ich gucke gleich mal, was an Karneval im Fernsehen kommt“, sagt sie traurig um kurz nach 11.11 Uhr. „Es fehlt“, sagt die über den Ausfall der Narrenzeit.

Seit wann sie bereits schon in Werne und seit einigen Jahren auch samstags beim Umzug in Selm mitmacht, weiß Keding gar nicht mehr. „Ganz, ganz lange schon. Seitdem es die Umzüge gibt.“ Den Platz auf dem Wagen überlässt sie meist anderen: „Ich bin jemand, der mit den Kindern hinterherläuft“, erzählt sie.

Die tollen Tage sind sonst stets ausgebucht

Die tollen Tage waren bei ihr eigentlich immer ausgebucht. Neben den Umzügen gehören auch die Gala- und die Kindersitzungen zu den festen Terminen der Bergkamener Karnevalsgesellschaft. Und auch Weiberfastnacht ist Keding mit ihrer Gruppe stets unterwegs gewesen. Meist im Wechsel in der näheren Umgebung oder mal nach Datteln oder Erkenschwick, seltener in den Hochburgen des Rheinlands. Bei Veranstaltungen befreundeter Vereine wurde dann ausgiebig gefeiert. Viele Vereinsmitglieder nehmen sich für die fünfte Jahreszeit Urlaub. Diesmal ist aufgrund der Coronaverordnungen und der Kontaktbeschränkungen überall tote Hose, manch einer sitzt nun wie Keding traurig zu Hause.

Die Rot-Goldenen versuchen über die digitalen Medien, in Kontakt zu bleiben. Das Training der Tanzgruppen läuft – so gut das eben geht – per Zoom.

Karnevalhits im Auto

„Es fühlt sich gar nicht wie Karneval an“, sagt Keding traurig mit Aschermittwochsstimme. Die Hoffnung ruht auf der nächsten Session ab dem 11. November. Bis Mittwoch muss aber ein wenig „Jeck“ doch sein. Deshalb läuft in ihrem Wagen seit einigen Tagen Stimmungsmusik; das sorgt für gute Laune. Auch die „genialen Aktionen“ von anderen Vereinen mit Umzügen im Spielzeugformat hat sie sich begeistert angeschaut. Und im Auto und der eigenen Wohnung ist Mitsingen und Mitschunkeln ja jederzeit erlaubt.

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