Neuer Tag, neue Regeln

Coronavirus im Kreis Unna: Mehr Kontrollen durch Polizei und Ordnungsamt

+
So vieles ist verboten in Zeiten des Coronavirus.

Neuer Tag, neue Regeln: In Zeiten des Coronavirus sollte man eigentlich zuhause bleiben. Doch das Ordnungsamt und die Polizei hatten einiges zu tun.

Bergkamen/Bönen/Werne - Die meisten haben es verstanden. Viele Plätze und Straßen in Werne und Bergkamen waren am Wochenende menschenleer. Trotzdem waren Einsatzkräfte der Polizei und Mitarbeiter der Ordnungsämter im Kreis Unna häufiger gefordert, als ihnen lieb sein konnte.

„Es gibt eine große Unsicherheit bei den Bürgern“, sagte am Sonntag ein Sprecher der Kreispolizei zur aktuellen Lage, in der die Verhaltensregeln für die Menschen fast täglich neu gefasst werden. Die neue Verordnung des Landes soll ab heute mehr Sicherheit geben, was noch erlaubt ist und was nicht. Klar ist auch: Mit ihr wird das öffentliche Leben im Kreis Unna weiter eingeschränkt. Denn nun gibt es das Kontaktverbot. Wir beleuchten die wichtigsten Fragen:

Wie fällt die Wochenend-Bilanz der Polizei im Kreis Unna aus? 

Gemeinsam mit Kollegen der kommunalen Ordnungsämter kontrollierte die Polizei stichprobenartig, ob die Bürger alles taten, um die Infektionskette des Coronavirus zu unterbrechen. Sprich: ob sie so gut es geht zu Hause bleiben, sich an die Abstandsgebote halten und auf Treffen in Gruppen verzichten. 

Weitgehend hielten sich die Menschen zwar an die entsprechende Aufforderung, die die Bürgermeister sowie Landrat Michael Makiolla mehrfach an die Bürger gerichtet hatten. Indes: Mit den Unbelehrbaren hatten die Einsatzkräfte allerhand zu tun. „Das allgemeine Verständnis fehlt. Es ist noch nicht bei allen angekommen“, sagte ein Polizeisprecher. Konkrete Zahlen mochte die Leitstelle gestern noch nicht nennen. 

Doch „flächendeckend“ sei es im Kreis Unna immer wieder zu Einsätzen gekommen. Die Gründe waren unterschiedlich: Streitigkeiten im Supermarkt, Treffen in Gruppen, Familien auf Spielplätzen. Immerhin: Am Sonntag sei das Verhalten der Menschen da schon wesentlich lobenswerter gewesen.

Wie beurteilen die Verantwortlichen der Kommunen das Verhalten der Bürger? 

Wernes Dezernent Frank Gründken zog ein positives Fazit für seine Stadt: Hier sei es am Wochenende weitestgehend friedlich zugegangen. In Bergkamen mussten laut Bürgermeister Roland Schäfer zwar einige Gruppen gemeldet und von Polizei und Ordnungsamt getrennt werden. Insgesamt aber sei in beiden Orten der Großteil der Bürger „sehr verständnisvoll“ mit der schwierigen Situation umgegangen.

Wann werden die neuen landesweiten Maßnahmen vor Ort umgesetzt? 

Die Krisenstäbe der einzelnen Kommunen tagen am heutigen Montag, um die konkrete Umsetzung zu beschließen.

Wie reagieren die lokalen Verantwortlichen auf die neuen Regelungen? 

Ein Kernpunkt: Alle Ansammlungen ab drei Personen in der Öffentlichkeit sind nun verboten (Ausnahmen: Familien sowie in einem Haushalt lebende Personen). Polizei und Ordnungsamt können nun bei Missachten nicht mehr nur an das Verständnis der Betroffenen appellieren, sondern auch Strafen verhängen. Die Verantwortlichen in den Kreis-Kommunen begrüßen diese Vorgaben. 

Unter anderem sei diese Regelung besser zu kontrollieren als etwa die Ausgangsbeschränkung in Bayern, wie Wernes Dezernent Frank Gründken betonte. „Eine Ausgangsbeschränkung mit zig Ausnahmen wäre nur schwer durchsetzbar.“ Für die zusätzlichen Kontrollen haben beide Stadtverwaltungen die Zahl der Mitarbeiter für den Außendienst aufgerüstet. 

-Bergkamen: Laut Bürgermeister Roland Schäfer haben sich in Bergkamen 25 weitere Mitarbeiter bereit erklärt, den Außendienst zu verstärken.

 -Werne: In Werne hatten bereits Mitte der vergangenen Woche zehn weitere Verwaltungsmitarbeiter ihre Bereitschaft signalisiert, beim Ordnungsamt auszuhelfen.

Außer-Haus-Verkauf 

Alle Restaurants und Gaststätten im Kreis Unna sind bis zum 19. April geschlossen. Sie dürfen jedoch Speisen ausliefern und einen Außer-Haus-Verkauf anbieten. Ebenfalls schließen müssen alle Frisöre, Massagesalons und Tattoo-Studios.

Das könnte Sie auch interessieren

Auch interessant

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare