Leere Becken: Das passiert in den Schwimmbädern während der Corona-Auszeit

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Marcus Müller von den Gemeinschaftsstadtwerken steht am Beckenrand des leeren Schwimmbades in Bönen. Um Kosten zu sparen, wurde die Temperatur in den vergangenen Wochen heruntergefahren.

Bönen/Bergkamen – Im Hallenbad Bahnen ziehen, im Freibad auf der Wiese liegen oder sich im Wellenbad in die Fluten stürzen: Aktuell ist das aber aufgrund der Corona-Krise undenkbar. In den Hallenbädern ist es ungewohnt still, der Beginn der Freibadsaison steht in den Sternen.

„Wir haben sämtliche Anlagen mit kleinen Beckenkreisläufen geleert und abgeschaltet, zum Beispiel das Kinderbecken in Bönen oder das kleine Becken im Hallenbad in Bergkamen“, erzählt Marcus Müller, Centerleiter bei den Gemeinschaftsstadtwerken (GSW). In den großen Becken befinde sich nach wie vor Wasser. 

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„Wir haben dort aber die Temperatur abgedreht und setzen ganz wenig Chemie ein, um die Betriebskosten möglichst runterzufahren“, sagt Müller. Dafür haben die Mitarbeiter in den ersten beiden Wochen nach Verkündigung der Schließung der Hallenbäder gesorgt, erzählt Müller. 

Seit dem 1. April sind diese in Kurzarbeit. Lediglich eine geringe Anzahl an Stunden sei für die Kontrolle der Technik eingeplant, die von zwei Personen durchgeführt werde. 

Bäder sind vorbereitet

„Wir müssen auch die Legionellenprophylaxe durchziehen und die Leitungen spülen, damit sich kein Wasserstillstand bildet, weil ansonsten die Legionellengefahr recht groß wäre“, erklärt Müller. Wann die Bäder wieder öffnen dürfen, ist zwar noch nicht klar, vorbereitet sind die Freizeiteinrichtungen in Bergkamen und Bönen jedoch ganz gut. „Dadurch, dass die Technik läuft und wir sie kontrollieren, kann man diese wieder relativ gut hochfahren“, sagt Müller. Auch die Becken, die aktuell leerstehen, würden dann wieder gefüllt und die Temperaturen höhergestellt. 

Auch der Wellnessbereich ist derzeit verwaist. Wann die Bäder wieder öffnen können, ist unklar.

„Die Lufttemperatur ist immer an die Wassertemperatur gekoppelt. In Bönen regelt sich das von alleine, in den älteren Bädern in Bergkamen und Kamen muss man noch mit der Hand justieren“, sagt der Centerleiter. Das kriege man jedoch gut in ein paar Tagen für die Hallenbäder hin. 

Am 1. Mai hätten die Freibäder starten können

Das gilt auch für die Freibäder in Bergkamen und Kamen: „Wir waren mit unseren Vorbereitungen so weit, dass wir am 1. Mai hätten öffnen können“, berichtet Müller. Die Arbeiten dort seien jedoch komplett gestoppt worden. Das handhabe aber jedes Freibad anders, wie Müller erklärt. Während die einen ihre Freibäder schon sommerfertig machen, wollen Müller und seine Kollegen erst mal abwarten. 

„Dadurch, dass wir die Arbeiten aber schon am Laufen hatten, werden wir zumindest nicht bei Null mit der Vorbereitung und Reinigung anfangen.“ Im Bereich Desinfektion seien die Bäder gut aufgestellt. Es sei ohnehin so, dass dort viel Wert auf Hygiene gelegt wird, berichtet Müller. 

„Zu Beginn der Corona-Zeit haben wir zum Beispiel zusätzlich Desinfektionsmittelspender in den Eingangsbereichen montiert. Bevor wir schließen mussten, haben wir beispielsweise auch Türgriffe und Griffflächen zwei bis drei Mal am Tag zusätzlich desinfiziert“, so Müller. Jetzt heißt es erst einmal abwarten, bis die Anlagen wieder die Türen für die Besucher aufsperren dürfen . „Wir sind sehr daran interessiert, die Bäder zu öffnen. Die Politik müsste sich Gedanken machen über den sozialen Aspekt von Freibädern, vor allem, wenn keine Urlaubsfahrten gemacht werden dürfen“, betont der Centerleiter.

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