Keine Unterhaltung für die Nachbarn - Polizei stoppt Balkon-Party in Bergkamen

+
Sogar ein Lichtjockey sollte für Stimmung sorgen.

Es war alles vorbereitet, am Ende gab es keine Unterhaltung für die Nachbarn: Die Polizei stoppte eine Balkon-Party in Bergkamen. Corona sei nicht der Grund gewesen.

Bergkamen – Die Boxen waren schon aufgebaut, die ersten Songs bereits erklungen. Doch dann griff die Polizei ein und sorgte dafür, dass DJ FAMTASTI aka Michael Bauer auf dem Balkon seiner Wohnung den Stecker seines Mischpults ziehen und seine Nachbarn enttäuscht zurücklassen musste. Eine der Balkonpartys, wie sie in vielen Videos im Internet gerade viral gehen, klappte am Samstag in Bergkamen nicht.

Wie in Dortmund und anderen Städten schon geschehen wollte Bauer die Bewohner seiner Nachbarschaft an der Berliner Straße in Weddinghofen am Samstagabend mit Partymusik den Abend verschönern. 

Von 18 bis 22 Uhr – um die Nachtruhe einzuhalten – hatte der Geschäftsführer der Firma WU-Events einen breiten Mix aus Hits aus den 80ern und 90er, den Top 100, aus dem Schlager und ein bisschen elektronische Musik zusammengestellt. Selbst ein Lichtjockey war mit dabei. „Für die Nachbarn wäre das gut zu hören gewesen, eine Straße weiter schon nicht mehr“, sagte Bauer.

Keine Genehmigung der Stadt

Akribisch hatte sich der DJ vorbereitet, hatte sich in der Nachbarschaft umgehört, was die Menschen über seine Idee dachten, hatte Flyer in den Briefkästen verteilt. „Wir halten uns an die Spielregeln“, wollte Bauer schon im Vorfeld vermitteln. Doch eben weil er das Ganze offiziell gemacht und selbst die Polizei befragt hatte, platzte die Sache. Den Antrag auf Genehmigung der Veranstaltung genehmigte die Stadt Bergkamen nicht.

Von seinem Balkon aus wollte Michael Bauer die Nachbarn unterhalten.

„Der Veranstalter konnte nicht gewährleisten, dass sich keine Menschen auf dem Grundstück versammeln“, erklärte Christine Busch, die Beigeordnete der Stadt: „Das hätte komplett dem widersprochen, was wir seit sechs Wochen durch die Maßnahmen erreichen wollen.“ Bauer zeigte dafür Verständnis, war aber natürlich enttäuscht. 

Unmut über Polizei

Denn eigentlich wollte er mit seinem Antrag auf der sicheren Seite sein. „Schade“, befand er, zumal er viel Zustimmung von den Nachbarn erhalten hatte, von denen einige auch ihren Unmut über das Anrücken der Polizei verkündeten. 

Bauer erklärte, er hätte letztlich nicht wegen Corona, sondern aufgrund der Beschallung Schluss machen müssen. Die Anwohner mussten sich also wieder in der Wohnung die eigene Musik anmachen, doch vielleicht kommen sie ja doch noch einmal in den Genuss einer Balkonparty. „Wenn es von der Polizei grünes Licht gibt, bin ich gerne bereit, das wieder zu machen“, erklärte Bauer.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare