Coronavirus in Bergkamen: Alle Veranstaltungen verboten

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Die Schulhöfe, wie hier am Städtischen Gymnasium, bleiben ab Montag verwaist. Es wird nur noch vereinzelt Betreuungsgruppen geben.

Bergkamen – Die Stadt Bergkamen hat sich am Wochenende angesichts des sich ausbreitenden Coronavirus zu weiteren drastischen Maßnahmen entschlossen. Alle Veranstaltungen sind unabhängig von der Teilnehmerzahl untersagt.

„Das gilt sowohl für öffentliche als auch für private Veranstaltungen“, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt. Betroffen von der Verfügung sind Kultur-, Sport- und sonstige Freizeitveranstaltungen, Messen und Kongresse und Tanzveranstaltungen aller Art. So fand auch der große Trödelmarkt auf dem Poco-Parkplatz in Rünthe am Sonntag nicht statt. Am Sonntagabend folgte der Beschluss der Landesregierung, fast alle Freizeitaktivitäten in NRW einzustellen.

Auf Nachfrage erklärte Bürgermeister Roland Schäfer, dass Gottesdienste von dem Veranstaltungsverbot ausgenommen sind. „Nach unserer bisherigen Interpretation der Erlasse des Landes Nordrhein-Westfalen sind Gottesdienste nicht betroffen“, erklärte Schäfer. Auch Hochzeiten, Taufen oder Beerdigungen dürfen gefeiert werden. 

Nur noch ein Drittel der Gottesdienstbesucher

Am Sonntag fanden in den Bergkamener Kirchen daher die Gottesdienste auch normal statt. „In Sankt Elisabeth war etwa nur ein Drittel der sonstigen Kirchenbesucher da“, sagte Pastor Thorsten Neudenberger von der katholischen Pfarrei Heilig Geist. „Eine gewisse Verunsicherung ist offenbar da“. Am Dienstag wollen die Gremien der Kirchengemeinde beraten, ob Gottesdienste weiter stattfinden sollen. „Ich gehe momentan davon aus, dass wir ab Mittwoch keine öffentlichen Gottesdienste mehr feiern“, erklärte Neudenberger, „unser Hauptaugenmerk muss die Gesundheit sein und in einer Kirche ist man nun einmal sehr eng zusammen.“ 

Auf jeden Fall geschlossen bleiben städtischen Einrichtungen, also alle Sporthallen, die Jugendheime, die Anlaufstelle Streetwork, den Treffpunkt, die Stadtbibliothek, das Stadtmuseum, die Kunstgalerie Sohle 1 sowie alle Angebote der Musikschule, der Jugendkunstschule sowie der Volkshochschule. Auch die Schwimmbäder der GSW öffnen nicht. 

Nur spärlich besetzt waren die Reihen am Sonntag bei der Messe in Sankt Elisabeth.

Die Sprechzeiten des Rathauses sollen zunächst unverändert bleiben. Die Stadt bittet die Bürger aber noch einmal, das Rathaus nur in unaufschiebbaren Angelegenheiten aufzusuchen. Die Schulen sind heute und morgen nur noch zu Betreuungszwecken geöffnet und bleiben ab Mittwoch geschlossen. Die Freiherr-von-Ketteler-Grundschule in Rünthe kündigte an, ab Dienstag auf der Internetseite der Schule Aufgabenblätter bereitzustellen, die von den Schülern zu Hause bearbeitet werden können. 

Beratung über Ausschussitzungen

Eltern, die in wichtigen Schlüsselpositionen arbeiten, also zum Beispiel als Arzt, Krankenpfleger oder bei der Feuerwehr, können ihre Kinder weiterhin betreuen lassen. Die Tätigkeit muss durch eine Bescheinigung des Arbeitgebers nachgewiesen werden. Ein entsprechender Vordruck für diesen Nachweis wird auf der städtischen Homepage www.bergkamen.de bereit gestellt. Nicht erwerbstätige Erziehungsberechtigte haben ab Montag generell keinen Anspruch mehr auf eine Betreuung für ihre Kinder in der Kindertagesstätte oder in der Kindertagespflege. 

Bürgermeister Roland Schäfer kündigte an, am Montag die Fraktionsvorsitzenden zu einem Gespräch einzuladen. Dabei soll geklärt werden, wie mit den anstehenden Rats- und Ausschusssitzungen umzugehen ist. Bereits jetzt steht fest, dass die Besuche der Ortsvorsteher zu Alters- und Ehejubiläen mit Rücksicht auf diese Risikogruppe nicht durchgeführt werden. 

Auch der Kreis Unna weitet seine Maßnahmen aus Sicherheitsgründen aus. Die Kreisverwaltung kündigte an, alle Dienst- und Nebenstellen ab Mittwoch für den gesamten Publikumsverkehr zu schließen. Anliegen würden nur noch telefonisch und per E-Mail von den Mitarbeitern bearbeitet. Heute soll entschieden werden, ob Dienstleistungen wie etwa die KFZ-Zulassung oder die Erteilung von Aufenthaltstiteln nach Terminabsprache noch abgewickelt werden können. In Alten- und Pflegeheimen ist nur noch ein Besucher pro Tag und pro Bewohner für maximal eine Stunde zugelassen.

Alle Informationen zum Coronavirus im Kreis Unna finden Sie in unserem Ticker. 

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