Stammzellentherapie letzte Hoffnung

"Christiane braucht dich" - Bergkamenerin kämpft gegen Blutkrebs - So kann man ihr helfen

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Christiane Stützer mit ihren Lieben: Ehemann, zwei große Kinder und zwei Kleine Hunde sind ihr ein und alles. Familie und Freunde unterstützen sie in der Krankheit und Spendersuche mit der DKMS.

Bergkamen - "Christiane braucht dich!" Das ist der eindringliche Appell, einer 53-jährigen Bergkamenerin das Leben zu retten.

Bergkamen - Hilfsbereite Menschen, damit ist Bergkamen durchaus gesegnet. Drei Mal schon haben in den vergangenen sieben Jahren etliche Freiwillige in Aktionen für eine lebensrettende Stammzellenspende bewiesen, dass sie das Herz am rechten Fleck tragen. Jetzt kommt es gerade wieder darauf an, aber auch hier ist durch Corona alles anders als sonst.

Online-Registrierung statt der üblichen Aktionen

Die Solidarität der Stadtgesellschaft ist in einem weiteren Fall gefragt: Christiane Stützer (53) aus Bergkamen hofft, mit Spenderhilfe ihre Blutkrebserkrankung überstehen zu können. Öffentlichkeitswirksame Typisierungsaktionen, wie sie zuletzt mit Hilfe von Sportvereinen, Rotem Kreuz, Feuerwehr und anderen weite Kreise gezogen haben, sind wegen der Coronapandemie zu riskant.

Aber weiter gilt: Jede/r kann helfen, wenn er oder sie 17 bis 55 Jahre jung ist. Das Gebot dieser Tage, „#wirbleibenzuhause“, können die Unterstützer der DKMS, eine gemeinnützige GmbH zur Förderung von Stammzellentherapie bei Leukämiepatienten, getrost weiter beherzigen. Statt der Turnhallen in Rünthe oder Overberge, wie bei den Aufrufen zuvor, nutzt die Organisation zur Registrierung potenzieller Spender die größte Halle der Welt: das Internet. 

Abstrich zu Hause vornehmen und einschicken

Über eine Online-Registrierung können Freiwillige das Testset für den Wangenabstrich nach Hause bestellen. Die Speichelprobe wird anschließend im Labor auf spezifische Merkmale untersucht, wie es auch bei einer Massentypisierung passieren würde, um einen passenden Spender für eine Stammzellenübertragung zu finden. Aus der Familie von Christiane Stützer kommt dafür niemand in Frage, wie die DKMS mitteilt.

Sie könne nur überleben, wenn es irgendwo auf der Welt einen Menschen mit nahezu gleichen Gewebemerkmalen gibt, der zur Stammzellspende bereit ist. „Bitte lasst euch als potenzielle Stammzellenspender registrieren. Es tut nicht weh, geht ganz schnell und ihr helft damit unzähligen Menschen. Diese Krankheit kann jeden treffen“, appelliert die 53-Jährige. Gut möglich, dass bei diesem Anlass ein Spender nicht für sie, sondern einen anderen, dem Tod geweihten Menschen gefunden wird. 

Schockdiagnose Leukämie erschüttert Familie 

Mit Unterstützung der Familie, von Freunden und der DKMS hat die Bergkamenerin den Schritt in die Öffentlichkeit gewagt. Auf dem Flugblatt zur Aktion stellt sie sich vor: „Ich bin Christiane, 53 Jahre alt, seit über 25 Jahren sehr glücklich verheiratet und habe zwei wundervolle Kinder und zwei bezaubernde Retromöpse.

Zusammenhalt in guten wie in schlechten Zeiten, das ist immer unsere Devise gewesen. Vor einigen Wochen war die Welt noch in Ordnung, dann kam die Schockdiagnose: ,Aggressive Form der Leukämie (AML), lebensbedrohlich!‘“ Da „brach alles von jetzt auf gleich wie ein Kartenhaus zusammen. Für mich und auch für meine Liebsten“, berichtet Stützer weiter. 

DKMS bittet um Mithilfe, Spenden und Werbung

Um Patienten wie sie weiterhin bei der Vermittlung eines passenden Stammzellspenders unterstützen zu können, ruft die DKMS dazu auf, sich online registrieren zu lassen. Unterwww.dkms.de/christiane-braucht-dich können Hilfsbereite das Registrierungsset bestellen. Bis gestern Mittag lagen schon 82 Anforderungen vor. Die DKMS bittet zudem, den Link möglichst auf Onlinekanälen zu teilen oder anderweitig auf die Aktion aufmerksam zu machen. Denn auf die klassischen Kampagnen mit örtlichen Multiplikatoren muss der DKMS in Coronazeiten verzichten.

Rünther und Overberger schon mehrfach engagiert

Dabei konnten sich bei den vorherigen Aufrufen die Zahlen durchaus sehen lassen. 2013 haben sich bei der Aktion für den damals sechsjährigen Dwayne 1 614 Personen registrieren lassen, davon haben neun tatsächlich Stammzellen gespendet für einen an Blutkrebs erkrankten Menschen. 2015 haben sich bei der Aktion für Annika 650 Personen registrieren lassen und sechs tatsächlich gespendet. In der Aktion für den Rünther Marco Füllenbach haben sich 599 Personen registrieren lassen, hier ist bislang noch kein Stammzellspender hervorgegangen.

Spendenkonto

Jede Neuaufnahme kostet 35 Euro, daher sind Geldspenden willkommen: DKMS-Spendenkonto: DE64 6415 0020 0000 2555 56; Verwendungszweck: LPS 218

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