Keine Aufnahme in Lünen oder Kamen

Corona-Patienten aus Bönen und Bergkamen kommen in Dortmunder Krankenhaus

Knappschaftskrankenhaus Dortmund Klinikum Westfalen
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Das Knappschaftskrankenhaus in Dortmund gehört zum Klinikum Westfalen.

Wer aus Bönen und Bergkamen schwer am Coronavirus erkrankt und im Krankenhaus behandelt werden muss, wird nicht in den Kliniken des Kreises Unna behandelt. Das verfälscht eine Statistik des Kreises.

Kreis Unna – Die vom Kreis Unna gemeldeten Zahlen der Covid-19-Patienten, die im Krankenhaus behandelt werden, geben keinen klaren Überblick darüber, wie viele Bewohner des Kreises tatsächlich in stationärer Behandlung sind: Patienten aus Bönen, Bergkamen, Kamen und Lünen werden im Knappschaftskrankenhaus in Dortmund-Brackel behandelt und tauchen demnach nicht in der Kreis-Statistik auf.

Wie berichtet, ist die Behandlung in Dortmund durch eine Absprache zwischen den Krankenhäusern und den Gesundheitsämtern geregelt. Auch mit dem vom Kreis koordinierten Rettungsdienst ist besprochen, dass die Patienten in das Knappschaftskrankenhaus nach Brackel kommen.

Knappschaftskrankenhaus gilt als Lungenfachzentrum

Das bildet zusammen mit dem Kamener Hellmig-Krankenhaus, der Klinik am Park in Lünen und dem Knappschaftskrankenhaus Lütgen-dortmund das Klinikum Westfalen. Dessen Pressesprecher Klaus-Peter Wolter erklärt: „Es macht einfach wenig Sinn, in vielen verschiedenen Häusern wenige Covid-19-Patienten zu betreuen.“ Deutlich sinnvoller sei es, die Patienten auf spezialisierten Stationen zu behandeln. „Das Knappschaftskrankenhaus in Dortmund ist ein Lungenfachzentrum“, so Wolter. Es sei darauf ausgerichtet, auch schwerste Verläufe einer Sars-CoV-2-Infektion zu behandeln.

Sollte die Klinik in Dortmund-Brackel an ihre Kapazitätsgrenzen stoßen, sei eine Behandlung aber auch in den Häusern in Kamen oder Lünen möglich.

Dass das Dortmunder Krankenhaus die Corona-Patienten aus dem Kreis Unna nicht an das hiesige Gesundheitsamt meldet, verfälsche die Statistik auf den ersten Blick schon ein wenig, bestätigt Max Rolke, Pressesprecher im Kreishaus. Tatsächlich gehe es in dieser speziellen Statistik aber vorwiegend gar nicht darum, wie viele Einwohner des Kreises wegen einer Corona-Infektion in einem Krankenhaus behandelt werden. Relevant sei in diesem Fall eine andere Zahl. „Die Statistik gibt vielmehr an, wie viele Betten im Kreis Unna mit Covid-Patienten belegt sind“, erklärt der Pressesprecher. Das zeige die Auslastungen der heimischen Krankenhäuser. Mit Blick auf die 23 Patienten, die aktuell (Stand: 22. Oktober, gegen 12 Uhr) in stationärer Behandlung sind, sei die Situation – was die Klinik-Auslastung angeht – derzeit noch relativ entspannt.

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