Corona im Kreis Unna: Rasanter Anstieg der Zahlen - jetzt soll Bundeswehr helfen

Coronavirus - Bundeswehr leistet Hilfe
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Corona: Wie hier auf dem Foto in Niedersachsen soll die Bundeswehr auch im Kreis Unna helfen.

[Update] Der Kreis Unna ist Corona-Risikogebiet. Jetzt hat Landrat Michael Makiolla um Hilfe gebeten - bei der Bundeswehr.

Bönen/Kreis Unna – Mit einem Hilfeersuchen an die Landesverwaltung und die Bundeswehr hofft der Kreis Unna die personellen Ressourcen in der Kontaktverfolgung massiv verstärken zu können, um dem Coronavirus im Kreis Einhalt zu gebieten. Dazu wird das Kreis-Umweltamt kurzfristig nach Bönen umgesiedelt.

Zum 1. November habe sein Haus Büroräume in der Kik-Zentrale im Gewerbegebiet am Mersch angemietet, sagte Landrat Michael Makiolla im Anschluss an seine Video-Konferenz mit Ministerpräsident Armin Laschet, Gesundheitsminister Josef Laumann und Kommunalminsterin Ina Scharrenbach im Kreise der NRW-Landräte und -Oberbürgermeister am Freitagmittag. In der neuen Dringlichkeit der rasanten Verbreitung des Erregers werde diese Frist nicht mehr abgewartet. Das Umweltamt werde seine Etage im Sitz der Gesundheitsbehörde an der Platanenallee in Unna unverzüglich räumen, damit die „Corona-Abteilung“ ausgeweitet werden kann.

„Die Nachverfolgung der Kontakte ist das A und O in der Pandemie-Bekämpfung, um vor die Lage zu kommen“, betonte Makiolla die Prioritäten. Deshalb werde die weichende Abteilung übergangsweise in andere Büros oder ins Homeoffice ausweichen müssen, um die Angelegenheit zu beschleunigen. Auch das sei nicht mal eben im Handumdrehen gemacht. „Ich bitte um Verständnis, dass diese Abteilung ihre Aufgaben zunächst nicht so erfüllen kann, wie gewohnt.“

Diese Ansage gilt im Grunde für eine Reihe von Abteilungen im Kreishaus, seit mit dem Lockdown im Frühjahr mit Vorrang und Verstärkung an der Eindämmung der Pandemie gearbeitet wird. Aus anderen Einheiten und Institutionen samt des Jobcenters hat der Landrat schon rund 60 Verwaltungskräfte herangezogen, um die Gesundheitsbehörde zu verstärken. Die laufe zudem schon so lange am Limit, „dass wir zeitweise Leute nach Hause schicken mussten“, so Makiolla.

Corona im Kreis Unna: Landrat Michael Makiolla fordert Hilfe von Bundeswehr und NRW-Landesverwaltung

Wie Fachdezernent Uwe Hasche ausführte, verfügt diese Organisationseinheit über 130 Mitarbeiter inklusive Veterinärwesen, Lebenmittelkontrolle und Verbraucherschutz. Diese Kapazitäten würden schon größtmöglich für die Kontaktverfolgung und den wachsenden Wust an Dokumentation, Verwaltung der Vorgänge und der Abrechnung der wachsenden Zahl von Coronatests eingesetzt. Auch da bleibe notgedrungen einiges liegen, was nicht eilig ist.

Die Vermittlung und Kostenübernahme von PCR-Tests für Urlauber, die mit dem Beherbergungsverbot anderer Bundesländer zu kämpfen hatten, habe gerade zusätzlich erhebliche Kapazitäten gebunden, so Hasche. „Jetzt werden wir täglich mit Aussteigerkarten geflutet“, berichtete der Dezernent von der kommenden Mammutaufgabe. Mit diesen Dokumenten werden von großen Flughäfen und Bahnhöfen Reiserückkehrer aus Risikogebieten im Ausland gemeldet. Die große Welle dürfte zum kommenden Wochenende mit dem Ende der Herbstferien einsetzen. Hier gilt: Wer zurückkehrt und nicht schon testiert ohne Coronabefund ist, muss in Quarantäne – für zwei Wochen oder bis ein negatives Testergebnis vorliegt.

Um die Mannschaft zu verstärken, hat der Kreis je 15 Mitarbeiter der Bundeswehr und der Landesverwaltung angefordert. „Ministerpräsident Laschet hat in der Konferenz noch einmal angeboten, von der angebotenen personellen Unterstützung Gebrauch zu machen“, berichtete Makiolla weiter. Die Arbeitsbelastung sei weitaus höher als im Frühjahr, „als Schulen und Kitas zeitweise geschlossen waren“, so Hasche. Die Infektionen von Schülern zögen nun Kreise in Klassen oder ganzen Jahrgangsstufen, ähnlich verhalte es sich in Sportvereinen.

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