Corona-Schutz: KVWL bei der Terminvergabe überrannt

280.000 Anrufe in Stunde eins der Impfanmeldung - aber am Ende war einer Rüntherin doch Erfolg beschieden

Die Impfen für die Generation Ü-80 werden ab 15. Februar aufgezogen. Die Terminvergabe ist holprig gestartet.
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Die Impfen für die Generation Ü-80 werden ab 15. Februar aufgezogen. Die Terminvergabe ist holprig gestartet.

280.000 Anrufe in der ersten Stunde: Damit musste Hotline ja überhitzen beim Start der Terminvergabe für die Corona-Impfung bei Menschen ab 80:

Rünthe - Probier’s mal mit Gemütlichkeit: Für Margit Scholz hat sich ihre coole Haltung zum heißen Impfstart der Generation „80+“ noch am Montag ausgezahlt. Mit einer Portion Geduld hat Sohn Lothar der Rüntherin über das Online-Portal der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) nach dem anfänglichen Absturz des Systems einen Termin im Corona-Impfzentrum des Kreises Unna reservieren können.

Mitte Februar gibt’s dort Spritze Nummer eins und gut drei Wochen später die zweite. Das sei schon der Vollständigkeit halber zu unserem Bericht über Tag eins des Anmeldeverfahrens und seiner Tücken erwähnt. Das Beispiel der 82-Jährigen belegt aber auch, was die KVWL-Sprecherin Heike Achtermann am Dienstag in ihrer Bilanz des Auftakts berichtete: Der Start war schwierig, aber später lief es doch einigermaßen.

Kassenärztliche Vereinigung bedauert Panne

„Wir bedauern das“, so Achtermann. „Wir haben schon mit vielen Anfragen gerechnet, aber nicht mit solch einem Ansturm.“ Bis zu 700 Zugriffe in der Sekunde und 2,5 Millionen Aufrufe pro Stunde hätten das Onlinesystem einknicken lassen. Die 280 000 Anrufe allein in der ersten Stunde lassen den Begriff „Hotline“ erst recht als treffend erscheinen.

Aber: „Wir haben immerhin binnen 24 Stunden 200 000 Impftermine gebucht“, hob die Sprecherin hervor. Es würden weiter Termine mit dem Richtmaß von 70 000 Impfen pro Woche vergeben. Da an dem Online-System noch Verbesserungen vorgenommen würden, sei die Seite „www.116117.de“ vorübergehend nur zeitweise erreichbar. Günstiger sei der Weg übers Telefon unter der Nummer 0 800 116117.

Ü-80-Impfung vorerst bis Ostern terminiert

In welcher Zahl die Bürger „Ü 80“ im Kreis Unna mit einem Termin versorgt ist, ließe sich nicht beziffern. Geplant sei aber, Termine für diese erste Gruppe Impflinge bis Ostern, also 4. April, zu vergeben. Bei Bedarf werde die Frist verlängert, so Achtermann. Und bei sinkender Nachfrage werde – in Abhängigkeit zum verfügbaren Impfstoff – abzuwägen sein, ob nach der Priorisierung für den Corona-Schutz die nächste Risikogruppe mit Terminen versorgt werde.

Kein Zweittermin? Die KVWL beruhigt

In Folge der Tücken bei der Premiere ist es wohl vorgekommen, dass teilweise nur die Erstimpfung gebucht werden konnte. In diesen Fällen bestehe aber kein Grund zu Sorge. Achtermann: „Es wird jeder seinen Termin bekommen. Wir reservieren die zweite Impfung gleich mit, wir sehen das ja in den Datenblättern.“

Die Vereinigung der Kassenärzte werde auf die Betreffenden zukommen. „Man muss jetzt nichts machen.“ Derzeit würden Details zum Vorgehen noch beraten, „aber entweder bekommen die Senioren von uns Nachricht oder sie werden beim ersten Impftermin darüber informiert.“

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