Land NRW will für Standorte noch Vorgaben benennen

Corona im Kreis Unna: Impfzentrum in Kreissporthalle?

Als Testzentrum hat sich die Kreissporthalle Unna schon bewährt, als nächstes könnte dort das Impfzentrum entstehen.
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Als Testzentrum hat sich die Kreissporthalle schon bewährt, als nächstes könnte dort das Impfzentrum entstehen.

Düsseldorf hat noch ein Wörtchen mitzureden, daher ist der Standort eines Impfzentrums für den Kreis Unna noch offen. Aber die Sporthalle Platanenweg bietet sich an.

Kreis Unna - Wohin mit dem Impfzentrum für die fast 400.000 Menschen im Kreis Unna? Die Frage ist mit der Aussicht auf das erste Medikament zur Eindämmung der Corona-Pandemie schneller gestellt als zu beantworten. Nach der Konferenz der Landräte und Oberbürgermeister mit NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann am Montag ist der schnelle Aufbau der Logistik für Massenimpfungen zwar vordringliches Ziel, aber noch nicht in allen Details ausgearbeitet. Zwar wäre die Kreissporthalle an der Platanenallee in Unna für die Verwaltung zwar erste Wahl, aber ihre Tauglichkeit muss sich noch erweisen.

Größe, Stellplatzzahl und Zugänge müssen passen

„Das Land will noch mitteilen, welche Rahmenbedingungen die Impfzentren erfüllen sollen“, berichtete Pressesprecher Max Rolke am Dienstag über die Standortsuche. „Die Kreissporthalle wäre für uns naheliegend, weil sie ja auch schon Corona-Testzentrum ist. Die Frage ist aber, ob sie in das Konzept passt. Es soll Vorgaben, zur Größe, Zahl der Parkplätze, Aufteilung der Zugänge und Ähnliches geben.“

Eine Anmietung kommt nicht in Betracht

Ziemlich sicher wird der Kreis nur eigene/öffentliche Immobilien in Betracht ziehen. „In der Kürze der Zeit ist nicht daran zu denken, dass wir auch noch Mietverträge aushandeln“, so Rolke. Immerhin ist die Rede davon, dass nach der diese Woche erwarteten Zulassung des Biontec-Impfstoffs in den USA Mitte Dezember, also in drei Wochen, in Deutschland die erste Spritzen gegen Covid-19 gesetzt werden könnten. Und bis wann diese Herkulesaufgabe erledigt sein wird, ist heute nicht mal abzusehen.

Schwerpunktapotheken im Hintergrund

Im Kreise der Kollegen habe Landrat Mario Löhr aus dem Munde des Ministers auch vernommen, wie sich das Land die Versorgungsstruktur in und hinter den Impfzentren vorstellt. „Wir stellen die Räume, Mitarbeiter der Kassenärztlichen Vereinigung werden das Zentrum betreiben. Für den Impfstoff sorgt das Land“, so Rolke weiter. Ein gutes Dutzend entsprechend ausgestatteter Schwerpunkt-Apotheken sollen den bei minus 70 Grad aufwendig zu lagernden Impfstoff vorhalten und nach Bedarf verteilen.

Zahl der Covid 19-Tests steigt mit Fällen

Ohne funktionierende Strukturen wäre auch ein anderer Corona-Job nicht zu machen. Die Zahl der Testungen auf Covid-19 hat mit Anstieg der Fallzahlen gleichfalls enorm zugenommen. Eine eigene Statistik führe der Kreis darüber nicht, so der Sprecher. Doch die just greifbaren Zahlen der vergangenen Woche werfen zumindest ein Schlaglicht auf die Entwicklung. Vom 16. bis 23. November veranlasste allein das Gesundheitsamt 2329 Tests per Rachenabstrich, 1344 davon wurden von mobilen Teams vorgenommen – also im Heimen, Schulen, Kitas.

Bilanz steht erst an, wenn abgerechnet wird

„Ende Oktober hatten wir um die 1000 Test in der Woche. Da lag die Zahl der Neuinfektionen noch bei 40 oder 50 am Tag, jetzt sind wir bei 100 am vergangenen Wochenende und 140 in den Tagen davor“, erläuterte der Sprecher. Die Gesamtbilanz sei aktuell nachrangig und erst zu eröffnen, wenn es eines Tages um die Kosten im Kreisetat, die versprochene Landeshilfe und die Anteile der Krankenkassen gehe.

Reihentests nur in Kitas und Grundschulen

Schon um die Laborkapazitäten nicht zu sprengen, versucht der Kreis sparsam und effizient zu testen. So würden analog der RKI-Empfehlungen nur bei Kita-Gruppen und Grundschulklassen Reihentests aller Kontaktpersonen vorgenommen, weil hier keine Maskenpflicht besteht. „Ab der fünften Klassen oder in Familien mit einem infizierten Kind werden die Kontaktpersonen erster Kategorie zunächst in Quarantäne geschickt“, so Rolke. Ein Test sei erst angezeigt, wenn die Betreffenden auch Symptome zeigen. Auch gelten bei älteren Schülern nicht mehr alle Mitschüler oder Lehrer der Klasse als Kategorie 1-Kontakt, sondern nur Banknachbarn in nächster Nähe. Zur Sicherheit können sich Lehrer alle 14 Tage übers Schulministerium testen lassen.

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