Verbrechen vor fast 23 Jahren

Mordfall Anne Saußen: Ermittler tappen nach Aufruf weiter im Dunkeln

Der Mord an Anne Saußen vor knapp 23 Jahren bleibt nach wie vor ungesühnt.
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Der Mord an Anne Saußen vor knapp 23 Jahren bleibt nach wie vor ungesühnt.

Gut zwei Monate nach dem öffentlichen Aufruf von Polizei und Staatsanwaltschaft zum Raubmord an Anne Saußen hat sich bei den Ermittlern Ernüchterung eingestellt. Bis dato liegt kein einziger weiterer Hinweis in diesem Altfall vor.

Bergkamen – „Es hat sich auch noch niemand bei uns gemeldet“, berichtet die Dortmunder Staatsanwältin Sandra Lücke. Das bedeute aber nicht, dass es irgendwann nicht doch zu einer Aufklärung komme.

Überfallen, geknebelt und gefesselt

Die damals 84-jährige Anne Saußen war in der Nacht zum 24. März 1998 in ihrer Wohnung in einem Mehrfamilienhaus an der Straße Am Boirenbusch in Bergkamen überfallen, geknebelt und gefesselt worden. Am Morgen wurde sie von Nachbarn tot aufgefunden; sie war erstickt. Polizei und Staatsanwaltschaft vermuten, dass sich der oder die Täter bereichern wollten und ihr Opfer gezielt ausgesucht hatten. Die Tat hatte für großes Entsetzen in der Stadt gesorgt.

Mord verjährt nicht und der Blick auf Ermittlungsansätze wird mit der Zeit womöglich ein anderer. Daher werden Altfälle, sogenannte „Cold Cases“, immer mal wieder neu aufgerollt. Im Fall Anne Saußen werteten die Ermittler jetzt, fast 23 Jahre nach der Tat, unter anderem DNA-Spuren vom Tatort mit verbesserten Methoden neu aus. „Diese neue Technik hilft uns aber auch nicht weiter, wenn wir niemanden im System haben, bei dem der Abgleich erfolgreich ist“, verdeutlicht Lücke.

Staatsanwältin: „Es ist, wie es ist“

Hoffnung setzten die Ermittler auch in den näheren Informationen zu der Leiter, die bei dem Überfall benutzt und später zurückgelassen wurde. Über diese gelangten der oder die Täter zum Badezimmerfenster im ersten Obergeschoss, durch das sie in die Wohnung ihres Opfers einstiegen. Es handelt sich dabei um eine ausziehbare Alu-Leiter, die aus einem Götzen-Baumarkt – vermutlich in Hamm – stammt. Doch auch zu diesem Gegenstand, der womöglich aus einem Diebstahl stammt, liegen keine weiteren Hinweise vor.

Dass der öffentliche Aufruf von November bis dato erfolglos ist, kommt für Lücke weder überraschend, noch beeinflusst es aus ihrer Sicht die Anstrengungen, mit der weiteren „Cold Cases“ nachgegangen wird. „Es ist, wie es ist“, konstatiert die Staatsanwältin. Mal habe man mehr Glück, mal weniger.

Und womöglich melden sich irgendwann ja doch noch Zeugen, Mitwisser oder gar der oder die Täter – geplagt von einem anhaltend schlechten Gewissen.

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