Chaos-Fahrt mit 2,8 Promille im Blut

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Bergkamen - Komplett betrunken versuchte ein Bergkamener mit dem Auto von Werne zurück nach Bergkamen zu fahren. Dabei hatte nicht nur ein Verkehrsschild zu leiden, auch der Mann selbst dürfte diese Chaos-Fahrt inzwischen bereuen. 

„Ich war besoffen“, gab ein Angeklagter im Amtsgericht Kamen gestern zu. Das glaubte ihm der Richter in Anbetracht eines Wertes von 2,8 Promille sofort. Nur an der Geschichte, die ihm der Bergkamener anschließend auftischte, hatte der Vorsitzende seine Zweifel. 

Angeklagt war der 32-Jährige wegen fahrlässiger Straßenverkehrsgefährdung, Unfallflucht und Trunkenheitsfahrt.

Richter glaubt Version des Angeklagten nicht

Er soll am 9. Februar gegen 2.10 Uhr betrunken mit seinem Auto in Bergkamen einen Unfall verursacht haben und dann geflohen sein. Er glaube, dass er gar nicht gefahren sei, gab der Angeklagte an. In einer Discothek in Werne habe er ein Pärchen kennengelernt. 

Die Frau habe angeboten, ihn mit seinem Auto nach Hause zu fahren. Sie seien dann zu dritt eingestiegen. Was danach geschehen sei, wisse er nicht mehr. Der Richter hatte jedoch ein klares Bild der Abläufe dieser Nacht. 

Danach war der Bergkamener an der Disco in sein Fahrzeug gestiegen, um nach Hause, also nach Bergkamen zu fahren. Auf Höhe der Ökostation war er von der Fahrbahn abgekommen, ein Stück die Leitplanke entlang geschrammt und mit einem Verkehrsschild kollidiert. Statt als Unfallbeteiligter vor Ort zu warten und die Polizei zu rufen, hatte der 32-Jährige die Fahrt fortgesetzt.

Nummernschild lag am Unfallort

Etwa vier Kilometer später hatte er das Auto dann angehalten und war neben dem Fahrzeug auf dem Asphalt, umgeben von seinem Handy und seiner Geldbörse, zum Liegen gekommen. Eine Polizeistreife wurde auf Wagen und Mann aufmerksam. Bei näherer Betrachtung des Fahrzeugs fiel den Beamten der Abdruck eines Verkehrsschildes an der Front auf. 

Der Verdacht eines Unfalls drängte sich auf. Also riefen die Polizisten Verstärkung, die schnell die Unfallstelle ausfindig machen konnte. Dass der Schaden in Höhe von etwa 5000 Euro vom Bergkamener verursacht worden war, verriet eines seiner beiden Nummernschilder, das er bei dem Aufprall verloren hatte. 

Aufgrund der hohen Promillezahl von 2,8 wäre der Bergkamener schuldunfähig gewesen. Da das aber einem Freifahrtschein gleichkäme, gibt es den Auffangtatbestand des Vollrausches. Dabei wird der Betroffenen nicht wegen der Folgen des Alkoholkonsums, sondern wegen des Trinkens an sich bestraft. In diesem Fall mit 500 Euro Geldstrafe und weiteren sechs Monaten Sperre zur Wiedererlangung der Fahrerlaubnis.

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