Fünf Premium-Autohäuser unter einem Dach

Büros statt Hotel: Kamps-Holding zieht in die Marina – und sucht Restaurant-Betreiber

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Mitte September bezieht die Kamps-Holding die früheren Räume des Hotels Nauticus in der Marina Rünthe. Die 27 Beschäftigten arbeiten bis dahin noch in ihren Büros an der Werner Straße. Die Handwerker sind zurzeit noch mit Umbauarbeiten beschäftigt.

In die Räume des ehemaligen Hotels Nauticus in der Marina Rünthe kehrt wieder Leben ein. Hier entstehen Büros für die Mitarbeiter der Kamps Holding GmbH & Co. KG. Inhaber Thilo (40) und Tobias Kamps (38) wollen auch das Nauticus-Restaurant wieder an den Start bringen – und suchen einen Betreiber.

Rünthe – Unter dem Dach der Kamps-Holding werden fünf Premium-Autohäuser in Deutschland (Hamburg, Hannover, Chemnitz, Bergisch Gladbach) und der Schweiz (Glattpark) geführt. Diese sind auf Premium-Fahrzeuge spezialisiert. Zu den Marken zählen Bentley, Bugatti, Maserati, McLaren, Porsche und Rolls Royce.

Die Kamps-Brüder Thilo und Tobias haben die Immobilie in der Marina Rünthe von der „beta Eigenheim“ erworben, die nach wie vor ihren Firmensitz im Gebäudekomplex am Sportboothafen hat. Schon im Dezember vergangenen Jahres sei die Entscheidung gefallen, sagt Thilo Kamps, die Verträge seien nach Klärung baurechtlicher Fragen einige Zeit später unterschrieben worden.

Mit Aussicht auf Kanal und Sportboothafen: Geschäftsinhaber Thilo (v.l.) und Tobias Kamps mit dem Architekten Bastian Geise in einem der neuen Büros.

Die Kamps-Holding beschäftigt 27 Mitarbeiter. Sie kümmern sich derzeit in dem Bürogebäude Werner Straße 140 unter anderem um die Lohnbuchhaltung für die insgesamt rund 220 Angestellten der Kamps-Gruppe. In ihren jetzigen Räumen ist die Holding Mieterin. „Wir waren schon längere Zeit auf der Suche nach etwas Eigenem“, schildert Thilo Kamps.

„Es gibt keinen schöneren Ort in Bergkamen“

Bei dieser Suche sei klar gewesen, dass man in Bergkamen, wo die Familie zu Hause sei und das Unternehmen seinen Ursprung habe, bleiben wolle, so Kamps weiter. „Und einen schöneren Ort in Bergkamen als die Marina Rünthe gibt es nicht“, fügt er hinzu.

Auch die Büros, die auf drei Geschosse verteilt sind, können sich sehen lassen. Der Hotel-Charakter des Gebäudes ist verschwunden, viele Bäder wurden zurückgebaut, die einst weinroten schweren Zimmertüren sind längst weiß getönt. Einige Räume bieten einen freien Blick auf Boote und Kanal. Schmuckstück soll ein zentraler Aufenthaltsbereich mit eigens geschreinerter Küchenzeile sowie einem größeren TV-Bildschirm werden.

Dieser Bereich liegt gleich neben dem einstigen Frühstückszimmer, das wie der mit Parkett ausgestattete Ex-Konferenzsaal zum Großraumbüro umfunktioniert wurde. In der ersten Etage verschwand die Mauer zwischen zwei Hotelzimmern zugunsten einer Schiebewand. Das dortige Besprechungszimmer kann somit bei Bedarf vergrößert oder verkleinert werden.

Umbau kostet 400.000 Euro

Der Umzug in die Marina ist für Mitte September geplant. Die Umbaumaßnahmen würden zusammen rund 400.000 kosten, sagt Thilo Kamps. Die Arbeiten selbst seien schwieriger gewesen als erwartet. Architekt Bastian Geise habe jedoch einen „fantastischen Job“ gemacht. Dieser erläutert, dass vor allem der Einbau der Netzwerktechnik höchst aufwändig gewesen sei.

Der neue Holding-Sitz hat 550 Quadratmeter Gesamtfläche. Das seien etwas weniger als am jetzigen Standort, sagt Thilo Kamps, gleichwohl seien die Räumlichkeiten optimal. „Die Mitarbeiter freuen sich bereits auf den Umzug.“

Kamps will Gastronomie-Standort stärken

Das ehemalige Nauticus-Restaurant mit seinen rund 175 Quadratmetern Grundfläche ist derweil baulich abgetrennt worden und befindet sich weiter im Dornröschenschlaf. Laut Thilo Kamps liegen bereits mehrere Anfragen möglicher Betreiber vor, weitere Interessierte könnten sich gerne melden. Am Ende werde man sich für das aus seiner Sicht beste Konzept für den Standort entscheiden. „Einen Zeitplan gibt es aber noch nicht.“

Grundsätzlich sei ihnen sehr daran gelegen, die Marina Rünthe auch als gastronomischen Standort zu stärken, betont Thilo Kamps. In die Entscheidung über die Vermietung des Restaurants sollen demnach auch die Nachbarn und schon bestehenden Betriebe eingebunden werden, damit sich Angebote nicht doppeln.

Nachholbedarf bei Autokäufern 

Die Corona-Pandemie habe auch die Geschäfte der Kamps-Gruppe beeinflusst, sagt Thilo Kamps. Zwar sei in den Werkstätten zunächst viel zu tun gewesen, beim Autokauf aber habe es Zurückhaltung gegeben. Mittlerweile sei die Situation eine andere, sodass die Umsatzziele für dieses Jahr voraussichtlich erreicht würden.

„Viele Kunden erfüllen sich wieder ihre Wünsche – manche auch, weil sie froh sind, gesund durch die Corona-Zeit zu kommen und sich belohnen wollen“, sagt Kamps. Dabei weiß er: Einen Bentley, Maserati oder Porsche fährt man nicht, weil man mobil sein möchte, sondern weil’s Spaß macht. „Das ist mehr ein Hobby.“

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