Vollalarm der Feuerwehr

Brennender Pferdestall in Bergkamen: Kripo ermittelt

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Die Feuerwehr konnte den Brand zum Glück schnell löschen.

[Update 18 Uhr] Bergkamen - Ein brennender Pferdestall hat am Dienstagmorgen für Vollalarm der Bergkamener Feuerwehr gesorgt. Die Pferde waren zum Glück nicht gefährdet.

Nachdem am Dienstagmorgen ein Anwohner von Gut Velmede einen Brand am Pferdestall gemeldet und die Feuerwehr Vollalarm ausgelöst hatte, erfuhr auch der Besitzer der dort untergebrachten Pferde von dem Feuer. Als er von seiner Frau mit den Worten „Der Stall brennt“ geweckt wurde, fuhr ihm der Schrecken in die Glieder. „Ich wusste zwar, dass die beiden Pferde auf der Weide waren, aber was war mit dem Stall?“, schilderte er später.

Während der Pferdebesitzer aus dem Bett sprang, eilte die gesamte Bergkamener Feuerwehr bereits zum Gut Velmede am Rande von Weddinghofen. Das Gut der Familie von Bodelschwingh steht zu einigen Teilen unter Denkmalschutz. 

Ein Großteil der Anlage besteht aus Fachwerkhäusern. Als ein Anwohner einen brennenden Pferdestall in einem Fachwerkhaus meldete und der Anrufer berichtete, dass sich auch die Pferde noch in ihren Boxen befänden, löste die Kreisleitstelle der Feuerwehr um 6.02 Uhr Vollalarm für die Stadt aus. 

Kühlung der Wandbalken

Alle sechs Löscheinheiten der Stadt wurden unter dem Stichwort „Feuer 4“ zusammengerufen. Die Einheiten aus Weddinghofen und Oberaden waren aufgrund der kurzen Anfahrt als erste vor Ort und hatten schnell ein Bild der Lage, die sich als nicht ganz so dramatisch herausstellte, wie es geklungen hatte. Die beiden Pferde standen in Sicherheit auf der Weide, weit weg vom Feuer im Fachwerkgebäude – und auch das hatten die ersten Kräfte schnell im Griff. Denn der Gutsverwalter hatte bereits alle Türschlösser geöffnet, damit die Feuerwehrleute schnell agieren konnten und sich nicht erst mit dem Aufbrechen von Toren befassten mussten. 

Alle Löscheinheiten der Feuerwehr Bergkamen waren im Einsatz.

„An der Einsatzstelle stellten die ersten Einsatzkräfte einen Entstehungsbrand in einem Teilbereich des Gebäudes fest“, gab Dirk Kemke, Einsatzleiter und Chef der Freiwilligen Feuerwehr Bergkamen, bekannt. „Das Feuer konnte durch einen zweiseitigen Löschangriff unter Kontrolle gebracht werden.“ Ein Großteil der alarmierten Kräfte, zu denen neben den Feuerwehrleuten aus allen Ortsteilen auch der Fernmeldedienst des Kreises Unna, der Rettungsdienst und Kräfte der Polizei gehörten, konnte daher schnell wieder zu ihren Standorten zurück fahren. 

Für die vor Ort verbleibenden Feuerwehrleute gab es jedoch einiges zu tun: Weil es sich um Fachwerk handelte, musste ein Wandbalken aufgrund der Brandeinwirkung gekühlt werden. Anschließend wurde mit der Wärmebildkamera kontrolliert, dass von dem alten Holz keine neuerliche Gefahr mehr drohte, indem sich neue Flammen hätten bilden können. Nach rund einer Stunde war der Einsatz für die Feuerwehr beendet, und für die Kriminalpolizei ging sie los: Sie hat die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen. 

Pferde wittern Brandgeruch

Auch auf die Familie von Bodelschwingh und den Pferdebesitzer kommt nun noch einiges zu: Gutachter und Sachverständige müssen klären, wie der am Fachwerk entstandene Schaden zu beseitigen ist, und wie der Stall in dieser Zeit genutzt werden kann. 

Auch wenn die beiden Pferde keiner unmittelbaren Gefahr ausgesetzt waren, wittern sie nun doch den Brandgeruch: „Ich wollte sie zum Füttern in den Stall bringen“, schilderte der Besitzer am späten Vormittag. „Doch sie haben die Nüstern gebläht und ließen sich nicht dazu bewegen, hinzugehen. Sie haben Gefahr befürchtet.“ Und auch er selbst muss den Schrecken erst verarbeiten, der ihm am Morgen in die Glieder fuhr. Für den Weg bis zum Gut Velmede braucht er vielleicht 20 Minuten. „Aber an diesem Morgen war das ein langes End, bis ich sah, dass hier noch immer alles steht.“

In einer ersten Version des Textes stand, dass Anwohner die Pferde aus ihren Boxen geholt hatten. Das ist falsch. Die Pferde standen auf der Weide, waren also nicht in Gefahr. 

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