Brandstiftung macht ein Jahr Arbeit zunichte

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Die Betroffenheit bei den Gemeindemitgliedern war nach dem Brand groß. ▪

BERGKAMEN ▪ Als Isa Altin am Samstagmorgen zur Moschee-Baustelle an der Ernst-Schering-Straße kam, bemerkte er zunächst den beißenden Geruch. Eigentlich hatte der Vorsitzende des Moschee-Vereins zusammen mit einem Kollegen in dem Rohbau weiter arbeiten wollen.

Als sie den Geruchsherd lokalisiert hatten, war jedoch schnell klar, dass sie an diesem Tag auf der Baustelle nicht weiter kommen würden. Mehr noch: Binnen einer Nacht „sind wir um ein Jahr nach hinten geworfen worden“, so Altin. Ein Brandstifter hatte einen Styroporhaufen in dem etwa 150 Quadratmeter großen Raum angesteckt und damit erheblichen Sachschaden angerichtet. „Der Raum ist total verqualmt, es war schlimm, das Elend zu sehen“, sagt Altin. Wände, Fenster und Decke sind mit einer zentimeterdicken Rußschicht bedeckt. Es wird viel Zeit, Geld und Mühe kosten, den frischen Putz von den Spuren des Brandes zu befreien. Wie es nun weiter geht, weiß der Vorsitzende des Moscheevereins noch nicht. Polizei und Staatsanwaltschaft hatten den Tatort noch am Samstag in Augenschein genommen und auch gleich wieder frei gegeben. Isa Altin hat die Versicherung bereits informiert, „und bevor die sich die ganze Sache nicht angeschaut hat, machen wir erstmal nicht weiter“, sagt Altin. „Diese Brandstiftung ist für das Projekt, das ausschließlich aus Spenden finanziert wird, ein herber Rückschlag.“ Vor zwei Jahren fiel der Startschuss, durch das Feuer rückt die Fertigstellung nun in weite Ferne.

Die Polizei geht weiter davon aus, dass die Brandstiftung in der Moschee mit den brennenden Mülltonnen an verschiedenen Stellen in der Stadt sowie dem Kellerbrand in dem Mehrfamilienhaus in der Töddinghauser Straße in Zusammenhang steht. Den Gesamtschaden der Nacht gibt die mit etwa 100 000 Euro an. Altin schätzt, dass alleine der Schaden in der Moschee mit 30 000 bis 50 000 Euro zu beziffern ist.

Zum Stand der Ermittlungen wollte Polizeisprecherin Ute Hellmann heute keine näheren Angaben machen.

Wer in der Nacht zu Samstag etwas Verdächtiges beobachtet hat, wird gebeten, sich mit der Polizei unter 02307/9210 in Verbindung zu setzen. ▪ oel

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