Brandnacht hat ein Nachspiel

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Bürgermeister Roland Schäfer (l.) im Gespräch mit dem Gemeindevorsitzenden Isa Altin (r.) ▪

BERGKAMEN ▪ Die Serie der Brandstiftungen vom vergangenen Wochenende sorgt gut eine Woche später für Verstimmungen: zwischen der Islamischen Gemeinschaft Milli Görüs und der Stadt Bergkamen. In der Nacht zum vergangenen Samstag war in dem Bau an der Ernst-Schering-Straße gezündelt worden. Der Schaden in dem Gebäude ist erheblich (WA berichtete).

„In solch einer schwierigen Zeit hätte unsere Gemeinde schon ein kleines Zeichen der Anteilnahme gefreut“, sagt der Gemeindevorsitzende Isa Altin. Die Gläubigen hätten sich über das „Desinteresse der Stadtverwaltung für den Vorfall“ geärgert. „Angesichts der Bedeutung der Moschee als Gebetsstätte für Muslime in und außerhalb von Bergkamen wäre dies nach Auffassung der Gemeinde der richtige Zeitpunkt gewesen um zu zeigen, dass sie „als integraler Bestandteil der Gesellschaft wahrgenommen werden und ihr Schmerz geteilt wird. Es war die richtige Zeit für die richtigen Worte, um die Ernsthaftigkeit der Bemühungen um Partizipation und Zugehörigkeit aufzuzeigen. Diese Chance wurde leider vertan“, so Altin.

Das sah Bürgermeister Roland Schäfer, der die Baustelle heute auf Einladung eines Kamerateams besuchte, anders. „Es handelt sich hier um einen Brand in einer Baustelle, nicht um ein Feuer in einer aktiven Moschee“, sagte Schäfer. Das Geschehene sei für die Gemeinde zweifelsohne ein herber Rückschlag, und den oder die Täter erwarte eine harte Strafe. Dass die Gemeinde jedoch gezielt als Opfer ausgewählt worden sei, sei zwar nicht auszuschließen, erscheine aber unwahrscheinlich.

„Alles sieht nach einer Tour mit willkürlich gewählten Zielen aus“, so Schäfer. Dafür spreche auch das „dilettantische Vorgehen“. Die bedeutend schlimmere Tat sei zudem das Legen des Feuers in dem Mehrfamilienhaus. „Dort wurden schließlich Menschenleben gefährdet.“

Schäfer machte jedoch auch keinen Hehl daraus, dass das Verhältnis zu Milli Görüs auf „gesellschaftlicher Ebene“ problematisch sei. „Bei Ihrem Bau werden sie korrekt nach Recht und Gesetz behandelt, der persönliche Umgang miteinander ist freundlich und höflich, ein besonderer Kontakt ist jedoch nicht ausdrücklich erwünscht“, so Schäfer. Milli Görüs tauche im Verfassungsschutzbericht auf und weise demnach antidemokratische Tendenzen auf. ▪ oel

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