Auf Brachfläche an Jockenhöfer-Kreuzung

Ein Hotel für Rünthe: Geschäftsmann will 2,5 Millionen Euro investieren

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Die Fläche an der Jöckenhofer-Kreuzung direkt neben der Clemenskirche liegt seit dem Abriss der dortigen Gaststätte brach. Nun will ein Unternehmer aus Werne sie bebauen. Der Standort an der viel befahrenen Kreuzung sei bewusst gewählt, heißt es.

Rünthe – Für die Brachfläche an der Jockenhöfer-Kreuzung gibt’s Neubaupläne. Der Werner Unternehmer Alfons Böcker möchte hier einen Gebäudekomplex aus Hotel und Boardinghouse mit insgesamt rund 40 bis 45 Zimmern und Apartments errichten.

Böcker ist zuversichtlich, seine Ideen vielleicht noch in diesem Jahr umsetzen zu können. Einen potenziellen Betreiber für das Haus gebe es bereits – aber auch noch offene Fragen zur Finanzierung.

Die Brachfläche im Karree Werner Straße/Westenhellweg gleich neben der Rünther Clemenskirche gilt als Eingangstor für die Stadt Bergkamen – das zurzeit aber wenig einladend wirkt. Seit dem Abriss der Gaststätte Jockenhöfer 2017 fristet das Areal ein überaus trostloses Dasein. Es ist mit rot-weißen Baken umzäunt und von Unkraut übersät.

Gebäude soll in Modulbauweise erstellt werden

Alfons Böcker hat Erfahrungen in der Gastronomie und ist Geschäftsführer der Böcker Projektbau GmbH, die auf Fertig- und Modulbauweise spezialisiert ist. Das geplante Hotel solle ebenfalls aus Einzelbauteilen entstehen, in denen etwa schon die Elektro- und Wasserleitungen vorinstalliert sind, sagt der 69-jährige Diplom-Ingenieur. Inklusive Aufstellen sei mit einer Bauzeit von vier Monaten zu rechnen.

Modul- bedeute nicht schmucklose Kastenbauweise, verdeutlicht Böcker. So erhalte der zweistöckige Komplex zuzüglich Staffelgeschoss eine ansprechende Fassade vermutlich aus Putz. Das Empfinden im Innern sei kein anderes als in klassisch errichteten Gebäuden.

Wo bisher nur Unkraut wuchert, soll demnächst ein Hotel entstehen.


„Drei Sterne fühlen, einen bezahlen“ – das sei das Konzept hinter der Hotel-Idee, die andernorts wie etwa in Altenberge schon umgesetzt worden sei. Für die Hotelgäste in Rünthe soll es Mikro-Apartments mit 16 bis 20 Quadratmeter Fläche geben. Das darüber liegende Boardinghouse (übersetzt: Verpflegungshaus) soll sich an Familien mit schmalem Budget richten; in diesen Unterkünften seien auch Küchenzeilen geplant, heißt es.

Der Standort an der viel befahrenen Kreuzung ist laut Böcker bewusst gewählt. Hier verspreche man sich eine gute Erreichbarkeit für Geschäftsleute und eine hohe Nachfrage auch von privat Reisenden. Die notwendigen Stellplätze will der Geschäftsführer in einer Tiefgarage nachweisen, 36 an der Zahl. Nur ein Teil des Gebäudes, das auf einem rund 2 000 Quadratmeter großen Areal stehen würde, soll dafür unterkellert werden.

„Ich möchte das Grundstück am liebsten kaufen“

Rund 2,5 Millionen Euro will Böcker in das Hotel stecken und es danach vermieten. Der Architekt habe schon Pläne gezeichnet, die er aber mit Blick auf die offenen Fragen noch nicht zeigen wolle. Geklärt werden müsse zuvorderst, wie es sich mit dem Grundstück verhält, das sich im Eigentum eines Dritten befinde. „Ich möchte es am liebsten kaufen“, sagt Böcker, denn in der Folge gestalteten sich die Finanzierungsgespräche mit den Banken erfahrungsgemäß leichter. Bis jetzt sei ihm aber lediglich ein Erbpacht-Modell angeboten worden.

Was die notwendige Baugenehmigung angeht, sei er aktuell optimistisch, so Böcker. Zwar sei das Papier noch nicht beantragt, in den ersten Abstimmungsgesprächen in der Bergkamener Stadtverwaltung habe er aber bis dato „nur positive Signale“ vernommen. Ein Hotel an der geplanten Stelle gelte dort als wünschenswert, gibt er seine Einschätzung wieder. Aus dem Rathaus selbst war am Mittwoch keine Stellungnahme zu bekommen.

Das Essen kommt vom „Route 66“ 

Für den Betrieb des neuen Hotels gibt es nach Auskunft Böckers gleich zwei Interessenten. Wer zum Zuge komme, stehe noch nicht fest. In jedem Fall sei eine Kooperation mit dem nahe gelegenen Diner „Route 66“ geplant. Das Burger-Restaurant am früheren Zechengelände in Werne könnte das Essen für die Hotelgäste liefern, sagt Böcker, der selbst dessen Geschäftsführer ist.

Für seine Hotel-Idee hat Böcker nach eigenen Worten bundesweit 17 Standorte ausgeguckt; an einigen seien die Pläne bereits realisiert worden. Zunächst auf Eis liege die Überlegung, auf einem städtischen Grundstück an der Ecke Industriestraße/Sandbochumer Weg einen kombinierten Standort von Gastronomie und größerem Hotel zu entwickeln.

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