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Bombenfund in Bergkamen: Erste Sprengung geht schief - der zweite Versuch glückt

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Nichts mehr von der Bombe übrig: Sprengmeister Volker Lenz leitete die Sprengung. Warum die Bombe nicht beim ersten Versuch detonierte, war auch ihm unklar

Bergkamen - Auf einem Feld in der Nähe der Hüchstraße in Overberge ist am Dienstag eine 250-Kilo-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg kontrolliert gesprengt worden. Der Zünder der Bombe hatte eine Entschärfung unmöglich gemacht. Besonders: Erst beim zweiten Versuch detonierte die Bombe.

Eigentlich sollte die Bombe erst am Mittwoch gesprengt, die Evakuierung der 180 Haushalte in einem Umkreis von 500 Metern um die Fundstelle vorbereitet werden, verriet Stefan Klement vom Ordnungsamt. Das Problem: Die britische Bombe, auf die man nach Auswertung von Luftbildern im Bereich Hüchtstraße/Hahnenpatt stieß, besaß einen sogenannten Langzeitzünder. Eine Entschärfung war somit selbst für die Experten des Kampfmittelräumdienstes der Bezirksregierung Arnsberg nicht möglich. 

Die ursprünglichen Pläne wurden über den Haufen geworfen. Stattdessen griffen am späten Nachmittag die üblichen Mechanismen: Anwohner wurden evakuiert, mehrere Straßen gesperrt und in der Feuerwache an der Hansastraße konnten die Evakuierten Zuflucht suchen. „Wir sind nach dem Einkaufen nicht mehr nach Hause gekommen, weil alles gesperrt war“, sagte Anwohnerin Dajana Heitmann. Es werde spät, da war sich die 40-Jährige sicher. Aber: „Mein Sohn findet es spannend.“ 

Anwohnerin Danjana Heitmann fand mit ihren Kindern nach der Evakuierung in der Feuerwache Zuflucht.

Als schließlich gegen 19.30 Uhr alle Sicherheitsmaßnahmen getroffen waren, die Bombe nicht nur mit Sprengstoff versehen, sondern zum Schutz auch mit 28 Tonnen Sand überdeckt war, warteten alle auf den großen Knall. Doch der blieb aus. Außerhalb der Evakuierungszone war nichts zu hören. 

Der Kampfmittelräumdienst musste sich zur Überprüfung zunächst durch die 28 Tonnen Sand wühlen. „Die haben wir draufgeschüttet, um die Druckwelle zu kontrollieren und um herumfliegende Splitter zu vermeiden“, sagte Sprengmeister Volker Lenz. Nachdem die Bombe wieder freigelegt wurde, war klar, dass die Sprengung nicht funktioniert hatte. Für Volker Lenz und sein Team bedeutete das: alles auf Anfang. 

„Wir haben dann die gleiche Ladung, die gleiche Menge benutzt“, sagte Lenz. Mit Erfolg. Um 21.30 Uhr, knapp dreieinhalb Stunden später als geplant, wurde die Bombe gesprengt. Und auch diesmal hörten und sahen die Anwohner nichts. Die Sperrungen wurden aufgehoben und die Betroffenen konnten zurück in ihre Wohnungen. Warum es beim ersten Mal nicht geklappt hatte, wusste auch Sprengmeister Lenz anschließend nicht. „Das können wir nicht sagen. Letztendlich waren es beim zweiten Versuch die gleichen Bedingungen.“ 

Die Polizei hat den Bereich weiträumig abgesperrt.

Um diese herbeizuführen, musste Lenz mit seinem Team nach der ersten Sprengungen erneut an die angesprengte Bombe. „Es ist gefährlich, ein zweites Mal an eine angesprengte Bombe dranzugehen“, war sich der Sprengmeister des Risikos bewusst. 30 Jahre arbeite er bereits bei der Kampfmittelbeseitigung. Lenz sagte: „Wir überlegen dreimal, was wir machen.“

Der News-Ticker zur Bomben-Sprengung zum Nachlesen:

21.40 Uhr: Die Bombe lag in vier Metern Tiefe. Warum die Sprengung beim ersten Versuch nicht klappte, kann sich niemand so genau erklären. Beim zweiten Versuch wurde die selbe Menge Sprengstoff genutzt - mit Erfolg. 

21.25 Uhr: Jetzt bestätigt auch das Ordnungsamt: Die Bombensprengung war erfolgreich. Die Sperrungen werden aufgehoben, es kehrt wieder Ruhe in Bergkamen ein.

21.22 Uhr: Die offizielle Bestätigung steht noch aus, aber es scheint, als hätte die Bombe im zweiten Versuch erfolgreich gesprengt werden können. Die Bewohner können zurück in ihre Häuser. 

20.44 Uhr: Das Ordnungsamt schätzt, dass es noch mindestens eine Stunde dauern könnte, bis der nächste Sprengversuch unternommen werden kann. Die Sperrungen und Evakuierungen bleiben naturgemäß bestehen.

20.38 Uhr: Die erste Sprengung war nicht erfolgreich. Die Bombe wurde freigelegt und ist offenbar noch intakt. Eine zweite Sprengung ist nötig. 

20.24 Uhr: Es ist weiterhin Geduld gefragt. Die Überprüfung durch den Kampfmittelräumdienst dauert an. 

20 Uhr: Alle Sperrungen bleiben daher vorerst auch bestehen, bevor endgültig Entwarnung gegeben werden kann.

19.56 Uhr: Noch fehlt die offizielle Bestätigung. Es hat zwar eine Detonation gegeben. Der Kampfmittelräumdienst muss nun aber überprüfen, ob die Bombe wirklich zerstört wurde. Dazu müssen sich die Einsatzkräfte durch die 28 Tonnen Sand buddeln. 

19.36 Uhr: Auch wenn man nichts mitbekommen hat: Es hörte sich so an, als wäre die Bombe gesprengt worden. Die 28 Tonnen Sand, die zum Schutz auf die Bombe geworfen wurden, haben anscheinend voll gewirkt.  

19.31 Uhr: Alle Vorbereitungen sind getroffen. Es kann nun jeden Augenblick losgehen.

19.26 Uhr: Nun ist auch der betroffene Abschnitt der Werner Straße abgesperrt. 

19.16 Uhr: Die Sperrzone ist nun geräumt. Lange wird es bis zur Sprengung nicht mehr dauern. 

19.06 Uhr: Während des Einsatzes sind natürlich auch einige Straßen gesperrt. Auch die Werner Straße wird zumindest kurzfristig nicht befahrbar sein. Alle Infos dazu gibt es hier.

18.54 Uhr: Wirklich häufig kommt es nicht vor, dass Bomben nicht entschärfbar sind und gesprengt werden müssen. Es sei für Bergkamen aber nicht das erste Mal, wie Stefan Klement vom Ordnungsamt betont. 

18.45 Uhr: Eigentlich sollte um 18 Uhr gesprengt werden. Jetzt heißt es, dass es wohl noch eine Stunde dauern wird, bis die Evakuierung abgeschlossen ist. 

18.35 Uhr: Für die Sprengung wurde auf die Bombe eine ganze LKW-Ladung Sand geschüttet. 28 Tonnen sind es insgesamt. So soll verhindert werden, dass Splitter umherfliegen. 

18.25 Uhr: Aktuell sind zwei von fünf Teilbereichen evakuiert worden. Bis es zur Sprengung kommt, dürfte es also noch etwas dauern. 

18.19 Uhr: Eigentlich sollte mit der Evakuierung bis morgen gewartet werden. Da sich aber herausgestellt hat, dass die Bombe einen Säure-Langzeitzünder besitzt, muss sie nun schnellstmöglich gesprengt werden. 

18.09 Uhr: Die Sprengung sollte bereits um 18 Uhr durchgeführt werden. Die Evakuierung dürfte sich allerdings noch etwas länger hinziehen.

17.50 Uhr: Bereits am Montag hatte sich nach Auswertung von Luftbildern ein Verdachtsmoment ergeben, der sich heute bestätigte. 

Straßen werden gesperrt

Im Zuge der Sprengung werden einige Straßen gesperrt. Betroffen sind:

  • Hüchstraße
  • Hahnenpatt
  • Schenkstraße / Am Kuhbach
  • Hof Theiler / Kurzer Kamp
  • Hof Lethaus
  • Haferkamp

    Kurzfristig ist zudem die Sperrung der Werner Straße zwischen den Einmündungen Heinrichstraße und Roggenkamp erforderlich.

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