An der Pfalzschule in Bergkamen

News-Ticker: Diese Hürden brachte die Bombenentschärfung mit sich

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Unterm Strich war die Entschärfung der englischen Fünf-Zentner-Bombe eine Routinehandlung. Dennoch offenbarte sich erst der Untergrund und später ein Detonator als Herausforderung.

Bergkamen - Die Bombe wurde im Rahmen einer Luftbildauswertung wegen anstehender Bauarbeiten gefunden. Die Entschärfungsarbeiten an der Fliegerbombe fanden von 16 Uhr bis 18 Uhr statt.

Inzwischen sind auch die Anwohner um Familie Jüngling zurück in ihren Wohnungen. Die Einsatzkräfte blicken auf einen nahezu reibungslosen Nachmittag zurück. „Wir waren wirklich schnell durch“, bilanziert Stefan Klement vom Ordnungsamt.

Der News-Ticker zur Bomben-Entschärfung:

18.20 Uhr:

Unterm Strich konnte Volker Lenz sein Vorhaben schnell in die Tat umsetzen. „Ich bin ich mit der Entschärfung zufrieden“, sagt er. Einzig der Detonator stellte eine Hürde dar: „Es gab keinen Zünder mehr. Der ist damals wohl abgerissen“, so Lenz. Dafür steckte der Detonator noch unten in der Bombe. Aber nach einer halben Stunde hatte Lenz das reibungs- und schlagempfindlichste Teil der Bombe entschärft.

17.55 Uhr: Die Bombe wurde erfolgreich entschärft! Feuerwerker Volker Lenz grüßt nach Minuten der Entschärfungsarbeit mit dem gesicherten Objekt. Damit ist auch die Evakuierung aufgehoben.

17.31 Uhr: Insgesamt sind rund 40 Einsatzkräfte vor Ort. Die Polizei stellt dabei nur sieben Fachkräfte. „Wir begleiten den Einsatz, wo wir können und sind in erster Linie dazu da, den Verkehr abzuleiten“, erklärt Dirk Preker von der Polizeiwache Kamen. Preker erwartet und hofft bei der Entschärfung auf einen ungefährdeten Routineeingriff.

17.30 Uhr: Auch der letzte Sektor ist evakuiert. Volker Lenz vom Kampfmittelräumdienst kann nun mit den Entschärfungsarbeiten beginnen. In der Sammelstelle macht sich die Hoffnung auf eine baldige Rückkehr in die Wohnungen breit.

17.25 Uhr: Bis jetzt befindet sich die Evakuierung im Zeitplan, berichtet Stefan Klement vom Ordnungsamt und vermeldet frohen Mutes die Evakuierung des dritten und somit vorletzten Sektors. „Bis jetzt läuft es sehr flüssig“, so Klement weiter. Wenn es so weiter geht, könnte die Entschärfung noch vor 18 Uhr beginnen. Wie lange diese andauert, hänge stark vom Mitarbeiter des Kampfmittelräumdienstes ab.

17.20 Uhr: Udo und Elvira Jüngling warten schon seit 15.30 Uhr am Ausweichquartier. „Wir wollen so schnell wie möglich zurück in unsere Wohnung“, sagt Elvira, aber richtet gleichfalls den Blick aufs Wesentliche: „Die Hauptsache ist doch, dass sich beim Einsatz niemand verletzt. So etwas ist ja schon gefährlich.“

17.15 Uhr: Das Ausweichquartier, wo 22 Einsatzkräfte des DRK betreuend zur Seite stehen, füllt sich langsam. Inzwischen sind 30 Anwohner in der Sammelstelle, da sie keine andere Option haben, an anderer Stelle unterzukommen. 

17.02 Uhr: Die Polizei geht weiter von Haus zu Haus und kontrolliert, ob sich noch Anwohner im potentiellen Gefahrenbereich aufhalten.

17 Uhr: Die Evakuierung ist in vollem Gange. Die ersten beiden Sektoren wurden erfolgreich abgearbeitet. Damit befindet sich die Hälfte der Anwohner bereits auf sicherem Boden.

16.15 Uhr: Die Tiefbaufirma ist bis zum Fundobjekt vorgedrungen. Damit lässt sich der Fund nun auch als Bombe identifizieren. Es handelt sich um eine englische fünf-Zentner-Bombe, weiß Sachgebietsleiter Heiko Brüggenthies. Die Evakuierung kann beginnen.

16.00 Uhr: Eigentlich wollte der Kampfmittelbeseitigungsdienst um 16 Uhr mit den Entschärfungsarbeiten beginnen. Da das Fundobjekt nach wie vor nicht freigelegt wurde, verzögert sich die Evakuierung.

13.50 Uhr: Der hinreichende Verdacht, dass es sich bei dem Fundobjekt um eine Bombe handelt, wartet noch auf seine finale Bestätigung. Aktuell arbeitet sich eine zuständige Tiefbaufirma durch den Boden. "Der Boden ist wohl härter als gedacht", verrät Sachgebietsleiter Heiko Brüggenthies. 

11.35 Uhr: Bis heute Nachmittag mit der Entschärfung begonnen werden kann, müssen alle Personen in einem Radius von 250 Metern um den Bombenfundort evakuiert werden. Ab circa 16 Uhr werden städtische Mitarbeiter alle betroffenen Wohneinheiten aufsuchen und gegebenenfalls noch anwesende Personen auffordern, den Evakuierungsbereich zu verlassen.

Alle wichtigen Infos auf einen Blick

Für Personen, die nicht wissen, wo sie während der Evakuierung unterkommen können, stellt die Stadt in der Mensa / Lehrküche des TÜV Nord (früher RAG Bildung) an der Schulstraße/Ecke Kleiweg ein Ausweichquartier zur Verfügung. Diese Sammelstelle wird während der Evakuierung vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) betreut. Personen, die ihre Wohnung nicht aus eigener Kraft verlassen können oder aber Hilfe benötigen, um zur Sammelstelle zu gelangen, werden gebeten sich bis spätestens 12 Uhr mit der Ordnungsbehörde der Stadt in Verbindung zu setzen. 

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Ordnungsbehörde sind während der Dienstzeiten telefonisch unter 02307/965364 und 02307/965255  erreichbar.

Es sind zudem Straßensperrungen erforderlich. Folgende Straßen sind hiervon betroffen: 

  • Die Pfalzstraße ab Kuhbach in Richtung Norden wird voll gesperrt.
  • Die Schulstraße wird zwischen den Kreisverkehren Kleiweg und Gedächtnisstraße voll gesperrt. 
  • Die Straßen Zum Schacht Kuckuck, Grüner Weg, Heinestraße und die Wilhelm-Busch-Straße werden voll gesperrt. 
  • Die Schiller-, Goethe- und Hermann-Löns-Straße werden, soweit sie im Evakuierungsradius liegen, teilweise gesperrt.

Die Sperrungen werden ab circa 17 Uhr eingerichtet. Solange die Sperrungen nicht eingerichtet sind, bleiben die Straßen befahrbar. Die Verkehrsgesellschaft Kreis Unna (VKU) wird ihre Buslinien entsprechend umleiten.

Betroffen sind die Linien R81 und S30. Es entfallen im Zeitraum der Straßensperrung die Haltestellen „Gedächtnisstraße“, „Sonnenapotheke“ und „Wasserpark“. Alternativ können Fahrgäste die Haltestelle „Bergkamen Busbahnhof.“ zum Ein- und Ausstieg nutzen.

Nach erfolgter Entschärfung werden die Absperrungen aufgehoben und die Entwarnung unter anderem über die Warn-App NINA bekanntgegeben.

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