Zwei weitere Opfer?

"Er ist ein böser Mensch": Ex-Freundin belastet Vergewaltiger aus Bergkamen schwer

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Der Angeklagte aus Bergkamen hat gestanden, eine 15-jährige Schülerin, vergewaltigt zu haben.

Die ehemalige Lebensgefährtin eines 34-jährigen Mannes aus Bergkamen, der die Vergewaltigung einer Schülerin gestanden hat, wurde vom Gericht befragt. Ihre Aussagen dürfte noch Folgen haben.

Bochum/Dortmund - Die Videobefragung einer ehemaligen Lebensgefährtin hat ein ausgesprochen schlechtes Bild eines wegen Vergewaltigung angeklagten Bergkameners gezeichnet. Sämtliche Prozessbeteiligte waren für die Befragung der Zeugin zum Bochumer Landgericht gereist, weil hier, anders als im Landgericht Dortmund, die technischen Möglichkeiten gegeben sind, Zeugen per Videokonferenz aus dem Ausland zu vernehmen. 

Die 29-jährige Polin stand in einem Gerichtssaal in Breslau dem Dortmunder Gericht zur Verfügung und beschrieb den Vater eines gemeinsamen Kindes als aggressiven und gewalttätigen Menschen, vor dem sie mit dem Kind letztlich nach Polen geflüchtet sei. 

"Ohne Grund geschlagen"

"Er hat mich sehr oft ohne jeglichen Grund geschlagen und geschubst. Einmal wurde ich sogar ohnmächtig davon" erinnerte sich die 29-jährige an das brutale Verhalten des Ex-Partners. 

Die Zeugin war mit dem ebenfalls aus Polen stammenden Angeklagten vier Jahre lang liiert, bis sie letztlich 2012 mit ihrem Kind in einem Bus vor ihm zurück nach Polen flüchtete. Auch in sexueller Hinsicht sei er wiederholt brutal gewesen. Ihr vernichtendes Fazit über seinen Charakter: "Er ist ein böser Mensch und lügt in Perfektion!"

Prozess könnte sich noch lange hinziehen

Kurz vor Ende ihrer Videobefragung benannte die Polin zwei weitere Frauen, die von dem Angeklagten sexuell misshandelt worden seien. Das Gericht muss nun prüfen, ob auch diese beiden Frauen zu ihren Erfahrungen mit dem Angeklagten befragt werden sollen. 

Der seit Mitte Januar laufende Prozess könnte sich also noch weiter hinziehen. Die Befragung der Ex-Partnerin in Polen war dem Gericht wichtig, weil seine aktuelle Lebensgefährtin in Bergkamen zum Tatpunkt seiner Verhaftung ihn in ihrer Zeugenaussage als lieb, überhaupt nicht aggressiv und fürsorglich beschrieben hatte. 

Opfer schwebte in Lebensgefahr

Um sich einen möglichst umfassendes Überblick über sein Verhalten in Partnerschaften zu verschaffen, wurde die Ex-Partnerin in Polen für das Strafverfahren daher sehr wichtig. Der 34-jährige Angeklagte hatte nach langem Leugnen gestanden, am 13. Juli vergangenen Jahres in Bergkamen eine Schülerin auf dem Nachhauseweg auf offener Straße zusammen geschlagen, hinter einen Bahndamm verschleppt und vergewaltigt zu haben. 

Das Mädchen schwebte in akuter Lebensgefahr und leidet bis heute unter den körperlichen und seelischen Folgen der Tat.

Ein anderer wegen Vergewaltigung angeklagter Bergkamener hat sich erstmals zu sexuellen Handlungen mit einer 16-Jährigen geäußert. 

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