In der Fußgängerzone

Böller beschädigt Corona-Testzentrum in Bergkamen: Staatsschutz ermittelt

Corona-Testzentrum Bergkamen Holzhütte Schaden
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Der Innenraum der Hütte wurde komplett zerstört.

[Update] Nach einem Böllerangriff auf eine Corona-Teststation in Bergkamen hat der Staatsschutz die Ermittlungen aufgenommen. Ein politischer Hintergrund kann nicht ausgeschlossen werden. Nach Austausch der beschädigten Hütte gehen die Tests am Montag weiter.

Bergkamen - Ein riesiger Knall schreckte am frühen Sonntagmorgen die Anwohner am Herbert-Wehner-Platz aus dem Schlaf. Unbekannte Täter hatten gegen fünf Uhr morgens Feuerwerkskörper unter einer Holzhütte gezündet, die als Corona-Schnelltestzentrum dient, und sie komplett zerstört. Ob es sich um einen dummen Streich oder einen Anschlag möglicherweise aus der Querdenkerszene handelt, ist unklar. Der Staatsschutz der Dortmunder Polizei hat die Ermittlungen übernommen und sucht Zeugen.

Ein 48-jähriger Anwohner hatte gegen fünf Uhr am Sonntagmorgen einen lauten Knall im Bereich des Herbert-Wehner-Platzes gehört. Anschließend sah er drei Personen in Richtung des naheliegenden Discounters weglaufen und alarmierte die Polizei. Auf dem Platz stehen drei Holzhütten, die als Corona-Schnelltestzentrum genutzt werden. Weil eine der Hütten qualmte, wurde auch die Feuerwehr alarmiert.

Polenböller richten schwere Schäden an

An einer der Hütten stellten die Polizeibeamten erhebliche Beschädigungen durch Feuerwerkskörper – sogenannte Polenböller – fest. Offensichtlich war der Böller unter dem Hüttenboden gezündet worden. Der zerbarst, auch innen wurde alles zerstört. Die Kripo sicherte Spuren am Tatort, die zurzeit ausgewertet werden. Offensichtlich gelangten die Täter aber nicht in die Hütte. Gestohlen wurde nach ersten Erkenntnissen nichts.

Der untere Bereich der Holzhütte wurde stark beschädigt

Organisator Thomas Kiefer „sprachlos“

Das bestätigt auch Thomas Kiefer, der Inhaber des Fitnessstudios „Fit Plus“, der das Corona-Testzentrum in Kooperation mit dem Gesundheitszentrum am Nordberg erst vor zehn Tagen in den Holzhütten eröffnet hatte. Ihn hatte das Ordnungsamt am Sonntagmorgen gegen 7 Uhr über den Vorfall informiert. „Mir fehlen die Worte“, sagt Kiefer, der sich nicht vorstellen kann, warum Unbekannte eine Testhütte zerstören. Ob das ein dummer Streich war, Vandalismus oder ein gezielter Anschlag, kann er nicht sagen. Da ein politischer Hintergrund zunächst nicht ausgeschlossen werden kann, hat jetzt der Staatsschutz der Dortmunder Polizei die Ermittlungen übernommen.

„Den Schaden hat die Stadt Bergkamen, weil sie die Hütten für das Testzentrum zur Verfügung gestellt hat“ berichtet Kiefer. Die betroffene Holzhütte wurde am Montagmorgen um 9 Uhr von der Stadt abgebaut und eine neue Hütte an der Stelle aufgebaut. Die Hütten waren auf dem Baubetriebshof gelagert. Genutzt werden sie normalerweise für den Weihnachtsmarkt. „Weil der aufgrund der Pandemie nicht stattfinden konnte, die Hütten ungenutzt sind, entstand die Idee, die Hütten für ein weiteres Testzentrum zu nutzen“, erläutert Thomas Kiefer.

Testbetrieb geht weiter

Da die anderen Testzentren nicht so zentral liegen und für Menschen, die nicht mobil sind, schwerer zu erreichen sind, sollte der Standort am Herbert-Wehner-Platz diese Lücke schließen. „Hier können Testwillige auch ohne Termin kommen und anschließend zum Friseur gehen.“ Wenn der Inzidenzwert weiter sinkt, werden auch die Geschäfte am Nordberg wieder öffnen, hofft Kiefer. Dann sei ein Testzentrum in der Nähe von Vorteil.

Der Baubetriebshof hat die beschädigte Hütte am Montagmorgen ausgetauscht, sodass der Betrieb des Testzentrums ohne Einschränkungen weiterläuft.

Weil der mehrere Hütten am Herbert-Wehner-Platz stehen, konnte der Testbetrieb am Montag weitergehen, denn das Testzentrum in der Innenstadt wird gut angenommen. Aktuell werden die Tests in der Zeit zwischen 8 bis 12 Uhr und 15 bis 18 Uhr durchgeführt. „Sobald die Läden wieder öffnen dürfen, ist geplant, durchgehend von 8 bis 18 Uhr Tests ohne Termin durchzuführen“, sagt Thomas Kiefer.

Hinweise an die Polizei in Dortmund

Er überlegt, eine Belohnung auszuloben auf Facebook für Hinweise, die zur Ergreifung der Täter führen. Die Dortmunder Polizei bittet Zeugen, die zur Aufklärung des Falles beitragen können, sich unter Telefon 0231/132-7441 zu melden.

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