Impfaktion in der Römerbergsporthalle

Biontech statt Astra: Impflinge in Bergkamen erhalten kurzfristig alternatives Angebot

Impfdosen Impfung
+
Knapp 600 Impfdosen wurden am Samstag in der zum Impfzentrum umgebauten Sporthalle aufgezogen.

Die neuen Empfehlungen der Ständigen Impfkommission haben den Organisatoren der Impfaktion am Samstag in der Römerbergsporthalle viel Arbeit beschert. Nachdem am Freitagvormittag einige Bürger ihren Termin sogar abgesagt hatten, lief am Samstag dann doch alles rund.

Bergkamen – Am Samstag stand in der Römerbergsporthalle die Zweitimpfung von 575 Bergkamenern auf der Tagesordnung. Während dabei alles reibungslos verlief, brachten die beiden Tage davor viel zusätzliche Arbeit für das Team vom Stadtmarketing, das die Durchführung der Impfungen organisiert.

Am Donnerstagnachmittag hatte die Ständige Impfkommission (Stiko) ihre Empfehlung für die Corona-Impfung mit Astrazeneca wegen der Delta-Variante geändert. Die Stiko empfahl – unabhängig vom Alter – eine Kreuzimpfung mit einem mRNA-Wirkstoff, wie Biontech/Pfizer oder Moderna nach einer Astrazeneca-Erstimpfung. Am Freitagmorgen stand daher das Telefon beim Team von Karsten Quabeck nicht still, denn bekanntlich waren die knapp 600 eingeladenen Bergkamener im April mit Astrazeneca geimpft worden.

80 Prozent nehmen Biontech

„Die Leute waren aufgrund dieser Nachricht natürlich verunsichert, da mussten wir viel aufklären, dass auch eine Zweitimpfung mit Astrazeneca einen guten Schutz bietet“, erklärte Amtsleiter Quabeck. 15 Personen sagten ihren Termin trotzdem ab.

Am Freitagnachmittag um kurz nach 16 Uhr erreichte das Rathaus dann überraschend die Nachricht vom Gesundheitsamt in Unna, dass für den am Samstag geplanten Termin nun auch ausreichend Biontech für die Zweitimpfung in der Römerbergsporthalle zur Verfügung stehe. Kurzfristig sei nach dieser Nachricht alles Nötige in die Wege geleitet worden, um dieses alternative Angebot vor Ort zu ermöglichen, berichtete Quabeck weiter. Im Außenbereich der Halle wurden daher Tische aufgestellt, an denen zur Impfung Eingeladene die Formulare für den anderen Wirkstoff ausfüllen konnten, um diesen dann gespritzt zu bekommen.

Ein Angebot, was am Samstag viele der Eingeladenen nutzten. „Gut 80 Prozent der Impflinge haben sich für Biontech/Pfizer entschieden“, berichtete Quabeck.

Novak Plavsic und seine Frau Ragana erhielten ihre Zweitimpfung am Samstag in der Römerbergsporthalle von Regina Pieper.

Auch der langjährige Stadtarchivar Martin Litzinger erhielt am Samstagmittag seine zweite Impfung. Er entschied sich vor Ort aber nicht um. „Ich habe mich nicht anders entschieden und bin bei Astrazeneca geblieben, weil ich der Meinung bin, dass man nicht jeder neuen Stimmung hinterherlaufen muss“, sagte der 66-Jährige, der die erste Spritze im April recht gut vertragen hat.

„Bis auf Schmerzen im Arm und eine gewisse Müdigkeit am Tag danach war das okay.“ Den Ablauf im Impfzentrum bezeichnete Litzinger als vorbildlich. Das sahen auch viele andere Impflinge so und lobten die Durchführung durch das Stadtmarketing-Team.

Unangemeldete Impfwillige werden abgewiesen

Nachdem sich die Nachricht, dass auch Biontech zur Verfügung steht, verbreitet hatte, kamen auch einige Bergkamener, die sich am Freitag noch abgemeldet hatten, spontan zur Impfung. „Das ist schön, dass das jetzt doch klappt, denn ich habe meinen Urlaub schon dementsprechend geplant“, berichtete Lothar Radix. Den hätte der Bergkamener wohl neu planen müssen, wenn er nicht am Samstag den Pieks bekommen hätte. „Nachdem, was in den Nachrichten zu lesen war, bin ich dankbar, dass ich jetzt Biontech bekommen habe.“

Spontan versuchten auch einige andere Bergkamener, die keine Einladung zur Zweitimpfung erhalten hatten, ihr Glück vor Ort. „Das fällt uns dann natürlich auf und dann müssen wir die Leute wieder nach Hause schicken“, so Quabeck.

Von Seiten der Impfärztin gab es zuvor noch ein Angebot an die noch nicht geimpften Mitarbeiter des Rathauses. „Bevor wir das mit Aufwand im Rathaus durchführen, haben wir die einfach zu diesem Termin bestellt“, so Quabeck. Dafür waren zusätzliche Dosen zur Verfügung gestellt worden. Auch die wenigen Personen von der Reserveliste bekamen ihren Pieks. Die übrigen Dosen gingen noch am Abend zurück zum Impfzentrum in Unna. „Hier ist noch keine Dose weggekommen. Da habe ich persönlich drauf geachtet“, bilanzierte Quabeck den langen Arbeitstag zufrieden.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare