Biogasanlage lockt die Massen

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Beim Tag der offenen Tür konnte die Biogasanlage auf dem Hof Willeke besichtigt werden.

HEIL - Das Interesse der Bergkamener Bevölkerung an der Biogasanlage von Bauer Willeke ist groß. Das zeigte einmal mehr der Tag der offenen Tür, zu dem die Familie am Sonntag eingeladen hatte.

Es war den ganzen Tag über ein stetiges Kommen und Gehen - und die zum Parkplatz umfunktionierte Wiese war stets gut mit Autos gefüllt. Auf dem Gelände rund um die Biogasanlage verlief sich die stets dreistellige Besucherzahl, doch kaum luden Ludger, Birgit und Karsten Willeke sowie Matthias Scholz zu Führungen ein, fanden sich schnell jeweils 20- bis 30-köpfige Menschentrauben bei den Fachleuten ein.

Anschaulich wurde immer wieder aufs Neue geduldig erklärt, auf welchem Wege und womit die Biogasanlage gefüttert wird, wie die Materialien in den Gärbottich gelangen, welche biochemischen Prozesse im Inneren der Anlage in Gang gesetzt werden und was am Ende sowohl mit dem entstandenen Gas als auch mit dem Gärrest passiert. Während das Gas ins Netz eingespeist wird und die derzeit noch ungenutzte Wärme bald zum Heizen genutzt werden kann, landet der Gärrest als flüssiger Naturdünger wieder auf den landwirtschaftlich genutzten Flächen. Es sei ein Kreislauf, betonte nicht nur Ludger Willeke.

Wer sich keiner Führung anschließen oder gar den Dingen genauer auf den Grund gehen wollte, konnte sich durch zahlreiche Schautafeln lesen, die die einzelnen Schritte der Gasgewinnung und die dazu nötigen Elemente Schritt für Schritt erklärten. Und wenn es zu speziell wurde, standen Fachleute der Firmen, die am Bau der Heiler Biogasanlage beteiligt gewesen waren, Rede und Antwort. Wie auch Programmierer Ulf Butke von der Firma Tewe, die die Steuerung der Anlage einbaute. „Das ist beileibe kein Teufelswerk. Man braucht als Nachbar keine Angst vor dieser Anlage zu haben“, betonte Butke.

Zwei unabhängig voneinander parallel laufende Systeme überwachten sich gegenseitig und so würde jeder Fehler im System sofort auffallen und der Familie Willeke mittels Meldung aufs Handy sofort angezeigt. „Vieles kann dann über das Handy sofort ferngesteuert behoben werden“, erklärt Butke, anderes könne warten, bis der Bauer vom Feld käme und wieder unmittelbaren Zugriff auf die Anlage habe.

Hohe Sicherheit und Steuerung per Handy

„Ob Stromausfall oder der Absturz eines Computers: Der andere bemerkt das sofort und schlägt Alarm“, verspricht Butke. Von Hackerangriffen auf Biogasanlagen hat der Fachmann bislang noch nichts gehört, aber auch hier sei man auf dem aktuellsten Stand der Technik und habe eine starke Firewall, so dass die Anlage bestmöglich geschützt sei. „Außerdem“, so Butke, „ist die Steuerung der Anlage so speziell, dass man schon viel Ahnung von der Materie haben muss, um darin einen Schaden anrichten zu können. “

Daher werden die Willekes aller Voraussicht nach stets genau darüber Bescheid wissen, wie hoch die Temperatur im Inneren der Anlage ist, wie hoch Druck oder Füllstand sind und welche Regler gerade geöffnet oder geschlossen sind. All das zeigt das Display an der Schaltanlage an - und das kann auf Knopfdruck auch Analysen und Tabellen herausgeben, wie viel Gülle zu einem Zeitpunkt zugefüttert wurde, wie hoch der Gesamtertrag war und zahlreiche andere Messkurven ausspucken.

Doch nicht nur die Biogasanlage selbst zog interessierte Blicke auf sich, auch die Fahrzeugschau lockte so manchen Interessierten an.

Der riesige Pflug wurde ebenso interessiert begutachtet wie die großen Traktoren, Landmaschinen oder der Teleskoplader. Der, so erklärte Ronny Schneidewind von der Firma Febauma, sei gerade für den Betrieb einer Biogasanlage besonders gut geeignet.

Die Mischung aus Gabelstapler und Radlader könne schwere Arbeiten sehr weit oben erledigen. „Der AG plus 40.7 VS hat eine Hubkraft von 40 Tonnen und kann bis zu sieben Meter hoch heben“, erklärte der Fachmann für Bau- und Industriemaschinen.

Doch nicht nur die Freunde neuester Techniken und landwirtschaftlicher Geräte hatten ihren Spaß am Tag der offenen Tür, auch für die Kleinen hatte die Familie Willeke gesorgt: Sie lud zehn Trampeltrecker - inklusive Anhänger und Güllefass - zu einer Fahrt durch den Strohballenparcours ein. Wer sich lieber fahren lassen wollte, konnte in die Pferdekutsche einsteigen. - tat

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