Biofleisch/Neuland vergrößert den Betrieb an der Ökologiestation

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Bis zum Sommer nächsten Jahres wird sich der Biofleisch/Neuland-Betrieb an der Ökologiestation in Heil um rund 1.000 Quadratmeter Fläche vergrößern.

Bergkamen - Den derzeitigen Boom um Biofleisch oder zumindest Produkte aus artgerechter Haltung spüren die Fleischproduzenten im Zerlege- und Weiterverarbeitungsbetrieb an der Ökostation. Bis zum Sommer nächsten Jahres will sich das Unternehmen um rund 1.000 Quadratmeter Fläche vergrößern.

Die Arbeiten haben bereits begonnen. Den meisten dürfte der Betrieb unter „Neuland“ bekannt sein. Eigentlich handelt es sich um zwei Betriebe unter einem Dach. Die „Biofleisch NRW e.G.“ ist eine Erzeugergenossenschaft mit rund 100 Mitgliedern, die als Bauherr der im Oktober begonnenen Erweiterung auftritt. Und auch Neuland hat dort weiter seinen Sitz. Geschäftsführer beider Betriebe ist seit zwei Jahren Christoph Dahlmann, der Hugo Gödde ablöste. Dieser steht dem 43-Jährigen aber weiterhin als „Seniorpartner“ mit Rat und Tat zur Seite. 

Der Unterschied zwischen Biofleisch und Neuland: Während die Landwirte von Biofleisch Tiere liefern, die nach rein biologischen Richtlinien gefüttert wurden, stammt das Neuland-Fleisch von Schweinen und Rindern, die artgerecht gehalten werden aber konventionell gefüttert worden sein können. Nicht weiter als 200 Kilometer oder vier Stunden Fahrt sollen die Höfe entfernt sein, so die Biofleischregel. Geschlachtet wird das Fleisch in einem Betrieb in Unna, in Heil wird lediglich weiterverarbeitet. 

Zuwachs im zweistelligen Bereich

An der Baustelle (v.li.): Uwe Lang (Architektenbüro), Hugo Gödde (früher Geschäftsführer,) Architekt Elmar Busse, Geschäftsführer Christoph Dahlmann und Christian Luther, Technischer Leiter.

Christoph Dahlmann weist mit Stolz auf die Entwicklung der vergangenen Jahre hin: „Wir hatten Zuwächse im zweistelligen Bereich“, sagt er. Die Folge: „Der Betrieb platzt aus allen Nähten.“ Die Aufnahmekapazität des Kühllagers sei total ausgereizt, so der Agraringenieur, der aus einem landwirtschaftlichem Betrieb in der Nähe von Neubeckum stammt. Dahlmann weist darauf hin, dass die jetzige Investition in Höhe von rund 2,5 Millionen Euro auch ein Bekenntnis zum Standort bedeutet. „Wir hatten auch darüber nachgedacht, auf die grüne Wiese zu ziehen, aber die Nachbarschaft zur Ökologiestation ist für uns optimal.“ Zudem gibt es noch den Musterschweinestall in der Umgebung, Ziel von Führungen, auch für Mitarbeiter von Kunden. 

Arbeitsabläufe werden modernisiert

Eines mussten die Bauherren und Architekten als Nachbarn der Ökostation allerdings beachten: „Wir passen den Neubau den Nachbargebäuden an“, sagt Dahlmann. Da es sich um einen denkmalgeschützten Hof handelt, muss ein Dachgiebel auf das neue Gebäude. Die dadurch entstehende zweite Etage wird für Sozialräume genutzt. Arbeitsplatz wird dann wieder ausreichend zur Verfügung stehen. „Die Fläche für die Produktion wird sich vervierfachen“, kündigt der Geschäftsführer an. Dort werden Würste und andere Produkte hergestellt. Nicht zuletzt soll Raum für die Realisierung neuer Ideen bleiben.

Zu den Kunden zählen Fachgeschäfte

Im Gespräch ist Ware für den Selbstbedienungsbereich. „Das ist aber noch im Planungsstadium“, betont Christoph Dahlmann. Auch ein Biobetrieb verschließt sich nicht vor neuer Technik. Mit dem Umbau sollen die Arbeitsabläufe modernisiert werden. Derzeit sind insgesamt 36 Mitarbeiter bei Biofleisch und Neuland beschäftigt. Der Geschäftsführer rechnet damit, dass die Zahl steigen wird. Und Dahlmann legt Wert auf die Feststellung, dass es sich um fest angestellte Mitarbeiter handelt. „Leiharbeiter wird es bei mir nicht geben“, sagt er. Abnehmer der Fleisch- und Wurstwaren aus Heil sind weiterhin Fachgeschäfte des Lebensmittelhandels wie Metzgereien. Die großen Ketten zählen nicht zu den Kunden, wohl aber einzelne Filialisten. Die Kunden werden mit einem eigenen Fuhrpark beliefert. 

Am kommenden Dienstag findet in Heil die Genossenschaftsversammlung von Biofleisch statt. Die wird das Unternehmen für die offizielle Grundsteinlegung nutzen. Im Sommer nächsten Jahres soll der Neubau fertiggestellt sein.

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