Antrag an den Rat

„Bevor etwas passiert“: CDU fordert durchgängig Tempo 30 auf Königslandwehr

Auf der Straße Königslandwehr zwischen Jahnstraße und Ortseingang Heil hat der Verkehr nach Beobachtung der CDU deutlich zugenommen. Sie fordert nun mit einem Antrag an den Rat eine Temporeduzierung von 50 auf 30 km/h.
+
Auf der Straße Königslandwehr zwischen Jahnstraße und Ortseingang Heil hat der Verkehr nach Beobachtung der CDU deutlich zugenommen. Sie fordert nun mit einem Antrag an den Rat eine Temporeduzierung von 50 auf 30 km/h.

Die CDU möchte die Verkehrssicherheit auf der Königslandwehr in Bergkamen erhöhen und schlägt eine Reduzierung auf Tempo 30 zwischen Ortseingang Heil und Jahnstraße vor. Anlass ist den Christdemokraten ihre Beobachtung, dass die Parallelstraße zum Datteln-Hamm-Kanal immer stärker von Radlern, Spaziergängern und Joggern genutzt wird.

Bergkamen – Im Ortsbereich Heil gilt bereits Tempo 30, auf dem Abschnitt der Königslandwehr westlich der Jahnstraße ebenso. „Damit wäre der Lückenschluss auf durchgehend 30 km/h vollzogen“, sagt CDU-Ratsherr Dirk Slotta, zugleich Ortsvorsteher für den Stadtteil. Mit einem Antrag an den Rat will die Fraktion ihre Idee umsetzen. „Ich habe ein gutes Gefühl, dass er angenommen wird“, betont Slotta. Die kooperierenden Fraktionen von SPD und Grüne haben im Rat die Mehrheit.

Er habe seinen Urlaub zu Hause verbracht, dabei sei ihm das erhöhte Verkehrsaufkommen aufgefallen, berichtet Slotta. „Es ist erschreckend, wie eng es hier manchmal zugeht und wie schnell die Autos unterwegs sind.“ Paketdienst-Fahrer etwa machten die Königslandwehr oftmals zur „Rennstrecke“ – vor allem dort, wo links und rechts keine Gebäude stünden und das Gefühl entstehe, dass nichts Schlimmes passieren könne.

Um diesen Abschnitt geht’s: Annette Adams (von links), Geschäftsführerin der CDU-Fraktion, Fraktionschef Thomas Heinzel und Ratsherr Dirk Slotta erläutern ihre Idee von Tempo 30 auf der Straße Königslandwehr.

Die Königslandwehr hat weder Geh- noch Radweg und ist in Teilen schlecht einsehbar. Zusätzlich unübersichtlich werde die Verkehrssituation abends und nachts, erläutert Slotta. „Bei Verlegung der Oberleitung ins Erdreich wurden neue LED-Lampen installiert. Die aber leuchten die Fahrbahn mit ihren kleinen Lichtkegeln nicht mehr so gut aus.“

Hinzu komme, dass die Bäume entlang der Straße nicht mehr so stark zurückgeschnitten würden, seit die Kabel in der Erde seien – ein weiterer Grund, warum es in den Abend- und Nachtstunden an Helligkeit auf der Strecke mangele.

Auch Wildwechsel ein Problem

Auch der Wildwechsel auf dem rund 500 Meter langen Teilstück sorge für Gefahren, ergänzt Slotta. Totes Kleinwild auf der Fahrbahn dokumentiere, dass schnell etwas passieren könne. „Zwar hat es noch keine schlimmeren Unfälle gegeben. Wir wollen aber nicht abwarten, bis es so weit ist, sondern rechtzeitig handeln.“ Wenn Rehe die Fahrbahn wechselten, sei die Gefahr ungleich größer.

Mit Schleichverkehren hat Heil kein Problem. Dafür ist der Westenhellweg als „Umfahrung“ gut ausgebaut. Ob sich die Autofahrer, zu denen Anwohner oder auch die Lehrer der Bodelschwinghschule zählen, an Tempo 30 halten werden, das wisse er nicht, sagt Slotta. „Manche fahren hier mit 80 her. Wenn wir die auf 50 bringen, wäre das schon ein Erfolg.“ Zur Not müsste nach einer Zeit der Umstellung die Polizei darum gebeten werden, hier verstärkt Geschwindigkeitskontrollen durchzuführen. „Wir müssen schauen, wie sich die Situation entwickelt.“

E-Bikes vergrößern Aktionsradius

Ähnlich sieht der CDU-Fraktionschef Thomas Heinzel die Situation. „Wir müssen Konflikte zwischen den Verkehrsteilnehmern, wo es geht, schon im Vorfeld bereinigen“, betont er. Dazu müsse man sich jede einzelne Straße anschauen und begutachten. An der Königslandwehr sei eine Reduzierung der Geschwindigkeit in jedem Fall sinnvoll.

Laut Slotta wurde die Neubewertung der Verkehrssituation an dieser Stelle auch durch den Boom der E-Bikes notwendig. „Die schaffen einen viel größeren Aktionsradius, das merken wir in Heil.“ Ohnehin habe der Freizeitverkehr zugenommen.

Im Antrag der CDU wird auch auf weitere Möglichkeiten verwiesen, die Verkehrssituation auf der Königslandwehr zu verbessern, etwa durch Hinweisschilder auf spielende Kinder. Der Ausschuss für Bauen und Verkehr tagt das nächste Mal am 28. September, der Rat zwei Tage später am 30.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare