Probearbeit angegeben

Betrug beim Jobcenter: Vierfacher Vater muss in Haft

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Symbolbild.

Dass auch mehrere Kinder straffällig gewordene Eltern nicht vor dem Gefängnis bewahren können, zeigt ein Fall, der gestern im Amtsgericht Kamen verhandelt wurde. Der vierfache Vater kam in Haft.

Bergkamen/Kamen –Der vierfache Vater auf der Anklagebank hatte dem Jobcenter in Bergkamen eine Arbeitsaufnahme verschwiegen und dadurch 2110,48 Euro zu Unrecht kassiert. „Ich sehe ein, dass ich einen Fehler gemacht habe“, räumte der 34-Jährige ein. 

Hals über Kopf habe er im Tatzeitraum April bis Juli 2017 von Lünen nach Bergkamen umziehen müssen. Seine Schwiegermutter sei unerwartet verstorben und er habe sich mit seiner Ex im Sorgerechtsstreit um seinen ältesten Sohn befunden. Inzwischen lebe der bei ihm und seiner jetzigen Frau. In Lünen habe er über das Jobcenter eine Arbeitsstelle vermittelt bekommen. 

"Ich hab mich gefühlt, als hätte ich die Pistole auf der Brust“

Dort habe er zur Probe gearbeitet. Er sei davon ausgegangen, dass das Jobcenter in Bergkamen automatisch Kenntnis davon erlangte. Doch in Bergkamen wusste niemand etwas davon. „Ich hätte das selber angeben müssen“, sah der Angeklagte ein. Dann gab er zu, bei einer späteren Gelegenheit gelogen zu haben. 

Als durch einen Datenabgleich herausgekommen war, dass er bei der Firma gearbeitet hatte, erklärte er, dass es sich lediglich um Probearbeiten gehandelt hatte. In Wahrheit war dem aber ein Arbeitsvertrag gefolgt. „Ich hab mich gefühlt, als hätte ich die Pistole auf der Brust“, versuchte der Bergkamener sein Handeln zu erklären. Zu der Zeit habe er zwar den Arbeitsvertrag gehabt, sei aber kaum arbeiten gegangen, weshalb er auch nicht viel Geld hatte. 

Zwölf Mal vorbestraft

Die Mitarbeiterin des Jobcenters habe gesagt, entweder, er bestätige, dass es nur Probearbeiten war, oder er bekäme keine Unterstützung vom Amt. Da habe er dann eben gelogen: „Aus der Not heraus.“ Die offenen Worte des Angeklagten wirkten sich am Ende zwar positiv auf die Urteilsfindung aus, dennoch gab es acht Monate Haft für den Mann. Grund dafür waren die nicht unerhebliche Schadenshöhe, vor allem aber zwölf Vorstrafen. 

So kam auch keine Bewährung mehr in Betracht. Der Richter sei sich darüber im Klaren, dass der Angeklagte vier Kinder habe. Allerdings wären einige davon auch schon bei früheren Taten da gewesen, hätten ihn nicht von weiteren Vergehen abhalten können.

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