Betreuungsbedarf steigt: Noch viele Unbekannte in der Bergkamener Kita-Gleichung

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Bergkamen – Nur wenn die vier geplanten neuen Einrichtungen allesamt im Laufe des Kindergartenjahres 2019/2020 an den Start gehen können, werden die zur Verfügung stehenden Plätze in Bergkamen ausreichen, um den Betreuungsbedarf für Ü3-Kinder decken zu können. In Bezug auf die aktuell fehlenden Einrichtungsplätze kommt der Tagespflege als Alternative auch für die über 3-jährigen Kinder eine größere Bedeutung zu.

Monatlich muss das Jugendamt der Stadt Bergkamen die Zahl der Kinder aktualisieren, die einen Anspruch auf einen Betreuungsplatz haben. „Wir hatten erst jüngst einen Zuzug von 27 Kindern in einem Monat. So etwas kann man nicht prognostizieren“, sagt die zuständige Beigeordnete Christine Busch. 

Zum Stichtag 15. März müssen allerdings in jedem Jahr die Zahlen einrichtungsscharf für das kommende Kindergartenjahr an das Landesjugendamt gemeldet werden, damit die finanziellen Zuschüsse abgerufen werden können. Die jüngsten Zahlen gab es am Dienstagnachmittag im Jugendhilfeausschuss. 

Schwierig ist noch die Prognose, ob die vier geplanten neuen Einrichtungen tatsächlich im Laufe des Kindergartenjahres 2019/20 bezugsfertig sind und neues Platzangebot schaffen. Angegeben sind diese Plätze in der Meldung an das Jugendamt bereits. Denn wenn sie an den Start gehen, sollen die Zuschüsse auch gleich genutzt werden können. „Das sind also Zahlen, wie sie Ende des Kita-Jahres 2020 aussehen könnten“, sagte Gabi Hörstrup vom Jugendamt der Stadt Bergkamen. 

Insgesamt werden in Bergkamen nach aktuellem Stand 1.434 Kinder über drei Jahre für die Kindpauschalen gemeldet. Für 1.410 Kinder soll es spätestens zum Ende des Kitajahres 2019/2020 einen Platz geben, auch dank dreier Neubauten. Lediglich die geplante Einrichtung an der Berliner Straße wurde noch nicht in die Planungen einbezogen. Indes aber der geplante Awo-Kindergarten an der Landwehrstraße (Platz für 75 Kinder) und das Pued in Weddinghofen (55). Eine verlässliche Planung, so Busch, sei lediglich für den bereits im Bau befindlichen Johanniter-Kindergarten an der Sugambrerstraße in Oberaden möglich, der Platz für 75 Kinder haben wird und zum 1. August eröffnet werden soll. Ebenfalls eingerechnet in das Zahlenwerk ist die Erweiterung der Awo-Kita Sonnenblume in Rünthe, die künftig 55 Kinder betreuen soll. Dafür würde jedoch ein Umbau genötigt, erklärte Gabi Hörstrup, „und ob das schon im kommenden Kita-Jahr klappen wird, ist noch unklar.“ 

Die 24 offiziell ausgewiesenen fehlenden Plätze in ganz Bergkamen sind daher nur eine rechnerische Größe. Sollten die Awo-Kitas nicht erweitert beziehungsweise gebaut werden und sich das Pued ebenfalls noch weiter verzögern, liegt die Zahl der fehlenden Plätze weiterhin bei rund 150 für Kinder über drei Jahren. 

Bei den Kindern mit U3-Anspruch (1 bis 2 Jahre) ist die Differenz noch größer: Dort finden die zum Stichtag 31. Oktober gezählten 809 Kinder bestenfalls 278 Kita-Plätze vor. Zwar ist der Bedarf an Ü3-Plätzen in Rünthe nahezu gedeckt, doch bei den jüngeren Kindern fehlt es an 46 passenden Kita-Plätzen. Hier ist der Bedarf doppelt so hoch wie das Angebot. Angefordert werden deshalb beim Landesjugendamt auch noch Mittel für die Tagespflege, und zwar für 180 U3-Plätze und 80 Ü3-Betreuungen. „Mit den Schätzungen haben wir optimistisch hoch gegriffen, damit wir nicht plötzlich im laufenden Jahr Kindertagespflegeplätze gibt, für die wir dann aber keine Mittel haben“, erklärte Hörstrup. Nichtsdestotrotz zeigte sich Beigeordnete Christine Busch davon überzeugt, dass man nicht ins Blaue hinein planen würden, sondern in den nächsten Monaten die Baustarts für die neuen Einrichtungen erfolgen würden.

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