Streit mit Vermieter

Bestellungen in Sexshops: Frau aus Bergkamen fühlt sich gemobbt durch mehr als 100 Paketlieferungen

20 bis 30 Prozent mehr Pakete wandern schätzungsweise seit dem zweiten Lockdown durch die Annahmestellen.
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Die Frau aus Bergkamen bekam so viele Pakete, dass sich einige Zusteller bereits weigerten, sie auszuliefern.

Ein Vermieter soll versucht haben, die Bewohnerin eines Hauses in Bergkamen aus ihrer Wohnung zu mobben. Unter anderem soll er unter dem Namen der Frau mehrere Waren - unter anderem aus Sexshophs - bestellt haben. Die Frau hatte mit einer Flut an Paketlieferungen zu kämpfen.

Bergkamen – Das Verhältnis zwischen Vermieter und Bewohnerin eines Hauses in Bergkamen war von Anfang an schlecht. Nun soll der 52-Jährige versucht haben, die Frau aus seiner Immobilie zu ekeln. Dafür soll er bei zwei Versandhäusern Kundenkonten mit den Daten der Frau angelegt und viele Waren bestellt haben. Sein Ziel soll es gewesen sein, die 58-Jährige durch das ständige Eintreffen und Zurücksenden der Pakete, mürbe zu machen und sie letztlich zum Auszug zu bringen.

„Ich habe diese Pakete nicht bestellt“, stritt der Vermieter den Vorwurf im Amtsgericht Kamen ab. Der Richter zweifelte an der Aussage. Denn Ermittler waren bei der Rückverfolgung der Kundenkonten auf E-Mail-Adressen gestoßen, die dem Bergkamener zugeordnet werden konnten. „Die sind mir beide nicht bekannt“, gab der 52-Jährige an. Er vermutete, dass der Account gekapert und seine persönlichen Daten verwendet wurden.

Tote Ratte im Keller

Die Mieterin war als Zeugin geladen. Sie bestätigte das angespannte Verhältnis. Bereits mehrfach hätten sie sich vor Gericht getroffen. Angefangen habe alles, nachdem der Angeklagte das Haus ersteigert hatte. Danach habe er die alten Mietverträge ändern wollen. Darauf hatte sich die Mieterin nicht eingelassen. „Seitdem ist nur Mobbing angesagt bei mir“, so die Zeugin. Erst habe sie keine Heizung in ihrer Wohnung bekommen, dann hätten alle neue Klingelknöpfe und Briefkästen bekommen – nur sie nicht. Sie habe eine tote Ratte in ihrem Keller gefunden und ihre Waschmaschine sei kaputt gewesen. In fast allen Punkten sei sie gegen den Vermieter vor Gericht gezogen.

Bis auf die Sache mit der Waschmaschine sei sie jedes Mal als Gewinnerin aus den Verhandlungen gegangen. Aufgrund der Vorgeschichte vermutete die 58-Jährige, dass der Angeklagte hinter den Paketen steckte. Insgesamt habe sie mehr als 100 erhalten. „Die Fahrer haben sich schon bei mir beschwert“, erklärte die Bergkamenerin. Der Chef eines Paketdienstes habe sogar weitere Lieferung an sie verweigert, bis die Angelegenheit geklärt ist.

Sachverständiger soll bei Aufklärung helfen

Die Pakete seien unterschiedlichen Inhalts gewesen. Zum Beweis hatte die Frau zwei vollgepackte Tüten dabei. Manches kam aus Sexshops: „Dildos, Reizwäsche für Lesben. Das war ganz schlimm für mich.“ Seit Sommer vergangenen Jahres herrsche Ruhe. Ein Punkt, der den Richter dazu veranlasste, dem Angeklagten anzubieten, das Verfahren gegen eine Zahlung von 1500 Euro einzustellen. Damit erklärte sich der Bergkamener aber nicht einverstanden.

Bis zu einem nächsten Termin soll nun ein technischer Sachverständiger die Frage klären, ob tatsächlich andere Personen die E-Mail-Adressen mit dem Account des Angeklagten genutzt hatten.

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