Anwalt: Für Vorfall in Bergkamen kein Tatnachweis

Vergewaltigungsprozess: Angeklagter will aus der Untersuchungshaft

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Überraschung im Prozess im Vergewaltigungsprozess: Der Angeklagte will aus der U-Haft. 

Bergkamen/Dortmund -Der mutmaßliche Vergewaltiger von zwei jungen Frauen in Bergkamen und Kamen hat vor dem Dortmunder Landgericht seine sofortige Entlassung aus der Untersuchungshaft beantragt. „Im ersten Fall lässt sich aus meiner Sicht ohnehin kein Tatnachweis erbringen“, argumentierte Verteidiger Marco Ostmeyer.

Computer streikt: Gutachten nicht verfügbar

Der Vorstoß des Juristen und seines 26 Jahre alten Mandanten kam überraschend, denn eigentlich soll der Prozess in den kommenden Wochen zu Ende gehen. Dass in dieser Woche inhaltlich überhaupt kein Vorankommen zu verzeichnen war, hatte einen kuriosen Grund: Die Richter hatten zuletzt noch eine ergänzende Stellungnahme der psychiatrischen Sachverständigen angefordert. Ob diese inzwischen per E-Mail eingegangen war, konnte zu Verhandlungsbeginn aber nicht geklärt werden. Der Computer des Richters streikte.

Angaben werden mit Spurenbild abgeglichen

Der Angeklagte hatte nach langem Schweigen zuletzt auch Angaben zu der mutmaßlichen Vergewaltigung am Koppelteich in Kamen gemacht. Danach hat es tatsächlich sexuellen Kontakt mit der damals 16 Jahre alten Jugendlichen gegeben. „Ich hatte aber das Gefühl, dass sie das auch wollte“, so der Bergkamener. Zu einem der nächsten Verhandlungstage soll Staatsanwältin Alina Hildesheim aus der Asservatenkammer nun die kurze Hose mitbringen, die das Mädchen in der Tatnacht getragen hat. Die darauf möglicherweise vorhandenen Grasflecken könnten den Richtern Aufschluss darüber geben, ob der Beschuldigte in seiner Erklärung die Wahrheit gesagt hat. Der Bergkamener hatte eine andere Liegeposition geschildert als das 16-jährige Opfer.

Urteil frühestens im November 

Mit einem Urteil ist trotz allem nicht vor November zu rechnen. Möglicherweise hat Verteidiger Marco Ostmeyer auch noch weitere Beweisanträge im Köcher. „Wir überlegen, ob wir noch was machen müssen“, sagte der Dortmunder Anwalt im Prozess.

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