Nachfolgerin von Martin Litzinger

Faszination für die Vergangenheit: Das ist Bergkamens neue Stadtarchivarin

Seit Anfang Januar ist Sarah Schrader die Herrscherin über die Bände im Bergkamener Stadtarchiv und Nachfolgerin von Martin Litzinger.
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Seit Anfang Januar ist Sarah Schrader die Herrscherin über die Bände im Bergkamener Stadtarchiv und Nachfolgerin von Martin Litzinger.

Wenn es um die Bergkamener Stadtgeschichte ging, war bisher Martin Litzinger ein fachkundiger Ansprechpartner, der bis Ende vergangenen Jahres als Stadtarchivar fungierte. Seine Nachfolge hat zum 1. Januar Sarah Schrader angetreten. Es ist nicht ihre erste Station in der Stadt.

Bergkamen – Eine Sonderausstellung zu römischen Militärlagern, die sie eigentlich für das kultur- und stadthistorische Museum Duisburg konzipiert hatte, führte die Althistorikerin auch nach Bergkamen. „Die Ausstellung weckte das Interesse anderer Museum und wurde so zur Wanderausstellung“, erinnert Schrader sich. In Bergkamen war die Ausstellung 2014 zu sehen. Mit dem Ende der Schau verabschiedete sich die 1985 geborene neue Stadtarchivarin aber nicht aus Bergkamen. So wirkte sie zum Beispiel an den Vorbereitungen zum 50-jährigen Stadtjubiläum mit.

Im Mai 2015 heuerte Schrader, die ursprünglich aus Bottrop kommt, zudem beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) an. Zunächst war sie als wissenschaftliche Volontärin, dann als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Römermuseum Haltern tätig, übernahm die Projektleitung bei Sonderausstellungen und arbeitete im Museumsarchiv. Nach drei Jahren wechselte sie ans kultur- und stadthistorische Museum Dortmund und kehrte 2019 zurück nach Bergkamen, wo sie im Museum und Museumsdepot arbeitete.

Schon seit der Kindheit von der Vergangenheit fasziniert

Die Faszination für die Geschehnisse der Vergangenheit begleitet Sarah Schrader schon seit ihrer Kindheit. „Ich wusste schon mit sieben, dass ich irgendetwas in die Richtung machen will. Ich hatte keinen Plan B für mein Leben“, erzählt sie. Und lacht. „Ich wusste damals natürlich noch nicht, wie das heißt. Meine Familie hat immer gesagt, ich mache mal was ‚mit alten Steinen‘.“

Zumindest vorübergehend stimmte das sogar buchstäblich. Schrader ist nämlich nicht nur Althistorikerin und Ägyptologin, sondern auch Archäologin. Während ihres Studiums an der Bonner Universität standen daher auch etliche Ausgrabungen auf dem Lehrplan, die sie vor allem in heimischen Gefilden mit den Überbleibseln der Vergangenheit in Berührung brachte.

Die Leidenschaft für die Geschichte ist über die Jahre nicht abgeklungen. „Ich finde es spannend, was in der Vergangenheit passiert ist und was wir in der Gegenwart daraus für Schlüsse ziehen und lernen können“, sagt sie. Finden, erforschen, Rückschlüsse ziehen – das fasziniert sie jedes Mal aufs Neue. Momentan ist die Archivarin nur einige Stunden pro Woche im Rathaus, weil die Zwillinge, die sie mit ihrem Mann hat, erst acht Monate alt sind. „Perspektivisch ist das aber eine Vollzeitstelle“, betont sie.

Viele Anfragen zur Ahnenforschung

Zu ihren Aufgaben gehört nicht nur die Katalogisierung und Archivierung von Dokumenten wie zu Beispiel Standesamtsbüchern, Sterbe- und Eheurkunden, Zeitungen und anderen stadthistorischen Unterlagen. Sie hilft auch denjenigen, die selbst gern in der Vergangenheit forschen. „Aktuell bekomme ich viele Anfragen zur Ahnenforschung“, erzählt sie. Auf einen Zugang ins Stadtarchiv müssen die Ahnenforscher derzeit allerdings verzichten.

„Das geht wegen Corona nicht“, bedauert Schrader. Aber mit den Daten, die die Neugierigen ihr mailen, macht sie sich dann auf den Weg ins Archiv.

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