Stadt Bergkamen: Altlastenproblem lösbar

Dieses Jahr Kaufvertrag, 2022 Baubeginn: Durchbruch am Rünther Marktplatz

Blühende Aussichten bot der alte Rünther Markt nur in den passenden Jahreszeiten. Die Fläche ist trostlos, wird als Park- und Abstellplatz benutzt. Rund um die Glascontainer verschandelt oft Müll das Bild. Nun sollen hier bald Häuser entstehen.
+
Blühende Aussichten bot der alte Rünther Markt nur in den passenden Jahreszeiten. Die Fläche ist trostlos, wird als Park- und Abstellplatz benutzt. Rund um die Glascontainer verschandelt oft Müll das Bild. Nun sollen hier bald Häuser entstehen.

Adieu Tristesse: Nach mehr als 20 Jahren Ödnis soll der alte Rünther Markt 2022 zum Bauplatz werden. Die Stadt sagt, der Investor kaufe noch dieses Jahr.

Rünthe – „Wenn weiter alles gut läuft, wird noch in diesem Jahr der Notarvertrag geschlossen.“ Als Dr. Hans-Joachim Peters mit diesem Satz dem Ausschuss für Umwelt und Klimaschutz im letzten Tagesordnungspunkt „Mitteilungen“ ein bemerkenswertes Finale bescherte, hätte der Baudezernent gern das Gesicht von Karl-Heinz Röcher gesehen.

Wären doch die Zweifel des von Röcher geleiteten Arbeitskreises „Wohnen und Leben“ am Engagement der Stadt bei der Entwicklung des brachliegenden Rünther Marktplatzes in dem Moment widerlegt, in dem der noch namenlose Investor zur Unterschrift ansetzt.

Altlastenproblem scheint lösbar

„Schade, dass Herr Röcher schon gegangen ist“, leitete Peters seinen Beitrag durchaus süffisant ein. Zumal der aus Rünther Perspektive alles andere als beiläufig ist. Seit mehr als 20 Jahren bieten die etwa 7000 Quadratmeter ein schäbiges Bild, weil die Belastung des Areals mit Schadstoffen bisher einen Zusatzaufwand bei der Aufbereitung als Wohnbaufläche bedeutete, der sich nicht rechnete. Erst für die Vivawest als Haupteigentümerin nicht, dann auch für andere. Der Versuch der Stadt, eine geförderte Sanierung anzuschieben, fruchtete nicht. Der Verein machte Druck, im Frühjahr auch mit einer widerrechtlich aufgestellten Tafel auf dem Gelände, und er sammelt Unterschriften für eine Bebauung in seinem Sinne: mit einem „Bürgerzentrum“.

Entwarnung nach Grundwasserbeobachtung

Nun kann ein Investor wohl anders kalkulieren. Im April hatte Bürgermeister Bernd Schäfer angekündigt, sich eines Interessenten anzunehmen, der den Kauf der Fläche unter gewissen Umständen erwäge. Und die sind mit der Altlastenuntersuchung eingetreten. Peters: „Es hat in Abstimmung mit dem Kreis ein Gundwassermonitoring gegeben. Ergebnis ist, dass dort kein Handlungsbedarf besteht.“

Mehrfamilienhaus, Einzelhäuser, Tiefgarage

Er gehe davon aus, dass der neue Eigentümer im kommenden Jahr mit dem Bau beginnen werde. „Das städtebauliche Konzept wird dann den Fachausschuss beschäftigen“, so Peters. Der Investor plane Wohnungsbau mit einem Anteil Einzelhäuser und einem Geschossbau. Darunter werde eine Tiefgarage für sämtliche Stellplätze entstehen. An den Häusern soll es keine Parkplätze geben. Über die Freiflächen werde so auch die Durchlässigkeit zur angrenzenden Bebauung am Landwehrpark gewährleistet.

Baudezernent: Alle in einem Boot

„Es sitzen nun alle in einem Boot“, verwies Peters darauf, dass die Stadt mit ihrem kleinen Grundstücksanteil auch unmittelbar an den Prozessen beteiligt sei und nicht nur von Amts wegen. „Hier haben wir die längste Zeit gewartet“, konstatierte der Dezernent abschließend. „Und wir waren gut beraten, in den neuen Eigentümer Vertrauen zu setzen.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare