Gericht

Bergkamenerin stiehlt EC-Karte von Bekanntem und räumt 5000 Euro von seinem Konto ab

Gericht Justitia Waagschalen
+
Die 38-jährige Frau aus Bergkamen nutzte das Vertrauen eines langjährigen Bekannten aus und stahl seine EC-Karte. Dann holte sie mehrfach Geld und ging auf Shopping-Tour.

Eiskalt hatte eine 38-jährige Frau aus Bergkamen das Vertrauensverhältnis zu einem 60-Jährigen ausgenutzt. Sie klaute seine EC-Karte und hob 5000 Euro vom Konto des Mannes ab. Die Quittung dafür bekam sie im Amtsgericht Kamen: 900 Euro Geldstrafe, und sie muss die 5000 Euro zurückzahlen.

Bergkamen – Sie kenne den Mann schon, seit sie 16 oder 17 Jahre alt sei, erklärte die Frau im Gericht. Sie habe für ihn Einkäufe erledigt. Am 2. März war die Bergkamenerin bei dem Geschädigten zu Besuch. Diese Gelegenheit nutzte sie, um die Geldkarte aus seinem Portemonnaie zu stehlen.

Noch am selben Tag begab sie sich gegen 12 Uhr zur Weststraße in Kamen, um dort die ersten 1000 Euro vom Konto des Mannes abzuheben. Um 12.14 Uhr folgten an einem anderen Automaten in Kamen, und bei einer Filiale in Bergkamen jeweils 1500 Euro. Das letzte Mal nutzte die Frau die Karte am 3. März um 0.06 Uhr in Kamen für 1000 Euro.

Den Pin gemerkt, als sie Einkäufe für den Mann erledigte

„Ich habe es gemacht, es tut mir auch leid. Ich habe nicht drüber nachgedacht“, legte die 38-Jährige ein Geständnis ab. Das Geld habe sie verprasst. Den Pin habe sie sich gemerkt, als der Geschädigte ihr einmal seine Karte für den Einkauf mitgegeben hatte. Daran konnte sich der 60-Jährige allerdings nicht mehr erinnern.

Er erklärte im Zeugenstand, die Beschuldigte habe am Tattag versprochen, ihm etwas zu bringen. Er habe vergeblich auf sie gewartet. Am nächsten Tag habe er festgestellt, dass seine Geldkarte aus dem Portemonnaie fehlte. Er sei zur seiner Bank gegangen und habe erfahren, dass er mit mehr als 3000 Euro im Minus war. Den Pin müsste die Frau aus seiner Geldbörse gestohlen haben. Dort habe er einen Zettel mit dem Zahlencode aufbewahrt. „Das war nachlässig von mir, das gebe ich zu.“

Richter erhielt gefälschtes Schreiben, dass die Angeklagte die Schuld beglichen habe

Dem Richter lag ein Schreiben vor, in dem vermeintlich der Geschädigte erklärte, die Bergkamenerin habe ihm die 5000 Euro zurückgezahlt. Unter dem Text stand eine Unterschrift, die die des Geschädigten darstellen soll. Die Frau erklärte dazu, dass sie das Schriftstück gemeinsam mit dem 60-Jährigen aufgesetzt habe. Das Geld habe sie allerdings nie gezahlt. Der Kamener habe darauf bestanden, dass sie die Angelegenheit auf diese Weise unter sich klären wollten. Davon wisse er nichts, erklärte der Mann im Zeugenstand. Was es mit dem Schreiben auf sich hat, soll in einem separaten Verfahren geklärt werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare