Zwölfjährige kämpft um ihr Leben

Bergkamenerin sammelt Spenden für die Behandlung ihrer Nichte

Tatjana Galwas will ihrer schwerkranken Nichte Sofiya helfen.
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Tatjana Galwas will ihrer schwerkranken Nichte Sofiya helfen.

Bergkamen – Bis vor einigen Monaten war noch alles in Ordnung. Dann, Ende Mai, bekam die Bergkamenerin Tatjana Galwas die niederschmetternde Diagnose, dass ihre zwölfjährige Nichte Sofiya an einer akuten myeloischen Leukämie leidet. Die Hoffnung der Familie: eine Behandlung in einer Klinik in Istanbul. Die rund 166 000 Euro dafür kann die Familie, die in Kasachstan lebt, jedoch nicht allein aufbringen. In Zusammenarbeit mit dem Evangelischen Kirchenkreis hat Galwas ein Spendenkonto für ihre Nichte eingerichtet.

„Sofiya ist sofort in eine Klinik in der Hauptstadt Nur-Sultan gekommen“, berichtet Galwas. Zu diesem Zeitpunkt hatten die Ärzte schon über 90 Prozent Leukämiezellen in Sofiyas Blut nachgewiesen. Seit Juni liegt das Mädchen im Krankenhaus, hat bereits drei Chemotherapien hinter sich. „Durch die Chemotherapie wurde es erst besser“, so Galwas. Die Hoffnung währte allerdings nicht lange. Die Krebszellen vermehrten sich nach dem Ende der Therapien jedes Mal wieder rasant, sodass die verbleibende Hoffnung auf einer Stammzellspende liegt. Zwei Spender seien in Zusammenarbeit mit der kasachischen Klinik gefunden worden.

„Die Klinik führt die Transplantation mit Stammzellen fremder Spender aber nur dann durch, wenn die Patienten in die Remission gekommen sind“, erklärt Galwas. Heißt: nur, wenn im Blut weniger als fünf Prozent Leukämiezellen vorhanden sind. „Sonst ist ihnen die Erfolgschance zu gering.“ Sofiya hat deutlich mehr erkrankte Zellen im Blut. Trotzdem versuche das Mädchen, nach vorn zu schauen. „Sie schlägt sich so tapfer durch“, sagt Galwas bewundernd.

Sofiya und ihre Mutter Marina hoffen, dass die Behandlung in der Türkei erfolgreich ist.

Gemeinsam mit ihrem Bruder Jurij und dessen Frau Marina begann Galwas, in anderen Ländern nach Behandlungsmöglichkeiten für die Zwölfjährige zu suchen. „Ich habe mit Kliniken in Deutschland gesprochen“, so Galwas. Sofiyas Eltern telefonierten mit Ärzten in Israel und Italien, aber bekamen viele Absagen. „Und in Deutschland wäre die Behandlung noch teurer“, bedauert die Tante. 400 000 Euro mindestens. In Istanbul fand die Familie schließlich eine Klinik, die bereit war, Sofiya zu behandeln.

Sofiyas Zustand verschlechtert sich

Seit vorletzter Woche ist die Zwölfjährige dort. Seit die Oberärztin in der kasachischen Klinik Urlaub habe, sei es bergab gegangen. „Die anderen Ärzte haben nur sehr verzögert auf Veränderungen reagiert“, kritisiert die Bergkamenerin. Ihre Nichte bekam eine Lungenentzündung, dazu noch eine Pilzinfektion der Lunge. Ihre Eltern entschieden, sie schnellstmöglich nach Istanbul zu bringen. „Sie haben mit der Klinik vereinbart, dass sie die Therapien durchführen, für die das Geld noch da ist.“

Aktuell gehe es darum, die Pilzinfektion zurückzudrängen. „Die Ärzte versuchen, die Krebszellen parallel medikamentös an der Vermehrung zu hindern.“ Eine vierte Chemotherapie sei wegen der Pilzinfektion nicht möglich.

Trotzdem sei die Hoffnung der Familie wieder etwas gestiegen. „Die Qualität der Klinik ist eine ganz andere. Die Ärzte haben Geräte aus Europa und sind von ihren Kollegen aus Europa geschult worden, die Medikamente haben eine bessere Qualität“, betont Galwas. Diese Qualität hat allerdings ihren Preis. Den können die Eltern allein nicht stemmen, zumal jede weitere Behandlung – wie nun gegen die Pilzinfektion – weiteres Geld koste. Rund 106 000 Dollar (ungefähr 91 800 Euro) hat die Familie mithilfe der bisherigen Spenden bereits aufbringen können. „Wir hoffen sehr, dass wir noch weitere Hilfe bekommen.“

Spendenkonto: Ev. Kirchenkreis Unna, Bank: KD-Bank, IBAN: DE17350601902011498011, BIC: GENODED1DKD, Verwendungszweck: Spende für Sofiya. Die Spende kann mit einem Spendennachweis des Kirchenkreises steuerlich geltend gemacht werden.

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