36 Stunden keine Spur von 80-Jähriger

In der Klinik verschollen? - Verbleib wiedergefundener Seniorin gibt Rätsel auf

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Im Kamener Hellmig-Krankenhaus, Teil des Klinikums Westfalen, war die Seniorin scheinbar 36 Stunden verschollen.

Bergkamen - Sie kam mit Beschwerde in die Ambulanz. Aber nach dem Röntgen war eine 80-Jährige zwei Nächte und einen Tag wie vom Erdboden verschluckt:

Um die Suche nach einer vermissten 80-Jährigen Mitte vergangener Woche rankt sich eine rätselhafte Geschichte: Wo mag sich die Bergkamenerin zwischen dem 4. und 6. August nur aufgehalten haben? Ihre Spur verlor sich nach dem öffentlichen Aufruf der Polizei zur Mithilfe bei der Vermisstensuche gegen 17.30 Uhr in der Notaufnahme des Hellmig-Krankenhauses in Kamen. Auf der Toilette der Ambulanz wurde die Seniorin zwei Nächte und einen Tag später um 6 Uhr von einer Putzfrau gefunden, wach und ansprechbar.

Klinik: Sie war zwischendurch woanders

Die Klinik schließt aus, dass sie sich den ganzen fraglichen Zeitraum über dort befunden hat. Schließlich sei auf Initiative des Sohnes am Dienstag eine gründliche Suche im und am Haus erfolgt. Zudem sei die Toilette regelmäßig gereinigt worden und derart genutzt, dass der Daueraufenthalt der 80-Jährigen hätte auffallen müssen. Eigenständig und zu Fuß hatte die Seniorin nach den Schilderungen am Dienstag die Notfallambulanz aufgesucht, wurde wegen der geschilderten Beschwerden geröntgt und für den Aufruf zum Arztgespräch wieder ins Wartezimmer geleitet.

Nachdem Röntgen nicht auffindbar

Als sie an der Reihe war, suchte die Pflegekraft die Patientin vergeblich, auch auf der Toilette. Die Mitarbeiterin nahm dann an, dass die Frau nach Hause gegangen sei, wie es laut Klinik bei Ungeduldigen öfter einmal vorkommt. Auch am nächsten Morgen sei das WC beim Reinigungsturnus um 6 Uhr frei gewesen. Das betone die zuständige Kraft ausdrücklich, so die Klinik.

Angehörige leiten Vermisstensuche ein 

Die Seniorin lebt nach Auskunft der Polizei mit Angehörigen unter einem Dach, sie sei in der Nacht zweifelsfrei nicht heimgekommen. So hätten sich der Hausarzt, die Tochter vormittags und am Nachmittag auch der Sohn im Krankenhaus gemeldet, um nach dem Verbleib der Seniorin zu fragen. Auf Initiative des Sohnes sei systematisch nach der Patientin gesucht worden – mit Ausnahme der besagten Toilette, wegen der häufigen Nutzung und regelmäßigen Reinigung. Die Polizei setzte ihrerseits die Maschinerie samt öffentlicher Suchmeldung in Gang, auch wa.de verbreitete den Aufruf. Er wurde gelöscht, als die Polizei tags darauf mitteilte, die Seniorin sei gefunden.

Kein Anzeichen von Verwirrtheit

Die Frau befindet sich seitdem im stationärer Behandlung, die Angehörigen werden mit Lob für die Zuwendung im Hellmig-Krankenhaus zitiert. Die Klinik betonte noch einmal, dass die 80-Jährige in der Ambulanz keinerlei Anzeichen von Verwirrtheit gezeigt habe. Im Zuge der Behandlung habe sich das Rätsel um das Verschwinden der Bergkamenerin nicht lösen lassen.

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