Bergkamener erschaffen eigene Kunstwerke

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Die Besucher schauten sich nicht nur die Werke der Künstler an, sie wurden auch selbst kreativ (links).

Bergkamen – Zum zweiten Mal lud die Künstlergruppe Sohle 1 am Wochenende zur Kunstlese in die Ökologiestation in Heil. Ziel war es Kunst erfahrbar werden zu lassen. „Machen! Das ist besser als eine Ausstellung“, meinte Vereinsvorstand Peter Wiesemann.

„Wir wollen Kinder frühzeitig heranführen“, betonte Vorstandskollegin Silke Kieslik. Die Erfahrung der ersten Mitmachaktion 2017 zeigte, dass Heil Anlaufpunkt für Familien ist. Deswegen richteten viele Mitglieder der Sohle 1 ihr Angebot auf Kinder aus. „Außerdem haben die auch keine Scheu, etwas auszuprobieren“, erklärte Kieslich. 

Dass Mann daran Spaß findet, zeigte „Igor Rüstenbay“ (Künstlername) lautstark am Eingang. Er tobte sich mit Nägeln aus. Und er erschuf Kunst: Durch seinen Wald aus schief eingeschlagenen Nägeln war ein „Tayfun“ gefegt. Am Waldrand zielte ein unsichtbarer Armor auf ein Herz. Um das aus den dicken Nägeln zu biegen, lieh sich der Künstler bei Klaus Wleklik ein U-Eisen. 

Erinnerungen an Berliner Luftbrücke

Der Verleiher hängte derweil Doppeldecker aus Stahl in Erinnerung an die Berliner Luftbrücke. Die Einzelteile für 30 davon hatte er an seiner Arbeitsstelle gestanzt. Den Bausatz konnten auch Kinder zum Flieger zusammensetzen. Klassische Malerei blieb am Samstag und Sonntag außen vor. 

2. Kunstlese der Künstlergruppe Sohle 1

Die meisten Künstler beschäftigten sich mit Drucktechniken – Helmut Ladeck mit der Radierung auf Zinkblech, Bernd Sadra entdeckte für sich den Holzschnitt wieder. Da die alte, kaum noch genutzte Technik in großen Formaten viel Zeit erfordert, hatte der Hammer auch kleine Brettchen dabei. Kreativ ist Sadra nicht nur bei den Motiven. Er bringt den Druck nicht maschinell aufs Papier, sondern nutzt alte Silberlöffel statt der Walzen. „Da kommt man ganz schön ins Schwitzen, weil die trocknende Farbe schnelle Arbeit erfordert.“ 

Während die Organisatoren mit der Resonanz am Sonntag sehr zufrieden waren, war der Besuch am Samstag eher mäßig, so dass sich die Künstler untereinander austauschten. Gudrun Luthers „Aufgabe“ war eigentlich das Bespielen von Nagelbrettern. Mangels Interessenten besuchte sie Gitta Nothnagel und versuchte sich an Monotypien. „Dabei wird Farbe zum Beispiel auf eine Glasplatte aufgetragen, auf die kommt das Papier“, so Nothnagel. 

Architektonische Gebilde aus Kastanien

Der Zufall stellt das abstrakte Motiv, das die Dortmunderin anschließend zum Gegenständlichen ausgestaltet. „Jeder sieht in dem Druck etwas anderes.“ Richtig viel zu erklären hatte Jutta Schürmann. Ihr Specksteinatelier war nämlich gut besucht. „Das wird richtig gut“, lobte die Künstlerin die zehnjährige Nele Hinkel. Das Mädchen schlug mit Vehemenz den Stechbeitel in den weichen Stein. Herauskommen sollte das Portrait von Opa Dietrich Worbs, ebenfalls Mitglied der Sohle 1. „Ich trau mich nicht, was wegzuschlagen, deswegen nehme ich Schleifpapier“, meinte hingegen Oma Annegret Worbs nebenan. 

Eine kleine Skulpturenwerkstatt bot auch Klaus Scholz. Er hatte Erbsen in Wasser eingelegt, Zahnstocher daneben. Heraus kamen Arbeiten nach dem Prinzip des Kastanienmännchens. Eine Anlehnung an die Jahreszeit. Der Herbst ist ja nicht nur die Saison der Kunst, sondern auch der Kastanienlese. Scholz’ Werke hatten allerdings wenig figürliches, er schuf architektonische Gebilde.

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