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Bergkamener wehrt sich: Angreifer mit Machete kassiert Prügel

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Von: Jana Peuckert

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Ein Mann zeigt eine Machete.
Als der Nachbar den Angeklagten aufsuchte, hatte er eine Machete in der Hand. (Symbolbild) © Roland Weihrauch/dpa

Mit einer Machete bewaffnet wollte ein Bergkamener auf seinen Nachbarn losgehen. Am Ende kassierte er selbst Prügel. Ein 54-Jähriger wehrte sich und landete vor Gericht.

Bergkamen/Kamen – Für den 8. Mai vergangenen Jahres plante ein Anwohner einer Bergkamener Siedlung ein entspanntes Fußballgucken mit Freunden und Verwandten. Zunächst war alles gut. Doch plötzlich stand der Nachbar im Vorgarten – mit einer Machete in der Hand. Der Schwager des Hauseigentümers reagierte prompt, stürmte auf den Bewaffneten los und riss ihn zu Boden.

Im Gerangel erwischt die Klinge fast die Lebensgefährtin des Macheteträgers. Erst das beherzte Eingreifen zweier Frauen brachte den 54-jährigen Fußballfan vom Nachbarn ab, der offenbar durch einen verpassten Kinnhaken bewusstlos liegen blieb. Er rappelte sich dann aber wieder auf und rief die Polizei. Der Fußballfan landete jetzt wegen Körperverletzung auf der Anklagebank des Amtsgerichts Kamen.

Angeklagter brauchte psychologische Hilfe

Er soll den Mann mit der Machete nicht nur ins Gesicht geschlagen, sondern zudem am Boden liegend getreten haben. Der Angeklagte gab zu, auf den Nachbarn losgegangen zu sein: „Ich hab einfach reagiert. Ich hab einfach nur meine Familie beschützen wollen.“ Der Vorfall habe ihm mächtig zugesetzt: „Ich hab danach Albträume gehabt und meine Frau im Schlaf gebissen.“ Er habe psychologische Hilfe in Anspruch nehmen müssen, berichtet der Bergkamener. An einen nachträglichen Tritt konnte sich der Angeklagte nicht erinnern.

Sieben Zeugen vernahm das Gericht. Davon wollte lediglich die Lebensgefährtin des Mannes mit der Machete einen Tritt gesehen haben. Der bewaffnete Nachbar berichtete im Zeugenstand von einer vorausgegangenen verbalen Auseinandersetzung am Gartenzaun. Er sei aufgefordert worden, die Angelegenheit auf der Straße zu klären.

Prellung von Gesicht und Rippen

Weil er davon ausgegangen sei, so der 47-Jährige, dort auf mehrere Gegner zu treffen, habe er seine Machete mitgenommen. „Das war ein dummer Fehler, weiß ich. Ich war in Rage“, gibt er zu. Er könnte verstehen, dass sich der Angeklagte bedroht gefühlt habe – auch, wenn die Machete nicht zum Einsatz gekommen sei, er sie nur in der Hand gehalten habe. Ein Attest bescheinigte eine Gesichts- und eine Rippenprellung beim 47-Jährigen. Am Ende sah das Gericht die Reaktion des Angeklagten als gerechtfertigt an, da der Bergkamener das Vorhandensein der Machete als unberechenbare Bedrohung wahrgenommen hatte.

Die Frage, ob es, nachdem der Nachbar zu Boden ging, einen Tritt gegeben hatte, konnte nicht geklärt werden. Der Prozess endet daher mit einer Einstellung.

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