Bergkamener berührte auch eine Zwölfjährige unsittlich

Kinderpornos in über 200 Fällen verschickt - Paukenschlag vor Gericht

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Symbolfoto

Unna/Bergkamen – Etlichen Gleichgesinnten verschaffte ein Bergkamener kinder- und jugendpornografische Daten. Auch berührte er die zwölfjährige Tochter eines Bekannten unsittlich. Sein Strafverfahren endete nun mit einem Paukenschlag.

Ab März 2017 verschickte der 42-jährige Bergkamener über das Handy in 247 Fällen Fotos und Videos mit kinder- und jugendpornografischen Inhalten. Die abgebildeten Opfer waren zum Teil sehr jung und der Missbrauch massiv. 

Ende Februar 2018 wurde seine Wohnung durchsucht und auf einem Handy entdeckten Ermittler über 80 einschlägige Bilder. Nach dieser Durchsuchung war ihm also bewusst, dass ein Ermittlungsverfahren lief. 

Dennoch nutzte er keine vier Wochen später das Vertrauen der Tochter seines Bekannten aus. Als das Mädchen auf seinem Schoß saß, berührte er es oberhalb der Kleidung an der Brust und am Gesäß – vor den Augen der Freundin des Kindes. Diese Freundin war es auch, die sich über das Schweigegebot des schockierten und überforderten Opfers hinwegsetzte. 

Selbst Verteidiger ist von der Schuld überzeugt

Sie vertraute sich ihrem Vater an, der informierte die Mutter des Mädchens und der Fall kam zur Anzeige. Kindesmissbrauch, die Weitergabe der verbotenen Dateien und ihr Besitz brachten den Bergkamener nun vor das Unnaer Schöffengericht. 

Den Besitz und die Weitergabe der kinder- und jugendpornografischen Dateien räumte er über seinen Verteidiger ein, das Berühren der Zwölfjährigen bestritt er, stellte sie und ihre Freundin als Lügnerinnen dar und dachte gar nicht daran, den Kindern die Aussage zu ersparen. Also wurden die Mädchen gehört. 

Sie bestätigten den Vorwurf und überzeugten selbst den Verteidiger. Der appellierte an den Angeklagten, seine Angaben zu überdenken: „Ich werde keinen Freispruch beantragen.“ Der blieb dabei: „Da war nichts.“ 

Die Quittung kam wenig später. Auch das Gericht hatte keine Zweifel an seiner Schuld und verurteilte ihn deshalb zu dreieinhalb Jahren Haft. Dann die Überraschung: Der Mann akzeptierte die Strafe und trat die Haft auf eigenen Wunsch sofort an.

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